Das Buch "Die Vorsokratiker" ist ein praktischer, schneller Einstieg mit erstaunlich viel philosophischem und historischem Tiefgang, der einem so lesefreundlich präsentiert wird, dass man sich ein bisschen wundert, warum dieselben Inhalte in anderen Büchern so anstrengend vermittelt werden.
Ich habe dieses Buch neben anderen zum Einlesen in die vorsokratische Philosophie für das Studium gelesen. Es bietet meiner Meinung nach das beste Verhältnis zwischen handlichem Umfang und möglichst umfassenden Inhalt.
Zum Aufbau:
Nach einer kurzen allgemeinen Einführung istjedem einzelnen der 13 vorgestellten Vorsokratiker ein eigenes Kapitel gewidmet. Aufgenommen sind: Thales, Anaximander, Anaximenes, Pythagoras, Xenophanes, Heraklit, Parmenides, Zenon, Empedokles, Anaxagoras, Leukipp und Demokrit (wobei Leukipp und Demokrit gemeinsam behandelt sind).
Die einzelnen Kapitel sind gewissermaßen als Dialog zwischen den Quellen und ergänzenden Ausführungen des Autors aufgebaut, wobei sauber nach Themen getrennt wird wie Kosmologie, Geometrie etc.
Die Quellen werden im Wortlaut (nur deutsch, neue, sehr exakte, moderne Übersetzung) dort zitiert, wo sie wesentliche Ansichten formulieren. Im Wechsel mit diesen Fragmenten stellt Hackemann weitere relevante Thesen und Gedankengänge dar, z.B. komplexere oder nur ungenau überlieferte Theorien der Vorsokratiker, die wohl sonst den Rahmen gesprengt hätten. Er ergänzt die Quellen zusätzlich durch sinnvolle Hintergrundinformationen, die nicht nur die philosophischen, sondern auch die jeweiligen historischen, literarischen etc. Voraussetzungen der einzelnen Denker beleuchten.
Natürlich sind die mit griechischen Quelltexten bestückten Versionen von Kirk/Raven/Schofield oder die reine Quellenausgabe Diels/Kranz umfangreicher und für die wissenschaftliche Arbeit unerlässlich. Aber da diese wiederum sehr unübersichtlich (und teurer) sind, halte ich die "Vorsokratiker" von Hackemann auch im Studium für eine praktische Ergänzung.