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Die Wand: Textausgabe mit Materialien (Hors Catalogue) Taschenbuch – 1986


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 268 Seiten
  • Verlag: Klett; Auflage: Mit Materialien. (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3123519600
  • ISBN-13: 978-3123519604
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (427 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 800.503 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wenn mich jemand nach den zehn wichtigsten Büchern in meinem Leben fragen würde, dann gehörte dieses auf jeden Fall dazu." (Elke Heidenreich) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Die namenlose Ich-Erzählerin berichtet von ihrer ‚schlimmen Lage’. Sie schreibt diesen Bericht, um mit der quälenden Frage fertig zu werden, warum ein Mann zwei ihrer Tiere getötet hat. Sie tut dies, obwohl sie weiß, dass sie nie eine Antwort bekommen wird, hat sie doch den einzigen, noch lebenden Menschen erschossen. Hinter einer gläsernen Wand, die sie vor einer Umweltkatastrophe geschützt hat, lebt die Frau völlig alleine -- nur mit ihren Tieren. Dieser handlungsarme, etwas Unglaubliches beschreibende Roman von Marlen Haushofer, erstmals 1963 veröffentlicht, dann 1983 neu aufgelegt, fand sich erstaunlicherweise unter den ersten fünfzig Lieblingsbüchern der Deutschen. Marlen Haushofers (1920-1970) bedeutendstes Werk ist Die Wand, das vor allem auch von der Emanzipationsliteratur hoch gelobt wurde. Die Schriftstellerin erhielt 1968 den österreichischen Staatspreis für Literatur.

In glasklarer, kein bisschen manierierter Weise beschreibt die Protagonistin ihr Leben hinter der Wand: Nahrungsbeschaffung und Sorge um ‚ihre Tiere’ bestimmen ihre Existenz. Letztendlich sichert die Verantwortung für die Tiere -- für Lux, den Hund, Bella, die Kuh, für die Katze(n), für eine weiße Krähe -- ihren Überlebenswillen. In der Gemeinschaft mit den Tieren, sie nennt sie Brüder und Schwestern, im Naturgesetz von Sterben und Geburt und im Rhythmus der Jahreszeiten meistert die Frau ihr Alleinsein. Beeindruckend sind die Tierbeschreibungen: Keine Vermenschlichung, sondern Respekt für ebenbürtige Lebewesen mit eigenen Verhaltensregeln, auch zeitweiliges Unverständnis, zeichnen die Sicht der Frau aus. Der Mensch ist für sie zum Verursacher der Katastrophe geworden, die hinter der Wand alles Lebende versteinern hat lassen. Und die Ermordung des Mannes, der Lux und Stier einfach geschlachtet hat, bereitet ihr keine Probleme, ist nur insofern Thema, als sie sein Tun nicht begreifen kann.

Elisabeth Schwarz, Schauspielerin mit Bühnenerfahrung in Stuttgart, Frankfurt, München und am Hamburger Thalia Theater, liest das Schicksal der Frau mit verhaltenem Ton. Mit ihrer zurückhaltenden Stimme trägt sie den unprätentiösen Text und seine leicht verständlichen Sätze stimmig vor. Man könnte sagen, ihre Tonlage hat etwas ‚Demütiges’ in sich, die einzige Stimmung, die in dieser Extremsituation angebracht ist. Denn das Thema der Freiheit, auch für den Freitod, hat die Protagonistin ja bereits ad acta gelegt. Demut, Schicksalsergebenheit oder besser Akzeptieren der Lage schwingen in der Lesung von Anfang an mit. Der Vortrag regt vor allem zum Weiterdenken an!

Fazit: Elisabeth Schwarz liest diese „weibliche Robinsonade“ mit seiner brillanten Sprache als Gleichnis des Alleinseins. Kein Frage: Ihre Interpretation erweckt das Interesse an der ungekürzten Romanfassung, die man als Ergänzung unbedingt zur Hand nehmen sollte.

Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 140 Minuten, 2 CDs. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

272 von 288 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Andrea Koßmann TOP 500 REZENSENT am 20. Mai 2007
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ich kann eigentlich gar nicht so recht beschreiben, was ich momentan empfinde, nachdem ich das Buch vor ein paar Minuten beendet habe. Ich fühle mich ein Stückchen einsam, aber dennoch erfreue ich mich daran, dieses Leben ohne großartige Grenzen erleben zu dürfen.

In ihrem Buch beschreibt Marlen Haushofer die Geschichte einer Frau im mittleren Alter, die eines Tages eine Wand entdeckt, die ihr Leben komplett verändert und vor allem eines tut: Sie macht sie einsam.

Doch sie klagt nicht, sondern findet ihren eigenen Weg in dieser Einsamkeit. Vielleicht sollte man Tiere mögen, insbesondere Katzen und Hunde, wenn man dieses Buch liest. Ich selber habe eine Katze und konnte mir dieshalb viele Sequenzen dieses Buches lebhaft vorstellen und nachvollziehen.

Ein Buch, welches traurig macht. Nachdenklich. Besinnlich. Still und leise.

Die Tatsache, dass die Autorin bereits 1970 im Alter von 50 Jahren starb, macht dieses Buch für mich umso melancholischer. Es macht mich nachdenklich und läßt mih an Zeiten denken, in denen auch ich mich einsam fühlte. Wer kennt solche Zeiten nicht? Und was würden wir tun, wenn wir morgen aufwachen und um uns herum eine riesige Wand existieren würde? Würden wir weiterleben, ÜBERleben oder aber resignieren?

Ich glaube, um dieses Buch zu lesen, muss man ein wenig Einsamkeit zulassen. Wenn man das geschafft hat, kann man die Weite dieses Lebens besser schätzen. Und man muss Sehnsucht spüren können. Sehnsucht nach dem, was uns Menschen glücklich macht.

Ich habe gesehen, dass viele Rezensenten hier beschreiben, dass sie das Buch als langweilig angesehen haben.
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98 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von PepeRoni am 14. Oktober 2008
Format: Taschenbuch
Mit "Die Wand" ist mir etwas passiert, das mir nur mit wenigen Büchern passiert: ich war so ergriffen, dass ich es kaum weglegen konnte, war teilweise so abgeglitten in diese verstörende eintönige Naturwelt, dass es mir beinahe die Luft zum atmen nahm. Und zudem war ich bisweilen richtig fertig und habe mich dermaßen in die Welt der Protagonistin hineingesteigert, dass ich hin- und hergerissen war zwischen es-jetzt-ganz-schnell-zu-ende-lesen und schnell-weglegen-und-ablenken.

Wie gesagt, so etwas passiert mir nur mit wenigen Büchern. Und es ist ein Zeichen ihrer Qualität, ein Zeichen für die Gabe der Autorin, dass ich mich so habe einsaugen lassen von den Worten, den unfassbaren Vorstellungen und dem Gedanken daran, wie es wohl wäre, als vermutlich letzter Mensch auf der Erde zurückzubleiben.
Viel stärker noch als bei dem Roman über Robinson Crusoe, viel stärker auch als bei dem grandiosen Film "Verschollen" mit Tom Hanks hat mich hier das Schicksal dieser Frau berührt, die sich irgendwann nicht mehr als Mensch gefühlt hat, weil sie einfach nicht mehr wusste, wie das ist. Die mit einigen so liebevoll geschilderten Tieren zusammenlebte, um überhaupt noch irgendeinen Sinn in diesem Leben zu sehen. Mit jedem toten Tier leidet man als Leser mit. Denn so verliert ihr Leben immer mehr an Bedeutung.

Beim Lesen der letzten Seiten hatte ich einen trockenen Hals und das unbändige Verlangen, unter Menschen zu gehen! Und - es mag einigen übertrieben erscheinen - es wurde mir wieder klar, wie sehr Bücher einen verändern können. Zum (um)denken bewegen können. Was für einen starken Einfluss sie haben können.

Faszinierend und verstörend. Aber einfach grandios!
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 19. Februar 2011
Format: Taschenbuch
Bereits nach wenigen Seiten verhielt ich mich beim Lesen mucksmäuschenstill, nahezu andächtig. Es kommt selten vor, dass ein Schreibender, überhaupt ein Anderer, Fremden so tief Zutritt zu seiner Persönlichkeit gewährt, wie sie in diesem Buch spürbar ist. Normalerweise müssen wir hübsch auf der anderen Seite der gläsernen Wand bleiben. Wir können sehen, was der Andere macht, wir können hören, was er sagt, wir können spekulieren und interpretieren. Wissen indes können wir es nicht. Dieses Buch handelt von jener existenziellen Einsamkeit, des gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen Seins, das sich in seiner ganzen Wucht nur dem Reflektierenden erschließt, der dieses Wissen, das wohl in uns allen angelegt ist - und bewusst oder unbewusst nicht selten unser Handeln beeinflusst - auch zulässt. Ein Wissen, das Angst macht. Neben all' seinen Kontakten nach außen ist der Mensch doch stets in Zwiesprache mit sich selbst und wird sich hüten, diese Gespräche so ungefiltert nach außen zu tragen, wie es die namenlose Protagonisten hinter der Wand tut. Sie kann es sich leisten, sie ist der einzige Mensch in ihrer Welt, die sich ihre Phantasie erschaffen hat und die sie, von seltenen Sehnsüchten und Anwandlungen abgesehen, nicht mehr zu verlassen wünscht. Und es sind die ländlichen Orte der Kindheit und Jugend der Autorin in der die namenlose Frau lebt. Beschäftigt man sich mit Marlen Haushofers Leben, so bekommt man eine Ahnung davon, dass sie sich wohl schon immer nicht dazugehörig gefühlt hat, nie mitten drin, und dass sich dieses Gefühl mit den Jahren vertieft hat.Lesen Sie weiter... ›
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