Was geschieht, wenn eine moderne Avatar mit einem Löwenherzen und einer neonietzscheanisch-konstruktivistischen Philosophie, die auf thelemitischen Pfaden wandelt und sich ein Thema vorknöpft wie die Rolle und die Würde der Frau?
Es wird hart zugelangt, wenngleich auch nicht ohne eine tiefe Zärtlichkeit für jede Frau und jeden Mann.
Ob wir nun über Sexualität lesen, über Mode und ihren Sinn und Unsinn, über Demokratie und die Illusion von Gleichheit, dieses Buch kann denke ich nur zwei Reaktionen haben: Man stimmt ihm voll und ganz zu oder man lehnt es aus tiefstem Herzen ab. Beides aus dem gleichen Grund: Gitta Peyn hat Recht.
Es ist schon erstaunlich zu begreifen, dass wir alle wie wir so durch unser Leben wandeln, andauernd dabei sind uns selbst und auch andere zu belügen. Als Mann tue ich dies nicht weniger, als dass es die Frauen tun, doch es war für mich überraschend zu lesen, wie genau es die Frauen so machen.
Wenn Mann dieses Buch liest, wird er Frauen besser verstehen.
Liest Frau das Buch, wird aus ihr vielleicht ein besserer Mensch, denn sie kann nicht so bleiben wie sie ist, wenn sie die Wahrheit der Aussagen erkannt und begriffen hat. Fast alles entpuppt sich als ein Spiel, fast alles als unmoralisch, selbstsüchtig und dumm aus Anpassungsgründen.
"Die Würde der Frau" ist die Hoffnung für Frauen und Männer der Zukunft, denn es hinterlässt einen tiefen und bleibenden Eindruck, dass wir uns dringend ändern müssen, wenn wir endlich ein authentisches Leben führen wollen.
Als ich es las, sah ich endlich die Frauen der Zukunft: ehrlich, natürlich schön, intelligent und frei.
Was die Autorin anbelangt, kann man sie für ihren Mut und ihre Erkenntnisfähigkeit nur bewundern, denn so ein Buch wie das hier hätte aus Gitta Peyn vor ein paar hundert Jahren eine ernsthafte Kandidatin für den Scheiterhaufen gemacht. Ihre Ketzerei ist basal, denn sie betrifft den pseudodemokratischen unmoralischen Menschen, der uns überall begegnet. Wer "Die Würde der Frau" liest erkennt, dass wir nicht gleich sind, und dass es tatsächlich Menschen auf diesem Planeten gibt, die jedem anderen überlegen sind und das einfach nur aus Ehrlichkeit.
Als ich das Buch las erinnerte ich mich daran, wie ich als Kind war, was ich mir von mir selbst erträumte, wie ich werden wollte, und was ich nun heute bin. Stets mache ich aus der Not eine Tugend und sage und tue Dinge, die vollkommen falsch sind. Jeden Monat befindet sich mehr Geld auf meinem Konto als ich brauche, und doch spende ich nur selten. Ich trage Kleidung, die ich nicht benötige und spreche mit Menschen, die ich nicht mag. "Die Würde der Frau", welche ich nur las, weil meine Frau es von mir wünschte, eröffnete mir eine völlig neue Welt und ich erkannte, dass es Zeit ist, die Dinge zu ändern und endlich das Richtige zu tun und keine Kompromisse mehr einzugehen nur um des Geldes oder um der Anerkennung Willen.
Aus diesen Gründen kann ich das Buch auch allen Männern empfehlen, denn viele der Inhalte (be-)treffen auch uns.