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Die Wand. Sonderausgabe [Audiobook] [Audio CD]

Marlen Haushofer , Elisabeth Schwarz
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Hörbuch Hamburg; Auflage: Gekürzte Lesung. (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899037537
  • ISBN-13: 978-3899037531
  • Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 12,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 204.746 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Marlen Haushofer
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Produktbeschreibungen

Hörbuch-Rezension

Die namenlose Ich-Erzählerin berichtet von ihrer ‚schlimmen Lage’. Sie schreibt diesen Bericht, um mit der quälenden Frage fertig zu werden, warum ein Mann zwei ihrer Tiere getötet hat. Sie tut dies, obwohl sie weiß, dass sie nie eine Antwort bekommen wird, hat sie doch den einzigen, noch lebenden Menschen erschossen. Hinter einer gläsernen Wand, die sie vor einer Umweltkatastrophe geschützt hat, lebt die Frau völlig alleine -- nur mit ihren Tieren. Dieser handlungsarme, etwas Unglaubliches beschreibende Roman von Marlen Haushofer, erstmals 1963 veröffentlicht, dann 1983 neu aufgelegt, fand sich erstaunlicherweise unter den ersten fünfzig Lieblingsbüchern der Deutschen. Marlen Haushofers (1920-1970) bedeutendstes Werk ist Die Wand, das vor allem auch von der Emanzipationsliteratur hoch gelobt wurde. Die Schriftstellerin erhielt 1968 den österreichischen Staatspreis für Literatur.

In glasklarer, kein bisschen manierierter Weise beschreibt die Protagonistin ihr Leben hinter der Wand: Nahrungsbeschaffung und Sorge um ‚ihre Tiere’ bestimmen ihre Existenz. Letztendlich sichert die Verantwortung für die Tiere -- für Lux, den Hund, Bella, die Kuh, für die Katze(n), für eine weiße Krähe -- ihren Überlebenswillen. In der Gemeinschaft mit den Tieren, sie nennt sie Brüder und Schwestern, im Naturgesetz von Sterben und Geburt und im Rhythmus der Jahreszeiten meistert die Frau ihr Alleinsein. Beeindruckend sind die Tierbeschreibungen: Keine Vermenschlichung, sondern Respekt für ebenbürtige Lebewesen mit eigenen Verhaltensregeln, auch zeitweiliges Unverständnis, zeichnen die Sicht der Frau aus. Der Mensch ist für sie zum Verursacher der Katastrophe geworden, die hinter der Wand alles Lebende versteinern hat lassen. Und die Ermordung des Mannes, der Lux und Stier einfach geschlachtet hat, bereitet ihr keine Probleme, ist nur insofern Thema, als sie sein Tun nicht begreifen kann.

Elisabeth Schwarz, Schauspielerin mit Bühnenerfahrung in Stuttgart, Frankfurt, München und am Hamburger Thalia Theater, liest das Schicksal der Frau mit verhaltenem Ton. Mit ihrer zurückhaltenden Stimme trägt sie den unprätentiösen Text und seine leicht verständlichen Sätze stimmig vor. Man könnte sagen, ihre Tonlage hat etwas ‚Demütiges’ in sich, die einzige Stimmung, die in dieser Extremsituation angebracht ist. Denn das Thema der Freiheit, auch für den Freitod, hat die Protagonistin ja bereits ad acta gelegt. Demut, Schicksalsergebenheit oder besser Akzeptieren der Lage schwingen in der Lesung von Anfang an mit. Der Vortrag regt vor allem zum Weiterdenken an!

Fazit: Elisabeth Schwarz liest diese „weibliche Robinsonade“ mit seiner brillanten Sprache als Gleichnis des Alleinseins. Kein Frage: Ihre Interpretation erweckt das Interesse an der ungekürzten Romanfassung, die man als Ergänzung unbedingt zur Hand nehmen sollte.

Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 140 Minuten, 2 CDs. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Wenn mich jemand nach den zehn wichtigsten Büchern in meinem Leben fragen würde, dann gehörte dieses auf jeden Fall dazu." Elke Heidenreich in "Lesen"

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Die Erzählung „Die Wand" von Marlen Haushofer, erschien 1963, weit vor heutigen Horror-Kammerspielen wie z.B. „Panic Room" von David Fincher oder jüngst „Saw" und „Open Water". Allerdings war es auch nicht die Intension von Marlen Haushofer, Horror im heute landläufigen Begriff zu erzeugen.

1963, das Jahr in dem Kennedy in Dallas erschossen wurde, war die Furcht der Menschen vor einem drohenden Atomkrieg allgegenwärtig. Vielleicht können sich manche noch an die Zuspitzung des kalten Krieges im Oktober 1962 erinnern, als US-Präsident Kennedy damit drohte, Kuba anzugreifen, falls die damalige UdSSR nicht unverzüglich die auf Kuba stationierten Atomsprengköpfe entfernte. 13 bange Tage folgten, in denen der 3. Weltkrieg zum Greifen nahe war bis die UdSSR den Forderungen der USA nachgab.

Soviel geschichtliche Hintergründe und dies auch nur, um ein Gefühl für die damals herrschende Angst und, für die wenigsten von uns heute vorstellbar, die reale Gefahr eines Atomkrieges zu bekommen.

Eine Frau möchte mit Ihrer Cousine und deren Mann ein entspannendes Wochenende in den Bergen verbringen. Das Pärchen möchte sich vor dem Schlafengehen noch im nahe gelegenen Dorf umsehen. Die Frau bleibt gemeinsam mit Ihrem Hund, der auch mit von der Wochenendpartie ist, in der Berghütte zurück und geht früh ins Bett. Als Sie am nächsten Morgen erwacht, ist Sie immer noch allein. Sie will sich auf den Weg ins Dorf machen, um zu erfahren, warum Ihre Cousine nicht in die Hütte zurückgekommen ist. Doch dann stößt Sie auf ein unüberwindliches Hindernis - eine gläserne Wand zieht sich mit etwas Abstand rund um die Hütte. Es gibt kein Entkommen und, was fast noch schlimmer ist, keinerlei Regung von Leben außerhalb der Wand...

Die Frau bleibt die ganze Zeit der Geschichte namenlos und durch die fast fehlende Beschreibung körperlicher Attribute auch fast figur- und gesichtslos. Dies ermöglicht dem Leser, oder wie in diesem Falle, dem Hörer eine fast unbegrenzte Möglichkeit der Identifikation mit der Protagonisten. Fast körperlich spürbar werden für den Hörer die im Laufe des ruhigen Erzählflusses auftretenden physischen und psychischen Belastungen. Einen Spannungsbogen im herkömmlichen Sinne sollte man allerdings nicht erwarten. Viel mehr ist es gerade die ruhige, ja fast lakonische Erzählweise, die in uns den Horror erzeugt. Eines der zentralen Themen des Romans ist die Angst des Erwachsenen, und noch viel stärker ausgeprägt, des Kindes vor der Einsamkeit, Dunkelheit, dem „Im-Stich-gelassen-werden". Die völlig fehlende Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Lebewesen ist vergleichbar mit einer über Jahre hinweg andauernden Einzelhaft wobei hier noch hinzukommt, dass die Titelheldin keinerlei Informationen darüber hat, woher die Wand kommt noch was mit den Menschen außerhalb dieser Grenze geschehen ist. Ist Ihr eine Buße auferlegt worden? Oder die Möglichkeit zur Meditation und Läuterung? Oder ist sie die unfreiwillige Teilnehmerin an einem medizinischen Experiment? Wie erhält man sich in Jahren der völligen Unwissenheit und Verzweiflung die geistige und körperliche Gesundheit?
Unaufhaltsam zieht uns die Geschichte in ihren Bann bis zur überraschenden Auflösung, die ich hier natürlich nicht verraten werde.

Das Hörbuch wird passend zu dem stillen und ruhigen Erzählstil unprätentiös von Elisabeth Schwarz vorgetragen.

Fazit: Ein Hörbuch, dass mich noch lange nach den letzten Worten beschäftigt hat und von dem Elke Heidenreich sagte: Wenn ich nur 10 Bücher mit auf eine einsame Insel nehmen dürfte, wäre dieses mit Sicherheit eines davon".

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
leise, leise 11. Dezember 2008
Von Andrea
Format:Audio CD
Gestern Abend habe ich das Hörbuch gehört, nein, das ist schon das falsche Wort, ich habe es inhaliert, das trifft es eher. Ich kannte vorher weder die Autorin, noch die Erzählung, noch die lobenden Worte von Frau Heidenreich. Aber das braucht es auch nicht. Das Hörbuch haut einen um, vielleicht vor allem wegen der leise beschwörenden Stimme von Frau Schwarz, die die namenlose Ich-Erzählerin durch alle Etappen ihrer anscheinend ausweglosen Lage begleitet. Sie ist ein Individuum, das ganz auf sich allein gestellt ist, getrennt von der restlichen Welt durch eine gläserne Wand, deren Ursprung nicht erklärt wird. Ihre einzigen Genossen sind Tiere, die natürlich Namen haben, weil sie für die Heldin überlebenswichtig sind, physisch und psychisch. Es ist unbeschreiblich, wie faszinierend die Nähe dieser Tiere geschildert wird, ohne sie zu lächerlichen Puppen der Handlung zu machen.
Ein leises und dennoch (oder darum?) großartiges Hörbuch!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Ich hatte zuvor das Buch gelesen und war eigentlich unwillig an das geschenkte Hörbuch heran gegangen.

Als ich mit dem Hörbuch begann nahm mich schon nach wenigen Sätzen die warme und melodische Stimme von Elisabeth Schwarz gefangen und die Bilder die ich mir damals während des Lesens gemacht hatte erschienen vor meinem geistigen Auge und begannen zu leben. Ein wundervolles Gefühl der Melancholie nahm von mir Besitz.

Als Fan von Hörbüchern kann ich dieses Hörbuch ganz besonders empfehlen, denn neben der Geschichte sind natürlich besonders der oder die Sprecher ausschlaggebend für den Genuss!

Als ein Beispiel hierfür möchte ich Ken Follets "Die Nadel" erwähnen. In der Ausgabe mit Horst Frank als Redner schläft einem das Gesicht ein und es kommt einfach keine Spannung auf. Dagegen ist die Ausgabe mit Ulrich Pleitgen ein Genuss!

Ich mochte Horst Frank als Schauspieler, aber als Redner war er ein Fiasko! Möge er in Frieden ruhen!
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