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Mit dem Richter aus Paris hatte Tagesthemen-Moderator Wickert, bis dahin eher für streng mahnende Ratgeber bekannt, 2003 einen veritablen Romanerfolg verbucht. Ein Heimspiel für den frankophilen Medienmann, der seit seiner Zeit als ARD-Korrespondent zum Kenner des Landes und Freund gehobener Lebensart avancierte. So auch sein Protagonist. Als Ermittler beinhart, erweist sich der Privatmann Ricou als Bonvivant, der auf eine wahre Erfolgsserie exotischer Geliebter zurückblicken kann. Hätte er jedoch gewusst, dass seine jüngste Eroberung, die schöne Angolanerin Lyse, ihm von der Gegenseite ins Nest gelegt wurde, Ricou hätte womöglich Verzicht geübt.
Nach Lacostes Festnahme sorgt der Fall für Unruhe in allerhöchsten Kreisen. Selbst der Innenminister steht unter Korruptionsverdacht. Eine unheilige Allianz trachtet Ricou nach dem Leben. Als Calvi, der Waffenlobbyist flüchtet und alle Verdachtsspuren nach Angola führen, wird dem toughen Richter in der fremden Welt bald klar, auf wessen Rücken sich die politische Elite die Geldsäcke füllt.
Öl, Waffenhandel, Diamanten, Kindersoldaten. Wickert hat einen gut konstruierten Politthriller aus der Beletage der besseren französischen Kreise vorgelegt. Vollends gelungen wäre er, hätte der Autor etwas lebhafteres Interesse am Innenleben seiner Figuren entwickelt. So bleiben seine Charaktere merkwürdig holzschnittartig (der finstere Korse, die wunderschöne Kreolin, ihre langen festen Beine, etc.). Dafür gerät die Schilderung eines grausigen Hindernislaufs durch ein angolanisches Minenfeld zur reinsten tour de force. Am Ende lernt Ricou das Geheimnis der Wüstenkönigin kennen -- und bezahlt mit dem Tode -- oder ...? --Ravi Unger
Eigentlich hat Untersuchungsrichter Jacques Ricou geglaubt, er wüsste, zu welchen Scheußlichkeiten Menschen fähig sind. Doch als er durch einen banalen Anlass auf angesehene Männer stößt, die alle menschlichen Werte missachten, kann er nicht mehr so tun, als handele es sich um Alltägliches.
Jacques Ricou ist entschlossen, die Verbindungen zwischen Waffenhändlern und Ölmagnaten, zynischen Politikern und skrupellosen Geheimdienstagenten mit ihren illegalen Geschäften in Angola aufzudecken. Doch je näher er sich mit dem Fall befasst, je brisanter die Lage für seine Gegenspieler wird, desto gefährlicher wird sie für ihn. Konfrontiert mit den tiefsten Niederungen der menschlichen Habgier, schlägt er selbst die Warnungen von Lyse, der geliebten Frau, die mehr weiß, als gut für sie ist, in den Wind und fliegt nach Luanda. Und damit in den fast sicheren Tod.
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