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Die Wahrheit über die Iren
 
 
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Die Wahrheit über die Iren [Taschenbuch]

Terry Eagleton
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406466370
  • ISBN-13: 978-3406466373
  • Größe und/oder Gewicht: 20,1 x 12,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 737.041 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In alphabetischer Reihenfolge und in kleinen Essays breitet der Oxforder Professor für Literatur und Irlandfan Terry Eagleton die grüne Insel vor seinen Lesern aus -- witzig, augenzwinkernd und voller Sprachgefühl. Die rund 100 Stichwörter reichen von touristischen Sehenswürdigkeiten über historische Persönlichkeiten bis hin zu Ausflügen in den irischen "Nationalcharakter", in Geschichte und Politik der Iren.

Auch wenn Eagleton brisante politische Themen behandelt, die zu Irland gehören wie das Kleeblatt, so bleibt der Tenor des knapp 200 Seiten starken Buches stets humorvoll und unterhaltsam. Für manchen Leser verwirrend mag allerdings der an machen Stellen gewöhnungsbedürftige Wechsel zwischen Information und Ironie sein: So fordert Eagleton seine Leser auf, ihren Lösungsvorschlag für den Nordirlandkonflikt mit einer Postkarte an ihn zu schicken.

Irlandreisende sollten vor ihrem Trip aber auf jeden Fall einen Blick in das Buch über die irische Seele werfen, sicherlich fällt es einem dann leichter, mit dem ganz speziellen Menschenschlag zurechtzukommen. Nehmen Sie aber zusätzlich noch einen "richtigen" Reiseführer mit! --Katja Klenk

Neue Zürcher Zeitung

Klischees über die Iren

Terry Eagletons Vademecum zwischen Information und Ironie

Schreibende Professoren sind in Grossbritannien keine Seltenheit. Wie A. S. Byatt, Marina Warner und David Lodge hat sich der Oxforder Lehrstuhlinhaber Terry Eagleton nicht nur als – marxistischer – Theoretiker und Kritiker, sondern auch als Dramatiker und Romancier mit besonderer Vorliebe für das Irische einen Namen gemacht. Mit seiner letzten Veröffentlichung legt er allerdings keine wissenschaftliche Studie und auch kein Werk der Dichtkunst vor, sondern ein als Lexikon arrangiertes launiges Porträt Irlands und der Iren, das den Anspruch erhebt, «mit ein paar Feenmärchen aufzuräumen und sie durch ein Stück Realität zu ersetzen».

Die rund hundert Stichwörter, von der Übersetzerin geschickt in eine dem Deutschen entsprechende Abfolge gebracht, reichen von touristischen Sehenswürdigkeiten wie Rundtürmen und dem Giant's Causeway über historische Persönlichkeiten wie Maud Gonne und Gott («eine in Irland erstaunlich populäre Gestalt, nur übertroffen von Bono, dem Leadsänger der Rockgruppe U2») bis hin zu beschwingten Ausflügen in Geschichte und Politik der Iren als «einer zwischen dem Bischof von Rom und dem Vertrag von Rom befangenen Nation». Zwischen Alltagsbeobachtungen und subtilen Befindlichkeitsdiagnosen stossen wir aber auch auf hübsche Vignetten wie die zu Seamus Heaney: «Einer der bekanntesten lebenden Iren und ein echter irischer Exportschlager. Heaney hat eine Werkstatt in Dublin, in der er kleine Leckerbissen, besser bekannt als Gedichte, fabriziert, die per Schiff in die ganze Welt expediert werden und noch ganz frisch sein müssen, wenn sie bei Ihnen eintreffen.»

Als jemand, der sich mit Poststrukturalismus und Postmoderne auseinandergesetzt hat, müsste Eagleton eigentlich wissen, dass man bei dem löblichen Unterfangen, Mythen, Legenden, Märchen und Klischees zu dekonstruieren, stets Gefahr läuft, dieselben hinterrücks wieder in die Welt zu setzen, zumal wenn der Gang der Geschichte den Gegenstand der Betrachtung unmerklich verschiebt. Obwohl erst 1999 erschienen, nimmt das Buch die rasante, alle liebgewordenen Vorstellungen über den Haufen werfende Entwicklung Irlands in den vorausgegangenen fünf Jahren kaum zur Kenntnis. Seit 1994 ist Irland mit einem durchschnittlichen Wachstum von fast zehn Prozent die dynamischste Volkswirtschaft Europas, und statt dass «das Heer derer, die keinen Job haben», weiter anschwillt, beträgt die Arbeitslosenrate derzeit weniger als fünf Prozent, zugleich herrscht akuter Arbeitskräftemangel.

So verwandeln sich auch Wahrheiten, die früher einmal Gültigkeit hatten, unter der Hand in Klischees. Auf den Strassen wimmelt es von Priestern und Nonnen? Im vergangenen Jahr gab es nur vier Priesterweihen. Nirgendwo sind Menschen mit schwarzer Hautfarbe zu sehen? Weshalb dann die zutiefst berechtigten Warnungen vor dem irischen Rassismus? Im Norden schlagen sich die Leute nach wie vor die Schädel ein? An der Provinzregierung Ihrer Britannischen Majestät sind die bombenwerfenden Republikaner längst beteiligt. Irland besitzt kaum eigene Verlage? Wer hat dann das Original veröffentlicht?

Während einige der Kurzessays einen hohen Sachgehalt aufweisen, schlägt Eagleton in anderen einen kaustischen Ton an, etwa wenn er «B & B» verschmitzt als «Bar und Bordell» deutet. So schwankt er von Artikel zu Artikel zwischen Information und Ironie, und sein Büchlein ist ein Zwitter zwischen Vademecum und Satire für Irland-Liebhaber und alle, die es werden wollen, vielleicht aus diesem Grund eine umso vergnüglichere Lektüre. Nach allen Entmythologisierungsversuchen beendet der Autor sein kleines Abc freilich mit dem entwaffnenden Résumé, «dass die Iren humorvolle, lebenslustige und gastfreundliche Menschen mit einer grossartigen Kultur und einem der schönsten Länder auf der Welt sind». Lautete so nicht das gängigste aller Klischees?

Hans-Christian Oeser


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Meine literarischen Irland-Kenntnisse beschränkten sich bis dato auf Flann O'Brien, McCourts "Angela's Ashes" und Bölls "Irisches Tagebuch" -- alles lesenswert, aber zugegeben nicht Landeskunde auf neustem Stand. Entsprechend ähnelt mein Irland-Bild ein wenig Eagletons Phantasmagorie in seiner gediegen boshaften Einleitung "Die Iren von A bis Z": Auf der Insel empfangen einen rothaarige bärtige grüngewandete Leprechauns, die um ein Guinness-Fass herum Reel tanzen und sich in einem Idiom verständigen, das möglicherweise auch auf eine ernste Mandelentzündung hinweist. À propos "Irish English": Auch wenn Eagletons Stil im O-Ton ein Vergnügen für sich ist -- Silvia Morawetz' Übersetzung kann sich sehen und vor allem: lesen lassen.
Aber wie kommt jemand, dem in nächster Zukunft kein Irland-Besuch bevorsteht, zu einem Buch über die Iren? -- Ganz einfach: Wer schon mal Eagletons geschliffener Rhetorik begegnet ist, egal ob der Autor Literaturtheorien tranchiert oder den Begriff "Kultur" unter die Lupe genommen hat, der weiß: Wo "Eagleton" draufsteht, ist Geist drin, und der zeigt sich schon vor allem Inhalt im geschliffenen Stil. Und diese Erwartung wird nicht enttäuscht; vor diesem Autor ist nichts sicher, was man über die Iren zu wissen glaubt, egal ob über die Altvorderen überliefert oder auf Nachrichten über die Keltische Tiger und auf den "Commitents" basierend.

Natürlich zwinkert "Die Wahrheit über die Iren" mit beiden Augen, und Eagleton wäre nicht Eagleton, schriebe er nicht mit spitzer Feder und lästerte und polemisierte er nicht. Das kennt man schon von seinen ernstgemeinten Werken, also ist erst recht in einem Buch mit lustvoll präsentierten Klischees zu rechnen, in dem der Autor mal nicht streng Wissenschaft betreibt. Manche Witze sind zwar ein wenig abgestanden, etwa die Definition von "Bodhran", bei dem es sich nicht um den Gatten handle, obwohl es auch mit einem Stock bearbeitet werde, haha. Aber Ausrutscher dieser Art bleiben zum Glück die Ausnahme.
Der stets gegenwärtige Witz hindert Eagleton aber nicht daran, Wissenswertes mitzuteilen, und zwar nicht nur über skurrile Bräuche und Formulierungen ("Fugghan", "Herrengedeck", "Gott", "Shamrock", "Giant's Causeway" u.v.a.m.) sowie die traumatische nationale Vergangenheit ("Auswanderung", "Gälisch", "Heckenschulen", "Hungersnot"): Endlich erklärt mir mal jemand, was genau beim Osteraufstand 1916 eigentlich los war, und was es mit dem irischen Wirtschaftswunder auf sich hat... Mit Wissen vollgepackt und amüsant zugleich stellt Eagleton andernorts ("Iren, die") klar, dass es kein Irish English gibt, sondern gleich mehrere Irish Englishes, mit aussagekräftigen Beispielen. Und wenn ein Irlandophile sein Kind fürs Leben strafen will, erfährt er beim Stichwort "Seamus und Sinead", welch zungenbrechende Vornamen dieses Volk im Arsenal bereithält ("Toirdealbhach" oder lieber "Lasairfhiona"?). Dass die Iren einzigartig sind, belegt er im Stichwort "Unikum" durch 20 statistische Fakten. Freilich muss Statistik immer vorsichtig genossen werden, denn sie veraltet ruckzuck; heutzutage hat Irland z.B. nicht mehr das Problem der Massenarbeitslosigkeit (seit 1994 ist halt einiges passiert...): Hund-Hundehalter-Quotienten und weltweit höchster Teeverbrauch sind ebenso erwähnt wie die Tatsache, dass vielleicht die Iren das einzige Volk sind, das nicht gewaltsam christianisiert wurde. Vielleicht. Jedenfalls haben sie als erste eine Feministin als Präsidentin gewählt. Katholisch sind sie trotzdem.

Soweit, so bekannt aus anderen amüsanten Landeskunden dieser Art. Was bei Eagleton hinzukommt, das sind die fundierten Hintergrund-Informationen; bei aller Ironie informiert er auch über die gar nicht komischen historischen, sozialen und religiösen Hintergründe für Mythen, Klischees und mythenferne Gegenwart.

Auch wenn man gelegentlich merkt, dass Eagleton primär amerikanische Leser im Visier hat, die Urlaub mit Ahnenforschung kombinieren wollen: "Die Wahrheit über die Iren" eignet sich für jeden Leser, den nach Information UND Geist dürstet.
Und das Beste: Das alles trifft auch auf solche Leser zu, die man allein schon mit dem Wort "Guinness" jagen kann.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist mein erstes Buch über Irland gewesen und hat mir prima gefallen. Schön ist der Anfang, wo einem von den grünen Auen, den wunderbaren sauberen Landstricheren sowie den verführerischen Harfespielerinnen erzählt wird. Doch wie durch eine falsch herum abgespielte Schallplatte wird man in die Wahrheit eingezogen. Wussten sie, das die Guiness Brauerei nur noch zu 2% der Familie Guiness gehört? Oder das die Warscheinlichkeit, von einem Schaf angefallen zu werden weit höher ist als in Nordirland erschossen zu werden? Dieses Buch sagt es ihnen!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Anhand von alphabetisch geordneten Stichworten wie Alkohol, Computer, Dracula, Feen, Patrick, Politik, u.s.w. stellt uns der Autor Irland auf sowohl interessante als auch häufig amüsante Art und Weise vor. Das er sich dabei um einen objektiven und ehrlichen Blickwinkel bemüht, merkt man u.a. daran, dass er viele Probleme dieses Landes offen anspricht sei es den Nordirlandkonflikt, Alkohol, Religion u.ä. Man darf sich dieses Buch nicht um einen nach Themen durchstrukturierten Bericht vorstellen. Vielmehr springt der Autor entsprechend der alphabetischen Struktur von einem zu völlig anderen Bereichen. Auch hält er sich nicht notwendigerweise an den zu erläuternden Begriff sondern landet am Ende in einem völlig anderen Bereich. Dieses „Themenhopping" macht zusammen mit der Ehrlichkeit und seinem Humor (nicht selten Ironie oder Sarkasmus) den großen Reiz dieses Buches aus. Vorgestellt werden aber nicht nur die Probleme dieses Landes, sondern auch seine Vorzüge, berühmte Persönlichkeiten und Orte . Weiterhin wird dann auch noch mit so manchem Gerücht aufgeräumt. Kompliment auch an den Übersetzer, der so einige Schwierigkeiten gehabt haben dürfte, dieses Buch adäquat zu übersetzen, diese Schwierigkeiten meist gekennzeichnet und ebenfalls mit Humor genommen hat.
Insgesamt kein großen überragendes Werk aber ein nettes Buch, um einen doch recht umfassenden Überblick über das Land und seinen Bewohner zu bekommen.
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