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Die Wand [Taschenbuch]

Marlen Haushofer
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (344 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. November 2004
Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmittten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein. Entdecken Sie auch das Hörbuch zu diesem Titel!

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: List (1. November 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548605710
  • ISBN-13: 978-3548605715
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (344 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 262 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wenn mich jemand nach den zehn wichtigsten Büchern in meinem Leben fragen würde, dann gehörte dieses auf jeden Fall dazu." (Elke Heidenreich) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Die namenlose Ich-Erzählerin berichtet von ihrer ‚schlimmen Lage’. Sie schreibt diesen Bericht, um mit der quälenden Frage fertig zu werden, warum ein Mann zwei ihrer Tiere getötet hat. Sie tut dies, obwohl sie weiß, dass sie nie eine Antwort bekommen wird, hat sie doch den einzigen, noch lebenden Menschen erschossen. Hinter einer gläsernen Wand, die sie vor einer Umweltkatastrophe geschützt hat, lebt die Frau völlig alleine -- nur mit ihren Tieren. Dieser handlungsarme, etwas Unglaubliches beschreibende Roman von Marlen Haushofer, erstmals 1963 veröffentlicht, dann 1983 neu aufgelegt, fand sich erstaunlicherweise unter den ersten fünfzig Lieblingsbüchern der Deutschen. Marlen Haushofers (1920-1970) bedeutendstes Werk ist Die Wand, das vor allem auch von der Emanzipationsliteratur hoch gelobt wurde. Die Schriftstellerin erhielt 1968 den österreichischen Staatspreis für Literatur.

In glasklarer, kein bisschen manierierter Weise beschreibt die Protagonistin ihr Leben hinter der Wand: Nahrungsbeschaffung und Sorge um ‚ihre Tiere’ bestimmen ihre Existenz. Letztendlich sichert die Verantwortung für die Tiere -- für Lux, den Hund, Bella, die Kuh, für die Katze(n), für eine weiße Krähe -- ihren Überlebenswillen. In der Gemeinschaft mit den Tieren, sie nennt sie Brüder und Schwestern, im Naturgesetz von Sterben und Geburt und im Rhythmus der Jahreszeiten meistert die Frau ihr Alleinsein. Beeindruckend sind die Tierbeschreibungen: Keine Vermenschlichung, sondern Respekt für ebenbürtige Lebewesen mit eigenen Verhaltensregeln, auch zeitweiliges Unverständnis, zeichnen die Sicht der Frau aus. Der Mensch ist für sie zum Verursacher der Katastrophe geworden, die hinter der Wand alles Lebende versteinern hat lassen. Und die Ermordung des Mannes, der Lux und Stier einfach geschlachtet hat, bereitet ihr keine Probleme, ist nur insofern Thema, als sie sein Tun nicht begreifen kann.

Elisabeth Schwarz, Schauspielerin mit Bühnenerfahrung in Stuttgart, Frankfurt, München und am Hamburger Thalia Theater, liest das Schicksal der Frau mit verhaltenem Ton. Mit ihrer zurückhaltenden Stimme trägt sie den unprätentiösen Text und seine leicht verständlichen Sätze stimmig vor. Man könnte sagen, ihre Tonlage hat etwas ‚Demütiges’ in sich, die einzige Stimmung, die in dieser Extremsituation angebracht ist. Denn das Thema der Freiheit, auch für den Freitod, hat die Protagonistin ja bereits ad acta gelegt. Demut, Schicksalsergebenheit oder besser Akzeptieren der Lage schwingen in der Lesung von Anfang an mit. Der Vortrag regt vor allem zum Weiterdenken an!

Fazit: Elisabeth Schwarz liest diese „weibliche Robinsonade“ mit seiner brillanten Sprache als Gleichnis des Alleinseins. Kein Frage: Ihre Interpretation erweckt das Interesse an der ungekürzten Romanfassung, die man als Ergänzung unbedingt zur Hand nehmen sollte.

Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 140 Minuten, 2 CDs. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
223 von 236 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einsames, leises Buch.... 20. Mai 2007
Von Andrea Koßmann TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich kann eigentlich gar nicht so recht beschreiben, was ich momentan empfinde, nachdem ich das Buch vor ein paar Minuten beendet habe. Ich fühle mich ein Stückchen einsam, aber dennoch erfreue ich mich daran, dieses Leben ohne großartige Grenzen erleben zu dürfen.

In ihrem Buch beschreibt Marlen Haushofer die Geschichte einer Frau im mittleren Alter, die eines Tages eine Wand entdeckt, die ihr Leben komplett verändert und vor allem eines tut: Sie macht sie einsam.

Doch sie klagt nicht, sondern findet ihren eigenen Weg in dieser Einsamkeit. Vielleicht sollte man Tiere mögen, insbesondere Katzen und Hunde, wenn man dieses Buch liest. Ich selber habe eine Katze und konnte mir dieshalb viele Sequenzen dieses Buches lebhaft vorstellen und nachvollziehen.

Ein Buch, welches traurig macht. Nachdenklich. Besinnlich. Still und leise.

Die Tatsache, dass die Autorin bereits 1970 im Alter von 50 Jahren starb, macht dieses Buch für mich umso melancholischer. Es macht mich nachdenklich und läßt mih an Zeiten denken, in denen auch ich mich einsam fühlte. Wer kennt solche Zeiten nicht? Und was würden wir tun, wenn wir morgen aufwachen und um uns herum eine riesige Wand existieren würde? Würden wir weiterleben, ÜBERleben oder aber resignieren?

Ich glaube, um dieses Buch zu lesen, muss man ein wenig Einsamkeit zulassen. Wenn man das geschafft hat, kann man die Weite dieses Lebens besser schätzen. Und man muss Sehnsucht spüren können. Sehnsucht nach dem, was uns Menschen glücklich macht.

Ich habe gesehen, dass viele Rezensenten hier beschreiben, dass sie das Buch als langweilig angesehen haben. Ich denke, nur wenn man selber eine gewisse Art der Einsamkeit beim Lesen dieses Buches zuläßt, wird man es mit anderen Augen betrachten können.

Das Buch ist nicht spannend, nervenaufreibend oder gar lustig. Es führt uns lediglich dorthin, wo eigentlich niemand gerne ist..... an Grenzen....geschaffen von anderen Menschen oder aber auch von uns selber....
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72 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend und verstörend 14. Oktober 2008
Von PepeRoni
Format:Taschenbuch
Mit "Die Wand" ist mir etwas passiert, das mir nur mit wenigen Büchern passiert: ich war so ergriffen, dass ich es kaum weglegen konnte, war teilweise so abgeglitten in diese verstörende eintönige Naturwelt, dass es mir beinahe die Luft zum atmen nahm. Und zudem war ich bisweilen richtig fertig und habe mich dermaßen in die Welt der Protagonistin hineingesteigert, dass ich hin- und hergerissen war zwischen es-jetzt-ganz-schnell-zu-ende-lesen und schnell-weglegen-und-ablenken.

Wie gesagt, so etwas passiert mir nur mit wenigen Büchern. Und es ist ein Zeichen ihrer Qualität, ein Zeichen für die Gabe der Autorin, dass ich mich so habe einsaugen lassen von den Worten, den unfassbaren Vorstellungen und dem Gedanken daran, wie es wohl wäre, als vermutlich letzter Mensch auf der Erde zurückzubleiben.
Viel stärker noch als bei dem Roman über Robinson Crusoe, viel stärker auch als bei dem grandiosen Film "Verschollen" mit Tom Hanks hat mich hier das Schicksal dieser Frau berührt, die sich irgendwann nicht mehr als Mensch gefühlt hat, weil sie einfach nicht mehr wusste, wie das ist. Die mit einigen so liebevoll geschilderten Tieren zusammenlebte, um überhaupt noch irgendeinen Sinn in diesem Leben zu sehen. Mit jedem toten Tier leidet man als Leser mit. Denn so verliert ihr Leben immer mehr an Bedeutung.

Beim Lesen der letzten Seiten hatte ich einen trockenen Hals und das unbändige Verlangen, unter Menschen zu gehen! Und - es mag einigen übertrieben erscheinen - es wurde mir wieder klar, wie sehr Bücher einen verändern können. Zum (um)denken bewegen können. Was für einen starken Einfluss sie haben können.

Faszinierend und verstörend. Aber einfach grandios!
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gläsern 19. Februar 2011
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Bereits nach wenigen Seiten verhielt ich mich beim Lesen mucksmäuschenstill, nahezu andächtig. Es kommt selten vor, dass ein Schreibender, überhaupt ein Anderer, Fremden so tief Zutritt zu seiner Persönlichkeit gewährt, wie sie in diesem Buch spürbar ist. Normalerweise müssen wir hübsch auf der anderen Seite der gläsernen Wand bleiben. Wir können sehen, was der Andere macht, wir können hören, was er sagt, wir können spekulieren und interpretieren. Wissen indes können wir es nicht. Dieses Buch handelt von jener existenziellen Einsamkeit, des gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen Seins, das sich in seiner ganzen Wucht nur dem Reflektierenden erschließt, der dieses Wissen, das wohl in uns allen angelegt ist - und bewusst oder unbewusst nicht selten unser Handeln beeinflusst - auch zulässt. Ein Wissen, das Angst macht. Neben all' seinen Kontakten nach außen ist der Mensch doch stets in Zwiesprache mit sich selbst und wird sich hüten, diese Gespräche so ungefiltert nach außen zu tragen, wie es die namenlose Protagonisten hinter der Wand tut. Sie kann es sich leisten, sie ist der einzige Mensch in ihrer Welt, die sich ihre Phantasie erschaffen hat und die sie, von seltenen Sehnsüchten und Anwandlungen abgesehen, nicht mehr zu verlassen wünscht. Und es sind die ländlichen Orte der Kindheit und Jugend der Autorin in der die namenlose Frau lebt. Beschäftigt man sich mit Marlen Haushofers Leben, so bekommt man eine Ahnung davon, dass sie sich wohl schon immer nicht dazugehörig gefühlt hat, nie mitten drin, und dass sich dieses Gefühl mit den Jahren vertieft hat. Menschen dieser Art sind oft sehr gute Beobachter, und das einfache, aber auch schwere und selbstgenügsame Leben ihrer Protagonistin ist sicher dieser Gabe geschuldet. Das Leben, das Marlen Haushofer hier schildert, dürften in ihrer Jugend noch viele Menschen gelebt haben, wenn auch der Kaufladen mit Zucker, Mehl und vielleicht sogar Orangen nicht aus der Welt war.

Natürlich wäre die "Die Wand" auch aus der Feder von, sagen wir einmal, Stephen King reizvoll, aber das wäre ein ganz anderes Genre, ein völlig anderes Buch. Und ihm würde ich es sehr übel nehmen, wenn er mich nicht in die Welt hinter der Wand mitnehmen würde. Diese Geschichte braucht das nicht, denn wir wissen ja alle, was sich dahinter verbirgt: Das Leben mit den Anderen, auch wenn Marlen Haushofers Szenario dazu uns zum Frösteln bringt. Unterm Strich jedoch tröstet sie - wie alle herausragenden Schriftsteller.

Helga Kurz

19. Februar 2011
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Die neuesten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen die wand
Am Anfang kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen,sehr Spannend geschrieben,
Im Mittelteil wird es dann etwas langweilig weil sich nichts neues mehr ereignet und die... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Tagen von Bartl veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Unglaublich
Ich bin Vielleserin und dieses Buch befindet sich jetzt in meinen Top Ten. Marlen Haushofer hat hier etwas ganz außergewöhnliches geschaffen - ich bin total platt und... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Tagen von rosamagdalena veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Dia Wand
Buch hat leider so einige Druckfehler, Inhalt ist sehr interessant und gut mit einfachen Worten geschrieben, fordert zum Nachdenken auf.
Vor 4 Tagen von Karin Ostmeier veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Sehr beklemmende Charakterstudie, fast schon ein Kammerspiel als Buch
Hatte den Kinotrailer gesehen, war neugierig zu erfahren, warum sie plötzlich so leben muß, woher die Wand kam und wie ein Mensch damit zurecht-kommen kann. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Tagen von Monika Froschmaier veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Gutes Buch
Es hat mir sehr gut gefallen. Alles lief wunderbar und das Buch kam gut an.
Ich werde Sie gerne empfehlen und selbst auch wieder bei Ihnen kaufen!
Vor 12 Tagen von Heike A. Petty veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Bedrückende Atmosphäre
Elisabeth Schwarz verleiht der handelnden Person mit ihrer Stimme eine ruhige Glaubhaftigkeit. Bis zum offenen Ende der Tagebuchaufzeichnungen gibt es keine Auflösung dessen,... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Tagen von Silvia Röthig veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen plastich vorstellbare Geschichte
Die Geschichte zeigt das man auch von der Natur leben kann wenn manganz allein ist und nirgendwo anders hin kann.
Vor 15 Tagen von Monika Daenhardt veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Tiefgründiger, bewegender Roman
Wer will, kann hierin eine Reflexion der weiblichen Rolle in der Gesellschaft lesen. Ein Klassiker der weiblichen österreischischen Literatur. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Tagen von pixelstreit veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Meisterhaft
Atemlos ....
Das spannendste und aufregendste Buch, das ich im letzten Jahr gelesen habe. Empfehlen sollte man es aber nur Viellesern. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Tagen von Theresia Entner de Cruz veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen düsteres Buch
Ich kannte den Film und las danach das Buch .Mir hat es gut gefallen ,aber man muss es mögen und darf nicht depressiv sein .
Vor 20 Tagen von Margita Pekrul veröffentlicht
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