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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leute seid glücklich, ganz einfach seid glückliche Leute - die Wächter sind endlich da!,
Von Axel22 (Sonneberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Wächter - Die komplette Mini-Serie [2 DVDs] (DVD)
Die Wächter ist meiner Meinung nach eine der Perlen aus dem ARD-Vorabendprogramm der 80er Jahre. Ich hatte damals noch keine Möglichkeit Aufzeichnungen zu machen; von einem VHS-Rekorder habe ich noch nicht mal zu träumen gewagt. Daher hatte ich bestimmte Sendungen mir direkt vom TV mit meinem Kassettenrecorder aufgenommen. So als eine Art Hörspiel. Dazu gehört auch ein Teil dieser Serie. Soweit ich mich erinnere lief diese Serie auch nur einmal. Merkwürdig, trotzdem sind mir über die Jahre bestimmte Szenen nicht aus dem Sinn gegangen. Erst nach der Wende hatte ich Gelegenheit, das Buch von John Christopher (u.a. auch Die dreibeinigen Herrscher) zu lesen. Es war mit mein erster Kauf und ich habe es bis heute immer wieder mal zur Hand genommen. Es werden darin vor allem interessante Fragen zur persönlichen Freiheit und der Selbstbestimmung des Lebens aufgeworfen. Was würde man selber tun?Es faszinierend, besonders, da John Christopher vieles Ungeklärt lasst und vieles der Phantasie der Leser freistellt, sich Gedanken über das warum und das wieso oder den Sinn dieser Zukunftsvision zu machen. Wenn man davon ausgeht, dass alles menschliche Handeln einen Zweck und ein Ziel hat und ist es nur die persönliche materielle Sicherung und den eigenen Platz, die persönliche Anerkennung der Gesellschaft und das private Glück, so sind diese Fragen der zentrale Inhalt der Geschichte des Rob Randall. Wird man gezwungen sich den Regeln der Gesellschaft anzupassen, sich unterzuordnen und seine eigene Individualität aufzugeben? Entweder man wird gezwungen oder ist freiwillig dazu bereit und wäre es auch nur durch eine geschickte Manipulation indem man Vorurteile aufbaut und somit die Menschen unter Kontrolle hält. "Ich bin ein Konurbaner" - sagt Rob dies wirklich weil er es selber meint oder weil ihm dies unglaublich geschickt suggeriert wurde? Das stellt dann wieder die Frage nach der Freiheit der eigenen Entscheidung und Meinung. Den Robs Flucht folgt aus der eigenen Entscheidung und das ist genau der Punkt. Der Drang zum Hinterfragen lässt sich nicht dauernd unterdrücken. Es ist faszinierend, wie dicht sich die Serie an die Buchvorlage hält. Ich fand die Bedrohung in der ländlichen Idylle des Landadels gefühlt viel greifbarer als in der Konurba, die allein von ihrer Struktur her ständig Gefahr und Bedrohung, Schikane, Gleichgültigkeit und zwischenmenschliche Kälte bedeutet. Bücher sind dort nicht verboten, aber geächtet. Im Gegensatz zum Landkreis, dem District. Auch wenn es dort auch keine freie Meinung gibt. Die trügerische Ruhe des Districts, von der sich der Leser und Zuschauer nicht täuschen lassen sollte, wird sich tatsächlich noch als Trugschluss erweisen, obwohl man nicht sieht was passiert so sind doch die Anzeichen umso deutlicher und beängstigender. Ständig hatte ich erwartet dass irgendein phantastisches Gerät auftaucht, Laserkanonen oder etwas ähnliches. Aber genau das passiert nicht; es wird lediglich erwähnt. Und genau das hält auch die Spannung. Sehr gut gemacht. Auch das merkwürdige Verhalten von Mike Giffords Vater wird auf erschreckende Weise aufgeklärt. Erst im Laufe der Zeit merkt der Zuschauer, dass sich im Grunde nichts zwischen Landkreis und Konurba unterscheidet; die Überwachung und Manipulation ist überall gleich. Bemerkenswert ist dort auch die Mischung zwischen der "angehaltenen Zeit" und den modernen Errungenschaften wie Telefon oder elektrische Energie. Das Dienstmädchen mit Staubsauer verströmt einen tollen Kontrast. Weil es so unerwartet kommt. Die Umsetzung der Romanvorlage ist in der Mini-Serie sehr gut gelungen. Die Konurba, der Kontrast zum Landkreis, die wundervollen Gegensätze und eine idyllische Landschaft; leider wird nichts über den Drehort des Landkreises mitgeteilt, ist es in England, Schottland oder Irland gedreht worden? Leider konnte ich nichts darüber in Erfahrung bringen. Die Ausstattung der DVD ist gut; auch wenn sich die Extras auf einen Trailershow beschränken, was aber auch ein schönes Zeitfenster in die Vergangenheit ist. Etwas einschränkend ist auch, dass die Folgen nicht am Stück angesehen werden sondern einzeln abgespielt werden müssen. Interessant ist, dass im Hauptmenü ganz kurz ein alter DDR-Grenzturm zu sehen ist. Netter Einfall, wenn auch die damalige Grenze Realität und nicht so leicht zu überwinden war, wie der Grenzzaun zwischen Konurba und Landkreis. Die Schauspieler, Martin Tempest als ein sehr überzeugender Rob Randall, Robert Atzorn als Mr. Knight der Internatsleiter oder Karl Lieffen als Dr. White um nur einige zu nennen, sind durchweg überzeugend und wieder gefällt der innere Aufbau der damaligen Serien, wo Zeit noch keine so wichtige Rolle spielte und sich somit die Charaktere und die unterschiedlichen Beziehungen und Veränderungen zwischen Ihnen sich für den Zuschauer langsam entwickeln können. Außerdem gibt es auch so viel in der Serie zu entdecken... Die Wächter sind tolle Geschichte, äußerst Anspruchsvoll, spannend, erschreckend aber sehr tiefsinnig, zeitlos und bemerkenswert. Buch als auch Serie ergänzen sich auf ideale Weise und die äußerst gelungene TV-Umsetzung gibt der literarischen Vorlage Leben und ein Gesicht. Die DVD ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert nicht nur zum Wieder- sondern auch zum Neuendecken. Und sie bietet viel Stoff zum nachdenken. Viel Spaß dabei. 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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Prophetische Serie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Wächter - Die komplette Mini-Serie [2 DVDs] (DVD)
Bis heute wußte ich nicht, daß eines meiner Lieblingsbücher auch verfilmt wurde (ich verweise auf das zum Buch von mir gesagte). Zusätzlich fallen zwei Dinge auf.1. Wie prophetisch das Buch war, wird in der Verfilmung besonders deutlich: Die gesteuerten und geduldeten Unruhen im Film erinnern doch sehr deutlich an die rituellen Krawallen am 1. Mai. Ebenso bekannt ist inzwischen die vollständige Kameraüberwachung, die Verachtung von Büchern und die staatliche Förderung plärrender Glotzen in öffentlichen Gebäuden, Warteräumen und eigentlich überall, ebenso wie der zum Infotainment verkommene "Schulunterricht". Und wer bei der durch die Glotzen im Film geschürten Hysterie vor Keimen und Krankheiten (mit der Folge, daß in der "don't worry, be happy"-Welt nur noch zentral zubereiteter Industriefraß erhältlich ist während Tiere und sogar Wildpflanzen aus der Stadt verbannt werden) nicht sofort an die staatliche "Aufklärung" zum Thema EHEC dachte, dem fehlt es eindeutig am Willen zum Vergleich. 2. Das Fernsehen ist, als wichtigstes Massenmedium seit 1950, getreuer Spiegel seiner Zeit. Entsprechend sind Vorabendserien (!) wie "Die Wächter" auch aus dem Programm verbannt während das Staatsfernsehen, das in etwas besseren Zeiten auch diese kleine Perle produziert hat, seinem Bildungsauftrag mit Serien wie "Verbotene Liebe" nachkommt. "Mach dir keine Sorgen, denke nicht an morgen. Be happy." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kleine Perle,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Wächter - Die komplette Mini-Serie [2 DVDs] (DVD)
Serien, die man bei ihrem erstmaligen Erscheinen irgendwie komisch und beklemmend fand, entpuppen sich in der Regel als die mit der größten Nachhaltigkeit. "Die Wächter" ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Mit minimalem tricktechnischen Aufwand wurde hier eine Miniserie produziert, die sich verdammt nah am ebenso guten Buch orientiert und immer noch bzw. gerade heute durch ihre verstörende Aktualität besticht.Hervorzuheben auch die Leistung des Hauptdarstellers, der nur vermeintlich linkisch agiert, sondern vielmehr den komplexen Konflikt des Rob Randell herausarbeitet und den Zuschauer ein wenig in eine moralische Zwickmühle treibt. Eine tolle Geschichte, von der man vielleicht nicht allzuviel erzählen sollte, um Neulingen die Spannung zu bewahren. Denn dieses Kleinod ist durchaus nicht nur etwas für Nostalgiker, sondern durchaus eine Neuentdeckung für aufgeschlossene Menschen, die sich auch ohne reihenweise Pyroeffekte und Actioneinlagen einfach mal auf eine kluge Geschichte einlassen können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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