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Das Buch trieft vor SchwarzWeißMalerei: die Mutter ist zunächst überzeugt davon, eine perfekte Ehe zu führen... später erfährt der Leser von einem vorhergehenden Seitensprung ihres Mannes und daß sie in psychiatrischer Behandlung war. Der Mann kümmert sich überhaupt nicht um das Kind und überläßt ihr das Sorgerecht, bis er von den seherischen Fähigkeiten seiner Tochter erfährt. Dann kämpft er vor Gericht um die Kleine. Das ganze Streben der Mutter ist es, eine perfekte Mutter für Faith zu sein. Facetten hat sie leider keine, auch keine eigenen Wünsche oder Ziele. Sie ist einfach nur unschuldig und gut und kämpft wie eine Löwin um das Wohl ihres Kindes.
Dazu kommt, dass es absolut keine sinnvolle Logik gibt, warum die Kleine Gott sehen soll. Über diesen ominösen Gott selbst erfährt man übrigens auch überhaupt nichts, keine Weisheiten, keine Geheimnisse... alles, was man erfährt ist, dass diese Person sagt, die Beschützerin der Kleinen zu sein. Als Zeichen dafür bekommt die Kleine dann auch ein paar hundert Seiten weiter die schmerzenden Wundmale. Offensichtlich ist in diesem Buch unser Gott ein kleiner Wichtigtuer, der auf sich aufmerksam machen will. Ansonsten sehe ich nämlich keinen Grund für seine Erscheinung.
Eine andere Unlogik ist, dass Faith offensichtlich Gott (also Jesus) sieht, ihn aber als Frau mißinterpretiert (durch die langen Haare), aber es wird an einer Stelle belegt, dass es Jesus ist... und der sagt zu Faith "ich bin deine BeschützerIN" und während des Kampfes erscheint er zufällig (wir sind ja großzügig) auch der Mutter im Traum und meint, dass er schon wüßte, was es heißt, ein Kind zu verlieren (häh? Also ist jetzt doch wieder Gott Vater gemeint? Oder doch Maria? Oder wie oder was?)
Eine weitere Ungereimtheit sind diese wundersamen unwillkürlichen Heilungen: Ein aidskrankes Kind wird durch Berührung geheilt, es pilgern hunderte von Kranken vor das Haus der Familie und betet usw (man kennt das ja aus Lourdes), leider wird hier niemand geheilt, dafür aber die gesamte Kinderstation, weil sie wegen der Stigmata untersucht wird.
Und dann wird wiederum auf ganz enorme Weise Schwarz-Weiß-Denken gefördert: der Vater hat nur eigennützige Ziele, verschleiert sie aber gut genug vor der Umgebung, so dass es scheinbar unsicher ist, wer das Sorgerecht zugesprochen bekommt. In Wahrheit ist aber für den Leser klar: die Mutter ist der bessere Elternteil, uneigennützig, naiv und von allen ausgenutzt.
Der Schluß schließlich ist unglaublich einfallslos - die Geschichte ist einfach aus und plötzlich ist alles gut.
Fazit: ich habe mich beim Lesen einfach nur geärgert und nur bis zum Ende gelesen, um eine Rezension schreiben zu können. Den zweiten Stern gibt es, weil das Thema an sich interessant ist und man daraus viel hätte machen können.
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