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Die Wassermühle: Roman
 
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Die Wassermühle: Roman [Taschenbuch]

Nikola Hahn
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Seit achtzehn Jahren rackert Hedi sich schon ab. Beruflich als Krankenschwester, privat für die Familie: den Polizisten-Ehemann Klaus und die zwei Kinder. Doch eines Tages meldet sich eine alte Schulfreundin bei ihr, die ein ganz anderes Leben führt. Hedi beschließt, es der smarten Vivienne nachzumachen. Als sie überraschend die wunderschöne, alte Wassermühle ihrer Lieblingstante erbt, verläßt Hedi kurz entschlossen ihre Familie und zieht mit Vivienne dort ein ...

Der Autor über sein Buch

Sprung in die Gegenwart
Ja, ich weiß: Viele meiner Leserinnen und Leser warten schon gespannt auf die Fortsetzung der "Detektivin", und Ihnen allen zum Trost sei gesagt, daß ich schon fest daran arbeite. Andererseits hat mich aber auch mal der Sprung in die Gegenwart gereizt, und das Ergebnis ist "Die Wassermühle": ein Roman für Leser/innen, die die Geschichten über trendy durchgestylte Superheldinnen satt haben, deren politisch korrektes Leben sich in luxuriösen 200-Quadratmeter-Lofts abspielt. "Die Wassermühle" ist ein Roman über den Kampf zweier ungleicher Frauen für die Freiheit, eben KEIN Superweib sein zu müssen. Und es ist die Geschichte einer jungen Polizistin, die mit viel Idealismus ihren Beruf beginnt und lernen muß, daß im Polizeialltag Lachen und Weinen oft nah beieinander liegen.

Ein paar Worte zum Inhalt: Die 38jährige Krankenschwester Hedi Winterfeldt, Ehefrau von Polizist Klaus und Mutter zweier pubertierender Kinder, hat nach achtzehn Jahren Streß und Plackerei die Nase voll. Unter dem Einfluß ihrer Freundin, der renommierten Malerin Vivienne Belrot, beschließt sie, ihren Alltag grundlegend umzukrempeln, und als sie nach dem Tod ihrer Tante überraschend eine alte Wassermühle erbt, bietet sich ihr endlich die erhoffte Chance. Gegen den Willen ihrer Familie zieht sie mit Vivienne in das alte Haus, um es vor dem Verfall zu bewahren. Aber nicht nur die heruntergekommene Mühle und die scheinbar so erfolgreiche und emanzipierte Vivienne halten unliebsame Überraschungen für Hedi bereit, sondern auch ihr Mann, der plötzlich mit einer jungen, hübschen Kollegin Streife fährt ...

Umschlagtext

Der neue Roman von Nikola Hahn, der Erfolgsautorin der Detektivin.

Seit achtzehn Jahren rackert sich Hedi nun schon ab. Beruflich als Krankenschwester, privat für die Familie: den Polizisten-Ehemann Klaus und die zwei Kinder. Doch eines Tages meldet sich eine alte Schulfreundin bei ihr, die ein ganz anderes Leben führt. Hedi beschließt, es der smarten Vivienne nachzumachen. Als sie überraschend die wunderschöne, alte Wassermühle ihrer Lieblingstante erbt, verläßt Hedi kurzentschlossen ihre Familie und zieht mit Vivienne dort ein ...

Über den Autor

Ich wurde am 8.11.1963 in Wehrda geboren und wuchs in einem kleinen Dorf im Kreis Marburg-Biedenkopf auf. Nach meinem Abitur begann ich eine Ausbildung bei der Hessischen Polizei in Kassel, die ich im Herbst 1986 an der Hessischen Polizeischule in Wiesbaden abschloß. Bis 1990 versah ich Dienst bei der III. Hessischen Bereitschaftspolizeiabteilung in Mühlheim, danach wechselte ich zur Kriminalpolizei nach Offenbach. Von 1991 bis 1993 studierte ich an der Verwaltungsfachhochschule der Polizei in Wiesbaden (Kommissarslaufbahn). Anschließend arbeitete ich vier Jahre lang im Kommissariat 23 (Betrugsdelikte) des Polizeipräsidiums Offenbach, von 1995 bis 1998 als Leiterin des Sachgebiets Geld- und Urkundenfälschungen.1999 wechselte ich in das Kommissariat 11 (Kapitaldelikte) und dort ins Sachgebiet Raub und Erpressungen. Im April 2000 wurde ich zur Kriminalhauptkommissarin befördert.

Mein Interesse für die Schriftstellerei entdeckte ich schon in der Schulzeit, dachte aber nicht daran, dies zum Beruf zu machen. Parallel zu meiner Polizeiausbildung absolvierte ich ein mehrjähriges Fernstudium in Belletristik, Sachliteratur und Lyrik und schrieb in der Folge überwiegend Gedichte und Kurzgeschichten, von denen einige in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht wurden. Von 1988 bis 1990 arbeitete ich nebenberuflich frei für die Tageszeitung Offenbach-Post; seit 1988 bin ich Mitglied der Interessengemeinschaft deutschsprachiger Autoren und arbeite seit mehreren Jahren in der Redaktion der Zeitschrift IGdA-aktuell mit. Von 1993 bis 1996 war ich außerdem Mitglied in der Redaktion der Hessischen Polizeirundschau, veröffentlichte dort berufsbezogene Artikel. 1995 erschien mein erstes Buch mit dem Titel "Baumgesicht", eine Werkstattausgabe mit Prosa und Gedichten.

Auszug aus Die Wassermühle von Nikola Hahn. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Guten Morgen, du Nachteule!"

Viviennes Stimme drang nur undeutlich bis zu Hedi vor. Stöhnend öffnete sie die Augen und rappelte sich hoch. "Gott! Wo bin ich?" "Auf einem Josef-Danhauser-Sofa, datiert aus der Zeit zwischen 1820 und 1830", sagte Vivienne lachend. "Und das, obwohl ich dir meine diversen Gästebetten zur Benutzung andiente!" Sie band ihren sonnengelben Bademantel zu und inspizierte die Reste des Weihnachtsbuffets. Hedi preßte die Hände gegen ihre Schläfen. Ihr Kopf war ein schmerzender Klumpen. Schuld daran war einer von Viviennes aufdringlichen Bekannten, der ihr einen Vortrag über Expressionismus gehalten und dabei ständig Rotwein nachgeschenkt hatte. Sie versuchte vergeblich, sich an den Namen des Mannes zu erinnern. Vivienne naschte übriggebliebene Kaviarkanapees. "Deine Tochter hat vorhin angerufen."

Hedi betrachtete ihr ruiniertes Kostüm. "Wie spät ist es?"

"Fünf nach zehn."

"Ach du je!" Als sie aufstand, wurde ihr schwindlig. Sie hielt sich an der Sofalehne fest und fixierte Viviennes Weihnachtsbaum: eine ebenmäßig gewachsene Nordmanntanne, mit schwarzen Glaskugeln, schwarzen Schleifen und schwarzem Lametta geschmückt. Viviennes Gäste hatten Entzückungsschreie ausgestoßen. Hedi fand, der Baum sah aus als stamme er vom Friedhof. Wenigstens nadelte er nicht. Vivienne drückte sie sanft aufs Sofa zurück. "Ich habe ihr gesagt, daß du rechtzeitig zum Mittagessen zurück bist." "Das Mittagessen liegt im Gefrierschrank. Wir waren nämlich eigentlich eingeladen."

"Ich weiß. Bei deiner Tante Juliette im Odenwald. Aber sie hat wegen Grippe abgesagt, und du bist ihr gram, weil sie statt dessen die Feiertage mit einer doofen Bäuerin in einem öden Kuhkaff verbringt. Hassbach! Der Name bürgt für Qualität!" Hedi lief rot an. "Woher ...?"

"Du warst ziemlich redselig heute nacht."

Hedi hielt sich den Kopf. "Was?"

Ohne zu antworten, verschwand Vivienne in der Küche. Die Nordmanntanne fing an, sich zu drehen. Hedi schloß die Augen. Vivienne kam mit einem Glas Wasser und zwei Aspirin zurück. "Runter damit, und in einer halben Stunde bist du wieder fit."

Hedi lächelte gequält. Sie schluckte die Tabletten und trank einen Schluck. "Was habe ich noch gesagt?" "Daß deine geliebte Tante vor Urzeiten Deutschlehrerin an einem Gymnasium in Darmstadt war, daß sie auf ihre Karriere verzichtete, um sich nach dem Tod deiner Großmutter um deine Mutter und deinen Großvater zu kümmern und daß ihre Mühle für dich der schönste Platz auf der Welt ist."

"War."

Vivienne setzte sich neben sie. "Und daß dir Klaus fürchterlich auf die Nerven geht."

Hedi zupfte verlegen an ihrem Kostüm; auf dem Rock war ein Weinfleck. "Männer sind eben anstrengend", sagte Vivienne. "Ich habe dummes Zeug geredet."

"Du hast deine Familie zu sehr verwöhnt."

"Wann hat Dominique angerufen?" "Es wird Zeit, daß sich dein Ehemann daran erinnert, daß du Bedürfnisse hast, die über Bügeln und Bettenmachen hinausgehen." "Ich muß nach Hause." "Du bist zu gutmütig. Du läßt dich ausnutzen."

"Darf ich dein Bad benutzen?"

"Warum weichst du mir aus?"

Hedi griff nach dem Wasserglas. "Bitte entschuldige, aber ich bin nicht in Form für tiefschürfende Diskussionen." "Laß den Haushaltskram liegen. Dann merken sie, was sie an dir haben."

"Meine Familie ist gegen Chaos immun."

"Wenn die Schränke leer sind, müssen sie waschen."

"Dann gehen sie lieber einkaufen."

Vivienne lächelte. "Ich hoffe, dein Klaus ist im Bett aktiver als bei der Hausarbeit."

Hedi schoß das Blut zu Kopf. "Nicht?"

"Vivienne, bitte!"

"Mein Gott. Sei nicht so spießig."

"Bin ich nicht."

"Soll ich dir ein paar Tricks verraten, wie du ihn wild machst?"

"Also eigentlich ..."

"... ist bei euch alles in Ordnung."

"Ja." Hedi stand auf. "Ich muß wirklich los."

"Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dich scheiden zu lassen?" "Ich wüßte nicht, warum!" Vivienne zuckte mit den Schultern. "Früher warst du ehrlicher." Hedis Magen fing an zu rebellieren. Sie hielt sich den Bauch. "Es ist nicht seine Schuld."

Vivienne zog sie aufs Sofa zurück. "Was ist nicht seine Schuld, hm?"

"Ich bin es, die nicht mehr ... na ja." "Mit ihm schlafen will", vervollständigte Vivienne ungerührt. "Das wundert mich nicht."

"Aber ..."

"Lüsternheit ist ein Spiel mit dem zu Genießenden und mit dem Genossenen."

"Ich bitte dich! Das ist ..."

"... ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe. Du siehst, das Thema wird schon länger diskutiert."

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