Ich war sehr gespannt auf das neue Buch von T. Fischer, da ich seinen Roman "Ich raube also bin ich" mit großer Begeisterung gelesen habe. Leider ist sein neues Buch "Die Voyeurin" aus meiner Sicht eine Enttäuschung, sowohl was die Idee angeht, als auch was seinen Sprachstil angeht. Eine Vase als Voyeurin und Erzählerin der menschlichen Geschichten und Geschichtchen, die sich seit Jahrtausenden um sie herum abspielen, zu machen, ist ein interessanter Einfall. Allerdings hat T. Fischer zu wenig daraus gemacht. Mal abgesehen, dass die Story von der Handlung überdreht erscheint (alle Welt ist plötzlich hinter dieser Vase her), erscheinen die handlenden Personen in dem Roman nur wie Klischees, ohne dass dies beabsichtigt wirkt oder sonst irgendeinen Nutzen hat. Die nymphomane Kleptomanin, der steinreiche Antik-Sammler der nur des Sammelns wegen sammelt, eine boxende Amazonin, die immer der Himmel schickt, wenn's brenzlig wird, die liebenswerte mauerblümchenhafte Kunsthistorikerin. Ich meine T. Fischer kann viel bessere und auch wesentlich wortgewandtere Geschichten schreiben. Vielleicht ja bei seinem nächsten Roman.