Glauben Sie, in einem Buch mit dem Titel "Die Wahrheit über Die Linke" wirklich DIE Wahrheit zu erfahren? Dann sind Sie vermutlich genauso verblendet wie diejenigen, die glauben, dass Parteiprogrammen noch immer die 100-prozentige Umsetzung folt.
Ich frage mich allerdings, ob einer meiner Vor-Rezensenten, die das Buch als "schlecht" bezeichnen, dieses auch wirklich gelesen haben?! Wenn nur die Hälfte davon stimmt, was Hubertus Knabe schreibt (und belegt!!!), sollte man stutzig werden, wer uns hier in Teilen Deutschlands "regiert" und Gesetze beschließt. Hubertus Knabe als Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehem. zentralen Untersuchungsgefängnis der Stasi zu unterstellen, er habe sich "anscheinend zu keinem Zeitpunkt ernsthaft mit der Partei auseinandergesetzt über die er schreibt" ist anmaßend und in keiner Weise zutreffend.
In dem Buch wird die Vergangenheit der Partei "Die Linke" und natürlich auch Gysis sowie Lafontaines ausführlich dargestellt - und das ist zugegebenermaßen nicht immer als Gute-Nacht-Lektüre geeignet.
Natürlich ist das Buch in Teilen radikal und unbequem. Anders kann es auch nicht sein! Ob es wirklich die ganze "Wahrheit" wiedergibt, ist wohl im Auge eines jeden Betrachters verschieden zu sehen - wie vermutlich bei jedem politischen Buch. Eine Partei, die in ihrem (nicht vorhandenen?! oder doch?!) Programm unverhohlen den "Systemwechsel" fordert, sollte jedoch einmal genauer unter die Lupe genommen werden. Und dies tut Hubertus Knabe akribisch. Endlich wird deutlich, wie aus der SED (durch und nach zahlreichen Umbenennungen) die "Rattenfänger" wurden und warum sie nach wie vor und WIEDER attraktiv für (ehem. ost- und westdeutsche) Wähler in Deutschland werden konnte. Auch wenn man sich weitere Bücher mit der "Wahrheit" über CDU, SPD, Grüne und FDP wünschen würde - das der Linken bliebe mit 400 Seiten wohl am umfangreichsten, und Augen-öffnendsten.
Dass die DDR jedenfalls "das friedfertigste und menschenfreundlichste Gemeinwesen, das sich die Deutschen im Gesamt ihrer Geschichte bisher geschaffen haben" war, sollte zumindest hinterfragt werden dürfen... Was zumindest einen "Systemwechsel" angeht: Den fordert sonst nur die NPD.
@ Leseratte: Sie schreiben "Schon alleine die Tatsache, dass Oskar Lafontaine diese Partei mitgegründet hat spricht Bände. Oskar Lafontaine ist weder ein alter SEDler, noch extremistisch oder verfassungsfeindlich." Hat man Sie schon nach dem Vorwort aus der Buchhandlung geworfen oder warum haben Sie nicht weitergelesen? Hubertus Knabe belegt eindrucksvoll die Verbindungen Lafontaines auch zur ehem. SED(!) und versucht, seine sog. "Gründe" zum Zusammenschluss der WASG mit den LINKEN darzustellen. Dass "Der enorme Mitgliederzuwachs innerhalb der Linken [Ihres] Wissens darauf [beruht], dass immer mehr Menschen durch die führenden Parteien sozial ausgebeutet werden.", dürfte weniger gegen das Buch sprechen als es Ihre politische Unzufriedenheit widerspiegelt. Im Übrigen deckt Knabe auch hier (für viele vielleicht zu) schonungslos auf, WIE der Mitglieder"fang" der Linken zustande kam und warum er anhält.