Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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93 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Historischer Roman wie ich ihn gerne lese, 6. März 2004
Marie ist als Tochter und einziges Kind eines reichen Kaufmanns mutterlos und gutbehütet in Konstanz aufgewachsen. Als sie mit einem Advokaten verheiratet werden soll, ahnt sie nicht, dass dieser nur auf das große Vermögen vom Vater aus ist und eine Intrige gegen sie spinnt. Am Vorabend der Hochzeit wird sie von gekauften Zeugen der Hurerei beschuldigt und ins Gefängnis geworfen. Ein schock für das gottesfürchtige Mädel und naiv wie sie ist, meint sie, dass man die Wahrheit bei Gericht erkennen wird. Damit sie nicht als Jungfer vor Gericht steht werden im Kerker vollendete Tatsachen gemacht und sie wird am nächsten Morgen im Schnellverfahren vom bischöflichen Gericht verurteilt. Die Bestrafung übernimmt einer ihrer Peiniger und sie wird mehr tot als lebendig aus der Stadt geworfen und ihrem Schicksal überlassen. Der Vater kann ihr nicht helfen, denn der Schwiegersohn in Spe hat sich als Strafe für den Bruch des bereits unterschriebenen Ehevertrags dessen Vermögen angeeignet. Marie wird auf der Straße von Hedwig einer Wanderhure aufgelesen und gesund gepflegt. Sie hat nun die Wahl ebenfalls Wanderhure zu werden oder zu verhungern. Anfangs fällt ihr das neue Leben schwer, aber einzig der Gedanke an Rache hält sie aufrecht. Da sie hübsch und auch reinlich ist, verdient sie recht gut. Zusammen mit Hedwig zieht sie durch die Lande und erlebt wie es ist, wenn man auf der untersten Sprosse der sozialen Leiter steht.... etwas das sie als brave Bürgerstochter nie gekannt hat.Nach Jahre kommt die Gelegenheit der Rache... es wird vom Kaiser und Papst ein Konzil in Konstanz ausgerufen und alle ihre Peiniger, vor allem der Advokat versammeln sich dort. Fazit: Ein schönes Buch, welches nie langweilig wird. Schön ist, dass die übliche LoveStory die man meist in solchen Büchern findet fehlt. Es gibt zwar einen Verehrer der Marie aus Konstanz folgt, doch der wird in die Irre geführt und taucht eigentlich erst im letzten Viertel des Buches wieder auf... und Marie ist davon gar nicht begeistert! Ich kann das Buch jedem empfehlen der gerne historische Romane liest.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kurzweilige Unterhaltungsliteratur, 4. Juni 2006
Marie, Bürgerstochter aus Konstanz, wird von ihrem Verlobten Anno 1410 unschuldig der Hurerei beschuldigt, verurteilt, misshandelt und vertrieben und muß ihr Überleben mit dem Verkauf ihres Körpers als Wanderhure sichern. - Kein schlechter Stoff für einen historischen Roman. Das Buch ist spannend geschrieben. Wer eine leichte Urlaubslektüre sucht, die in die romantische Zeit des Mittelalters entführt, ist mit diesem Buch nicht schlecht beraten. Wem Anne Golon und ihre Angelique gefallen hat, dem dürfte auch dieses Buch von Iny Lorentz gut gefallen. Auch hier hat man eine kühne, durchsetzungsstarke Heldin, der eine himmelschreiende Ungerechtigkeit widerfährt. Sie meistert die Situation und gibt nicht auf, bis sie sich am Ende... nee, verrate ich jetzt nicht !
Wenn man einen historisch fundierten Roman über das Leben der Wanderhuren im Mittelalter erwartet, ist man allerdings sehr enttäuscht. Die Handlung ist leider teilweise vorhersehbar und realitätsfremd. Bestimmt hat Iny Lorentz nicht viel Zeit mit Recherchen "vertrödelt", Aspekte wie Geschlechtskrankheiten, ungewollte Schwangerschaften und die damit verbundenen Probleme, Rechtsprechung und Rehabilitationsmöglichkeiten (besonders wenn das Urteil von einem bischhöflichen Gericht verhängt wurde) u.a. fehlen, bzw. werden romantisiert.
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73 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bitte mehr davon!!!, 26. März 2004
Einen ganzen Roman über eine Wanderhure? Na, geht denn das überhaupt? Das waren die Fragen, die mir in den Kopf schossen, als mir das Buch "Die Wanderhure" des Autorenduos Iny und Elmar Lorentz das erste Mal begegnete. Normalerweise liest man in historischen Romanen ja eher von Rittern, Königen und braven Kaufmannsleuten. Allenfalls von Wanderchirurgen - aber Wanderhuren? Mir war der Begriff zunächst vollkommen fremd, doch das sollte sich schnell ändern. "Die Wanderhure" erzählt die Geschichte der braven Bürgerstochter Marie, der großes Unrecht widerfährt und die schließlich dazu gezwungen ist, ihren Lebensunterhalt als umherreisende Hure zu verdienen. Dabei vergisst sie niemals diejenigen, die ihr dieses schwere Schicksal beschert haben...In flüssiger und eindringlicher Sprache erzählt das Buch die Geschichte der jungen Marie - mal spannend, fröhlich und farbenfroh, mal traurig und bedrückend. Vor allem sensible Leser sollten sich auf einen Paukenschlag zu Beginn der Geschichte gefasst machen, der zwar detaillierte Beschreibungen ausspart, dennoch einige recht grausame Szenen erzählt. Diese Handlungselemente sind einerseits schwer zu lesen, andererseits für die Geschichte unbedingt notwendig - Marie wird schließlich nicht freiwillig zur Hure. Durchhalten lohnt sich aber, denn schon bald wird der Leser mit freundlicheren Szenen belohnt. Das Buch weist einen selten abfallenden Spannungsbogen auf und wird von mir ganz eindeutig in die Kategorie "Page-Turner" eingeordnet. Eine ganze Anzahl von Charakteren spielt mit, doch verliert man nie den Überblick. Die Figuren sind wunderbar gezeichnet, lassen dennoch Raum für die eigene Phantasie. Vor allem die anderen "Hübschlerinnen" fand ich sehr gut gelungen. Durch sie erhält der Leser Einblick in eine historische Welt, die er bislang wohl nicht so gut kannte. Er erfährt, dass Huren im Mittelalter zum Bodensatz der Gesellschaft gehören und ihnen viel Unrecht und wenig Achtung widerfährt. Doch auch unter Hübschlerinnen gibt es noch Standesunterschiede, wie z.B. die Verachtung der "Pfennig-Huren" zeigt. Dennoch - ganz ohne Macht sind die Huren nicht, wie ein Ereignis gegen Ende des Buches beweist... Alles in allem ein historischer Roman, wie er sein sollte! Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, informativ, ohne zu langweilen und mit liebenswerten und hassenswerten Figuren gleichermaßen ausgestattet.
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