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Produktinformation
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In glasklarer, kein bisschen manierierter Weise beschreibt die Protagonistin ihr Leben hinter der Wand: Nahrungsbeschaffung und Sorge um ihre Tiere bestimmen ihre Existenz. Letztendlich sichert die Verantwortung für die Tiere -- für Lux, den Hund, Bella, die Kuh, für die Katze(n), für eine weiße Krähe -- ihren Überlebenswillen. In der Gemeinschaft mit den Tieren, sie nennt sie Brüder und Schwestern, im Naturgesetz von Sterben und Geburt und im Rhythmus der Jahreszeiten meistert die Frau ihr Alleinsein. Beeindruckend sind die Tierbeschreibungen: Keine Vermenschlichung, sondern Respekt für ebenbürtige Lebewesen mit eigenen Verhaltensregeln, auch zeitweiliges Unverständnis, zeichnen die Sicht der Frau aus. Der Mensch ist für sie zum Verursacher der Katastrophe geworden, die hinter der Wand alles Lebende versteinern hat lassen. Und die Ermordung des Mannes, der Lux und Stier einfach geschlachtet hat, bereitet ihr keine Probleme, ist nur insofern Thema, als sie sein Tun nicht begreifen kann.
Elisabeth Schwarz, Schauspielerin mit Bühnenerfahrung in Stuttgart, Frankfurt, München und am Hamburger Thalia Theater, liest das Schicksal der Frau mit verhaltenem Ton. Mit ihrer zurückhaltenden Stimme trägt sie den unprätentiösen Text und seine leicht verständlichen Sätze stimmig vor. Man könnte sagen, ihre Tonlage hat etwas Demütiges in sich, die einzige Stimmung, die in dieser Extremsituation angebracht ist. Denn das Thema der Freiheit, auch für den Freitod, hat die Protagonistin ja bereits ad acta gelegt. Demut, Schicksalsergebenheit oder besser Akzeptieren der Lage schwingen in der Lesung von Anfang an mit. Der Vortrag regt vor allem zum Weiterdenken an!
Fazit: Elisabeth Schwarz liest diese weibliche Robinsonade mit seiner brillanten Sprache als Gleichnis des Alleinseins. Kein Frage: Ihre Interpretation erweckt das Interesse an der ungekürzten Romanfassung, die man als Ergänzung unbedingt zur Hand nehmen sollte.
Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 140 Minuten, 2 CDs. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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1963, das Jahr in dem Kennedy in Dallas erschossen wurde, war die Furcht der Menschen vor einem drohenden Atomkrieg allgegenwärtig. Vielleicht können sich manche noch an die Zuspitzung des kalten Krieges im Oktober 1962 erinnern, als US-Präsident Kennedy damit drohte, Kuba anzugreifen, falls die damalige UdSSR nicht unverzüglich die auf Kuba stationierten Atomsprengköpfe entfernte. 13 bange Tage folgten, in denen der 3. Weltkrieg zum Greifen nahe war bis die UdSSR den Forderungen der USA nachgab.
Soviel geschichtliche Hintergründe und dies auch nur, um ein Gefühl für die damals herrschende Angst und, für die wenigsten von uns heute vorstellbar, die reale Gefahr eines Atomkrieges zu bekommen.
Eine Frau möchte mit Ihrer Cousine und deren Mann ein entspannendes Wochenende in den Bergen verbringen. Das Pärchen möchte sich vor dem Schlafengehen noch im nahe gelegenen Dorf umsehen. Die Frau bleibt gemeinsam mit Ihrem Hund, der auch mit von der Wochenendpartie ist, in der Berghütte zurück und geht früh ins Bett. Als Sie am nächsten Morgen erwacht, ist Sie immer noch allein. Sie will sich auf den Weg ins Dorf machen, um zu erfahren, warum Ihre Cousine nicht in die Hütte zurückgekommen ist. Doch dann stößt Sie auf ein unüberwindliches Hindernis - eine gläserne Wand zieht sich mit etwas Abstand rund um die Hütte. Es gibt kein Entkommen und, was fast noch schlimmer ist, keinerlei Regung von Leben außerhalb der Wand...
Die Frau bleibt die ganze Zeit der Geschichte namenlos und durch die fast fehlende Beschreibung körperlicher Attribute auch fast figur- und gesichtslos. Dies ermöglicht dem Leser, oder wie in diesem Falle, dem Hörer eine fast unbegrenzte Möglichkeit der Identifikation mit der Protagonisten. Fast körperlich spürbar werden für den Hörer die im Laufe des ruhigen Erzählflusses auftretenden physischen und psychischen Belastungen. Einen Spannungsbogen im herkömmlichen Sinne sollte man allerdings nicht erwarten. Viel mehr ist es gerade die ruhige, ja fast lakonische Erzählweise, die in uns den Horror erzeugt. Eines der zentralen Themen des Romans ist die Angst des Erwachsenen, und noch viel stärker ausgeprägt, des Kindes vor der Einsamkeit, Dunkelheit, dem „Im-Stich-gelassen-werden". Die völlig fehlende Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Lebewesen ist vergleichbar mit einer über Jahre hinweg andauernden Einzelhaft wobei hier noch hinzukommt, dass die Titelheldin keinerlei Informationen darüber hat, woher die Wand kommt noch was mit den Menschen außerhalb dieser Grenze geschehen ist. Ist Ihr eine Buße auferlegt worden? Oder die Möglichkeit zur Meditation und Läuterung? Oder ist sie die unfreiwillige Teilnehmerin an einem medizinischen Experiment? Wie erhält man sich in Jahren der völligen Unwissenheit und Verzweiflung die geistige und körperliche Gesundheit?
Unaufhaltsam zieht uns die Geschichte in ihren Bann bis zur überraschenden Auflösung, die ich hier natürlich nicht verraten werde.
Das Hörbuch wird passend zu dem stillen und ruhigen Erzählstil unprätentiös von Elisabeth Schwarz vorgetragen.
Fazit: Ein Hörbuch, dass mich noch lange nach den letzten Worten beschäftigt hat und von dem Elke Heidenreich sagte: Wenn ich nur 10 Bücher mit auf eine einsame Insel nehmen dürfte, wäre dieses mit Sicherheit eines davon".
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