Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Waffen nieder!
OA 1889 Form Roman Epoche Realismus
In Die Waffen nieder! beschrieb Bertha von Suttner die schrecklichen Folgen des Kriegs. Sie wandte sich gegen die Normalität der Gewalt in einer Zeit, in welcher der Krieg als legitimes Mittel zur Fortsetzung der Politik erschien.
Entstehung: Der Russisch-Türkische Krieg von 1877 / 78 ließ in Suttner das pazifistische (Stichwort R S. 1050) Gedankengut reifen. Die Berichte von den zahlreichen Opfern weckten in ihr den Wunsch, zusammen mit ihrem Mann beim Roten Kreuz Verwundete zu pflegen. Da man aber nicht bereit war, sie gemeinsam am selben Ort einzusetzen, zog sie einen entsprechenden Antrag zurück. Mit ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und insbesondere mit Die Waffen nieder! glaubte von Suttner, dem Frieden auf eine andere Art einen Dienst leisten zu können. Sie lehnte es bewusst ab, für ihr Friedensplädoyer die Form eines Sachbuchs zu wählen, weil sie glaubte, mit einem Roman ein größeres Publikum zu gewinnen.
Inhalt: Die zentrale Figur des autobiografisch angelegten Romans ist Martha Gräfin Althaus, deren Leben durch vier Kriege bestimmt wird. Im Österreichisch-Italienischen Krieg von 1859 verliert Martha ihren ersten Mann Graf Arno Dotzky. Daraufhin zieht sich die erst 19-jährige Witwe mit ihrem kleinen Sohn Rudolf aus dem Wiener Gesellschaftsleben zurück und entwickelt sich zu einer überzeugten Pazifistin. In ihrem zweiten Ehemann Baron Friedrich Tilling findet Martha einen Gleichgesinnten, der ihre Auffassung über den Unsinn des Kriegs teilt, obwohl er ein Offizier in österreichischen Diensten ist.
Im Preußisch-Dänischen Krieg von 1864, an dem Österreich auf der Seite Preußens teilnimmt, und im Krieg Österreichs gegen Preußen 1866 muss Martha um das Leben ihres Mannes bangen. Im Gefolge des Kriegs bricht die Cholera aus, an der Marthas Geschwister sterben. Dieser Verlust bricht ihrem Vater, bis dahin ein entschiedener Militarist, das Herz. Er stirbt mit einer Verfluchung des Kriegs auf den Lippen. Friedrich Tilling nimmt seinen Abschied, um sich zusammen mit Martha der Friedensbewegung widmen zu können.
Bei einem Aufenthalt in Paris werden Martha und Tilling vom Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs (1870 / 71) überrascht: Tilling wird als vermeintlicher preußischer Spion standrechtlich erschossen. Marthas Sohn Rudolf nimmt die Ziele seiner Mutter und seines Stiefvaters auf und beginnt, sich für den Pazifismus einzusetzen.
Wirkung: Die Waffen nieder! löste u. a. deshalb ein breites Echo aus, weil Suttner nicht nur die Friedensthematik, sondern auch Fragen der Stellung der Frau in der Gesellschaft aufgriff. Der Roman wurde überwiegend mit Begeisterung aufgenommen und fand seine prominentesten Fürsprecher in Alfred Nobel (183396) und Leo R Tolstoi. Er wurde schon bald in alle Kultursprachen übersetzt und 1916 sowie 1952 verfilmt. N. H.
Die Waffen nieder!
OA 1889 Form Roman Epoche Realismus
In Die Waffen nieder! beschrieb Bertha von Suttner die schrecklichen Folgen des Kriegs. Sie wandte sich gegen die Normalität der Gewalt in einer Zeit, in welcher der Krieg als legitimes Mittel zur Fortsetzung der Politik erschien.
Entstehung: Der Russisch-Türkische Krieg von 1877 / 78 ließ in Suttner das pazifistische (Stichwort R S. 1050) Gedankengut reifen. Die Berichte von den zahlreichen Opfern weckten in ihr den Wunsch, zusammen mit ihrem Mann beim Roten Kreuz Verwundete zu pflegen. Da man aber nicht bereit war, sie gemeinsam am selben Ort einzusetzen, zog sie einen entsprechenden Antrag zurück. Mit ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und insbesondere mit Die Waffen nieder! glaubte von Suttner, dem Frieden auf eine andere Art einen Dienst leisten zu können. Sie lehnte es bewusst ab, für ihr Friedensplädoyer die Form eines Sachbuchs zu wählen, weil sie glaubte, mit einem Roman ein größeres Publikum zu gewinnen.
Inhalt: Die zentrale Figur des autobiografisch angelegten Romans ist Martha Gräfin Althaus, deren Leben durch vier Kriege bestimmt wird. Im Österreichisch-Italienischen Krieg von 1859 verliert Martha ihren ersten Mann Graf Arno Dotzky. Daraufhin zieht sich die erst 19-jährige Witwe mit ihrem kleinen Sohn Rudolf aus dem Wiener Gesellschaftsleben zurück und entwickelt sich zu einer überzeugten Pazifistin. In ihrem zweiten Ehemann Baron Friedrich Tilling findet Martha einen Gleichgesinnten, der ihre Auffassung über den Unsinn des Kriegs teilt, obwohl er ein Offizier in österreichischen Diensten ist.
Im Preußisch-Dänischen Krieg von 1864, an dem Österreich auf der Seite Preußens teilnimmt, und im Krieg Österreichs gegen Preußen 1866 muss Martha um das Leben ihres Mannes bangen. Im Gefolge des Kriegs bricht die Cholera aus, an der Marthas Geschwister sterben. Dieser Verlust bricht ihrem Vater, bis dahin ein entschiedener Militarist, das Herz. Er stirbt mit einer Verfluchung des Kriegs auf den Lippen. Friedrich Tilling nimmt seinen Abschied, um sich zusammen mit Martha der Friedensbewegung widmen zu können.
Bei einem Aufenthalt in Paris werden Martha und Tilling vom Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs (1870 / 71) überrascht: Tilling wird als vermeintlicher preußischer Spion standrechtlich erschossen. Marthas Sohn Rudolf nimmt die Ziele seiner Mutter und seines Stiefvaters auf und beginnt, sich für den Pazifismus einzusetzen.
Wirkung: Die Waffen nieder! löste u. a. deshalb ein breites Echo aus, weil Suttner nicht nur die Friedensthematik, sondern auch Fragen der Stellung der Frau in der Gesellschaft aufgriff. Der Roman wurde überwiegend mit Begeisterung aufgenommen und fand seine prominentesten Fürsprecher in Alfred Nobel (183396) und Leo R Tolstoi. Er wurde schon bald in alle Kultursprachen übersetzt und 1916 sowie 1952 verfilmt. N. H.
Kurzbeschreibung
Die zentrale Figur des autobiografisch angelegten Romans ist Martha Gräfin Althaus, deren Leben durch vier Kriege bestimmt wird. Im Österreichisch-Italienischen Krieg von 1859 verliert Martha ihren ersten Mann Graf Arno Dotzky. Daraufhin zieht sich die erst 19-jährige Witwe mit ihrem kleinen Sohn Rudolf aus dem Wiener Gesellschaftsleben zurück und entwickelt sich zu einer überzeugten Pazifistin. In ihrem zweiten Ehemann Baron Friedrich Tilling findet Martha einen Gleichgesinnten, der ihre Auffassung über den Unsinn des Kriegs teilt, obwohl er ein Offizier in österreichischen Diensten ist. Im Preussisch-Dänischen Krieg von 1864, an dem Österreich auf der Seite Preussens teilnimmt, und im Krieg Österreichs gegen Preussen 1866 muss Martha um das Leben ihres Mannes bangen. Im Gefolge des Kriegs bricht die Cholera aus, an der Marthas Geschwister sterben. Dieser Verlust bricht ihrem Vater, bis dahin ein entschiedener Militarist, das Herz. Er stirbt mit einer Verfluchung des Kriegs auf den Lippen. Friedrich Tilling nimmt seinen Abschied, um sich zusammen mit Martha der Friedensbewegung widmen zu können. Bei einem Aufenthalt in Paris werden Martha und Tilling vom Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs (1870 / 71) überrascht: Tilling wird als vermeintlicher preussischer Spion standrechtlich erschossen. Marthas Sohn Rudolf nimmt die Ziele seiner Mutter und seines Stiefvaters auf und beginnt, sich für den Pazifismus einzusetzen.
Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Suttner, Bertha von österreich. Schriftstellerin *9.6.1843 Prag, 21.6.1914 Wien Die Waffen nieder!, 1889 Bertha von Suttner erlangte als Pazifistin (Stichwort R S. 1050) Weltruhm und verhalf mit ihrem Werk bereits im 19. Jahrhundert der modernen Friedensbewegung zur Geltung. Die Tochter eines Hocharistokraten und einer nicht "hoffähigen", geadelten Bürgerlichen erhielt in ihrer Kindheit eine gute Sprach- und Musikausbildung. Die gut situierten Verhältnisse erlaubten es ihr, 1856-72 wechselweise in Wiesbaden, Bad Homburg, Baden-Baden, bei Wien, in Paris, Rom und Venedig zu leben. 1873 arbeitete sie als Gesellschafterin und Erzieherin im Hause des Freiherrn Karl von Suttner in Berlin, wo sie ihren späteren Ehemann Artur Gundaccar Freiherr von Suttner kennen lernte. Nach der Heirat zog das Paar nach Mingrelien (Westgeorgien). Dort entstand 1883 mit Inventarium einer Seele das Erstlingswerk von Suttner. Die Autorin entfaltete eine rastlose Tätigkeit für den Frieden und trieb ab 1891 die Gründung zahlreicher Friedensgesellschaften in Europa voran. Gleichzeitig versuchte sie den Antisemitismus zu bekämpfen und prangerte die Unterdrückung von Frauen an. 1905 erhielt Suttner als erste Frau den Friedensnobelpreis, nachdem sie Alfred Nobel (1833-96) zur Stiftung dieses Preises bewogen hatte. Biografie: H. Steffahn, Bertha von Suttner (rm 50604).
Suttner, Bertha von österreich. Schriftstellerin *9.6.1843 Prag, 21.6.1914 Wien Die Waffen nieder!, 1889 Bertha von Suttner erlangte als Pazifistin (Stichwort R S. 1050) Weltruhm und verhalf mit ihrem Werk bereits im 19. Jahrhundert der modernen Friedensbewegung zur Geltung. Die Tochter eines Hocharistokraten und einer nicht "hoffähigen", geadelten Bürgerlichen erhielt in ihrer Kindheit eine gute Sprach- und Musikausbildung. Die gut situierten Verhältnisse erlaubten es ihr, 1856-72 wechselweise in Wiesbaden, Bad Homburg, Baden-Baden, bei Wien, in Paris, Rom und Venedig zu leben. 1873 arbeitete sie als Gesellschafterin und Erzieherin im Hause des Freiherrn Karl von Suttner in Berlin, wo sie ihren späteren Ehemann Artur Gundaccar Freiherr von Suttner kennen lernte. Nach der Heirat zog das Paar nach Mingrelien (Westgeorgien). Dort entstand 1883 mit Inventarium einer Seele das Erstlingswerk von Suttner. Die Autorin entfaltete eine rastlose Tätigkeit für den Frieden und trieb ab 1891 die Gründung zahlreicher Friedensgesellschaften in Europa voran. Gleichzeitig versuchte sie den Antisemitismus zu bekämpfen und prangerte die Unterdrückung von Frauen an. 1905 erhielt Suttner als erste Frau den Friedensnobelpreis, nachdem sie Alfred Nobel (1833-96) zur Stiftung dieses Preises bewogen hatte. Biografie: H. Steffahn, Bertha von Suttner (rm 50604).