Der vorliegende Roman ist das erste Werk des Autors Alan Drew. Er beschreibt dabei nicht nur die erschütternden Auswirkungen des Erdbebens, das sich 1999 in der Nähe Istanbuls ereignete, sondern geht dazu noch auf die Vertreibung der Kurden ein. Dabei stellt er die kurdische Familie, die traditionell stark verwurzelt ist, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Der Leser kann während des Buches den inneren Konflikt des Familienvaters Sinan, der zwischen der Liebe zu seiner Familie und der Tradition hin- und hergerissen wird, erleben und nachvollziehen. Auch das Gefühlsleben der Tochter Irem wird sehr gründlich beleuchtet und auch bei ihr gibt es kein Schwarz oder Weiß, sondern ein meist verzweifeltes Grau. Irems Mutter und Bruder sind zwar ebenso präsent in dem Buch, spielen jedoch insofern nur Statistenrollen, dass der Leser nicht in die Gedanken der beiden hineinschauen kann.
Alan Drew besticht in diesem Buch durch einen schönen Schreibstil und jede Menge Gefühl. Dabei rutscht er nicht ab in irgendwelche Klischees, sondern legt die Gedanken der handelnden Personen offen und gibt dem Leser so die Möglichkeit, eine ihm fremde Kultur besser zu verstehen. Gleichzeitig zeigt er aber auch auf, dass diese Kultur sich im Umbruch befindet.
Fazit:
Ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt.