Dieses Zitat habe ich mir zwar bei Erich Fried geliehen, denke jedoch, dass der Inhalt jenes Satzes durchaus geeignet ist, die Motivation der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" in Worte zu fassen.
Vorliegender Film, aus dem Jahr 1982, liefert genügend Beispiele, welche Umstände die Gruppe junger Menschen zum Widerstand anstachelten, zugleich wird eindrucksvoll dargestellt, welchen Entwicklungsprozess die Gruppe selbst, innerhalb der eigenen Reihen, zu meistern hatte, dass man sich nicht immer auf Anhieb einig über den nächsten Schritt gewesen ist und es auch Reibereien gab, welchem Stress man sich täglich aussetzte, um auf den unausweichlichen Untergang Deutschlands aufmerksam zu machen.
Diverse, beispielhafte, Einblendungen, der zu diesem Zeitpunkt prophetischen Kernaussagen, der Flugblätter, zeigen deutlich, welche "Gefahr" die Handlanger des Regimes in den Schriften ausmachten - man hatte denkende Menschen zum Gegner, welche aus der Anonymität heraus Aufklärungsarbeit betrieben und versuchten den Widerstand zu koordinieren - man musste den Urhebern habhaft werden - schnell...
Es ist dieses Katz- und Mausspiel, welches den Film dominiert - weniger die Zeit zwischen Verhaftung und Hinrichtung - diesem Teil der Geschichte räumt man, für meinen Geschmack, fast schon wieder zu wenig Zeit ein - innerhalb weniger Minuten nach der Verhaftung endet der Film...
Wer "Die Weiße Rose" noch tiefer ergründen möchte und dafür nach einem beeindruckenderen Blickwinkel sucht, sollte sich unbedingt "Sophie Scholl - Die letzten Tage" (aus dem Jahr 2005) anschauen - dort wird nämlich das Verhör der Sophie Scholl durch den Gestapo-Beamten Mohr in den Mittelpunkt der Handlung gerückt - wie ich finde der gelungenere Ansatz.