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Die Wachsflügelfrau: Geschichte der Emily Kempin-Spyri Roman
 
 
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Die Wachsflügelfrau: Geschichte der Emily Kempin-Spyri Roman [Taschenbuch]

Eveline Hasler
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423120878
  • ISBN-13: 978-3423120876
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 164.121 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Sie war die erste Juristin im deutschsprachigen Raum, hochgerühmt in Berlin von namhaften Rechtsexperten, in den USA als Dozentin eine Sensation: Emily Kempin-Spyri. Heute scheint sie fast vergessen. Eveline Hasler hat sich ihres Ikarus-Schicksals in einem Roman angenommen: ein erschütterndes Lebensbild, eine aufwühlende Lektüre." Esther Knorr-Anders, Die Welt, 21.12.1991 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Emily Kempin-Spyri, eine Nichte der Johanna Spyri, war die erste Juristin im deutschsprachigen Raum. Sie gründete an der New Yorker Universität eine "Law School for Woman" und wirkte in Berlin an der Neufassung des Bürgerlichen Gesetzbuches mit. Trotzdem scheiterte sie. Am 12. April 1901 ist sie in einer Irrenanstalt in der Schweiz gestorben. Eveline Hasler erzählt im vorliegenden Roman die tragische Geschichte eines Emanzipationsversuchs.

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Aufbruch einer mutigen Frau in eine frauenfeindliche Welt, 13. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Wachsflügelfrau: Geschichte der Emily Kempin-Spyri Roman (Taschenbuch)
Der Roman erzählt die Geschichte der Emily Kempin-Spyri, einer klugen, wissbegierigen und sensiblen Frau, die am Ende des 19. Jahrhunderts das versucht, was Frauen in der Gegenwart nur selten gelingt: Wissenschaftlerin, Mutter und Frau zu sein und Anerkennung für ihre geleistete Arbeit zu finden.

Mit 31 Jahren beginnt Emily, Mutter dreier Kinder, als erste Frau Europas ein Jurastudium, das sie 1887 mit der Promotion abschließt. Da sie im konservativen Zürich keine Möglichkeit erhält, in ihrem Beruf tätig zu werden, schifft sie sich 1888 mit Mann und Kindern nach New York ein, um in der neuen Welt eine Laufbahn als Dozentin zu beginnen.
Ihr Traum scheint Wirklichkeit zu werden, 1890 hält sie ihre Antrittsvorlesung zur Eröffnung der Woman's Law Class an der University of the City of New York.
"Auswandern, ein Hochseilakt, wer zurückschaut, stürzt ab" (S. 87). Ihr Mann schafft den Anschluss an die amerikanischen Verhältnisse nicht und Emily fragt sich "...Wie lange sie diesen Mann, der brütend am Fenster steht, noch auf ihrem Rücken tragen kann, einen, der nie angekommen ist..." (S.89) Schließlich fährt er nach einem Jahr mit zwei Kindern zurück nach Zürich und "....Emily nahm mit leisem Schrecken wahr, dass sie ihren Ehemann kaum vermisste. Sie spürte erst jetzt, wie viel Platz er eingenommen hatte mit seinem schleichenden, allgegenwärtigen Unbehagen..... Es kam ihr vor, als habe sie ihm in ihrem Leben Obdach gewährt und einsehen müssen: Die Kraft reicht auf die Dauer nicht aus für zwei..." (S. 156) Von nun an verschärfte sich ihr Konflikt: "...Hin- und herweben vom Karriereufer zum Mutterufer, hin und her, um immer wieder diesen Ozean zwischen den beiden Polen zu überqueren.. (S.194)..."Eine Frau, die mit einem Bein in Europa, dem anderen Bein in Amerika steht... Eine Zerreißprobe..." (S.195)
Sie verlässt New York und kehrt zurück nach Zürich, um ihrem kranken Sohn zur Seite zu stehen. "Allen alles sein: Gattin, Juristin, Mutter. In keiner dieser Eigenschaften genügen, weder den eigenen, noch den Ansprüchen der anderen..." (S.213)

In Zürich erkämpft sie sich eine Stelle als Privatdozentin an der Universität, doch "Noch immer galt, was eine liberale Zeitung nach ihrer Wahl geschrieben hat: Eine Demütigung für männliche Studierende, sich von einer Frau belehren lassen zu müssen...." (S.213)

Emily trennt sich von ihrem Mann, da er "seine Menschheitsliebe mit der Börse vertauscht hat..." (S. 214)
Es folgen vielversprechende Vortragsreisen nach Bern, Berlin, Dresden und anderen Städten Deutschland, doch bleibt ihr der Wunsch, als Advokatin arbeiten zu dürfen, bis kurz vor ihrem Tode verwehrt. Ihr ständiger Existenzkampf, die finanzielle Unsicherheit, die Sorge um die Ausbildung ihrer Kinder führen bei Emily zum Nervenzusammenbruch. Man weist sie in eine Irrenanstalt ein, wo sie entmündigt 1901 ihrem Krebsleiden erliegt.

Auch wenn heutzutage den Frauen in den meisten westlichen Ländern vom Gesetz her alle Wege zur Bildung und zum öffentlichen Leben offen stehen, findet man sie in den höchsten Gremien der Gesellschaft nur spärlich vertreten.
Eveline Haslers Roman hat somit nichts an Aktualität eingebüßt.

Besonders hervorzuheben sei auch die abwechslungsreiche sprachliche Gestaltung des Romans. Die Einbeziehung lyrischer Texte bekannter Dichterinnen des 19. Jahrhunderts vervollkommnet die Darstellung geschichtlicher Hintergründe der Jahrhundertwende. Der ständige Wechsel von Ort und Zeit der Handlung verleiht dem Roman Natürlichkeit und Lebendigkeit und lässt den Leser die Wirren der Zeit und die inneren Kämpfe seiner Heldin spürbar nachempfinden.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Wachsflügelfrau, 1. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Wachsflügelfrau: Geschichte der Emily Kempin-Spyri Roman (Taschenbuch)
In einer Zeit, in der viele bürgeliche Frauen die Gartenlaube lesen oder Mustertücher sticken, erkämpft sich Emily-Spyri Studium und Examen. Sie wird, Mitte des 19. Jahrhunderts geboren, erste Juristin im deuschsprachigen Raum. Sie kämpft für Frauenrechte in der Schweiz und später in New York. Ihr Mann ist Pfarrer, sozial engagiert und unterstützt sie. Natürlich ist es ihre Aufgabe die Kinder zu versorgen und zu erziehen, was sie trotz drängender Geldsorgen schafft.
Ihr Leben beendet sie in einer Züricher Irrenanstalt, wo sich nach ihrem Tod nicht einmal eine Personalakte findet. Es ist der Verdienst der Autorin, Evelin Hasler, auf diese unkonventionelle, mutige und kluge Frau aufmerksam zu machen. Sie verpackt die Fakten in eine spannende Geschichte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine vergessene Frauenrechtlerin, 19. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Wachsflügelfrau: Geschichte der Emily Kempin-Spyri Roman (Taschenbuch)
Dies ist die tragische Geschichte der Emily Kempin-Spyri, der ersten Juristin im deutschsprachigen Raum, Pionierin für Frauenrechte in Zürich, Berlin und New York ... Promoviert hat sie 1887 an der Universität Zürich, wo man sich zwar sehr kosmopolitisch gibt, ihr jedoch eine Anstellung als Anwältig und später die Übernahme einer Stelle als Dozentin verweigert. Erst als es schon zu spät ist, kurz vor ihrem Tod bekommt sie die Zulassung.

Schon in jungen Jahren will die aufmüpfige, lernbegierige Pfarrerstochter nicht einsehen, dass Frauen zu nichts anderem als Heiraten und Kinderkriegen gut sein sollen, die nicht nur schnuppern will am Männerwissen und dass sich die Welt nur um die Männer dreht.

Der ständige Wechsel der Schauorte und Handlungszeitpunkte, den man ja auch aus Eveline Haslers anderen Werken kennt, und der durchaus reizvoll ist, kann gelegentlich etwas lästig sein. Man liest, wie die Heldin in New York auflebt, ihren Kopf höher trägt, während ihr Mann nur schwer zurecht kommt und darauf drängt, das Experiment aufzugeben, zurückzukehren in die Schweiz und fragt sich: "Wie kam es denn eigentlich zu dieser Ausreise/Flucht?" und muss bis auf Seite 184 auf die Antwort warten.

In Zürich steht Emily im Schatten ihres konservativen Vaters und ihres gescheiterten, zwar idealistischen aber wenig lebenstauglichen Ehemanns. Da hört sie von einer Leidensgenossin in den USA, die es nach 5 Jahren Kampf geschafft hat, am Obersten Gerichtshof zugelassen zu werden. So schifft sich Emily 1888 mit Mann und Kind und Kegel ein in das verheißene Land, mit ihren Wachsflügeln setzt sie zum Flug über den Ozean an ...

1890 hält sie ihre Antrittsvorlesung zur Eröffnung der Woman's Law Class an der University of the City of New York, ein Ereignis, das von der Presse aufgegriffen wird, mit Ausnahme der in NY erscheinenden "Schweizer Zeitung". Emilys Mann und zwei der drei Kinder sind inzwischen wieder nach Zürich zurückgekehrt, und so beginnt ein zermürbendes Hin und Her zwischen ihren Pflichten als Mutter und ihren beruflichen Ambitionen in der Neuen Welt. Schließlich schickt sie eine Absage nach New York, bewirbt sich erneut um eine Habilitation in Zürich, erhält die Venia legendi für römisches, englisches und amerikanisches Recht, nimmt eine Einladung für einen Votrag vor der Juristischen Gesellschaft in Berlin an. Doch während ihr Mann sich längst Advokat nennen kann, obwohl er sein Studium der Jurisprudenz sehr viel später als sie abgeschlossen hat, wartet sie noch immer auf ihre Zulassung als Anwältin ... und versucht, alle ihre Rollen zu erfüllen: als Ehefrau, als Mutter, als Juristin. Es gibt eine Reihe von lichten Augenblicken, Vorträge in deutschen Städten, sogar in Bern ... aber zwei frei werdende Lehrstühle, für die sie sich Chancen ausrechnet, gehen an jüngere Männer. Ihre Ehe ist am Zerbrechen.

Als sie schließlich vernimmt, dass sie in Zürich als Anwältig zugelassen wird, ist es zu spät. Sie ist verbraucht, hat ihre Kraft erschöpft, fühlt sich verraten. Sie erliegt dem jahrelangen Kampf ums Überleben und um ihre Rechte als Frau Diagnostiziert wird ein Nervenzusammenbruch. Noch bis zu ihrem Tod 1901 schreibt sie Artikel.

Einfühlsam und doch unsentimental geschrieben. Sehr empfehlenswert. Interessant als Dokument der Emanzipationsgeschichte und der Situation in der Schweiz zu Ende des 19. und Beginn des 20. Jhs.

ISBN 3-423-12087-8

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