In dem Buch geht es um die wachsende Zahl von Dienstleistern, die darauf spezialisiert sind, Unternehmern die unangenehmen, lästigen und komplizierten Dinge abzunehmen, dennen sie sich selbst nicht stellen wollen oder können. Gemeint sind solche Sachen wie Entlassungen verkünden, Überwachung von Mitarbeitern oder dem Schreiben von Arbeitszeugnissen.
Hierbei sind die Autoren auf Dinge gestossen, die man kaum glauben kann. Ein Beispiel ist die Kündigung einer engagierten Betriebsrätin einer Hamburger Bahnhofsbuchhandlung. Nachdem man sie monatelang durch einen externen Detektiv hat bespitzeln lassen, beantragt man schliesslich die fristlose Kündigung wegen angeblichen Arbeitszeitbetrugs. Als sie plötzlich mit einer Gehirnblutung ins Koma verfällt, hätte man erwartet, dass das Unternehmen schon aus menschlichem Anstand die Kündigung wieder zurücknimmt.Doch die Firma bleibt dabei, und lässt ein Gericht über die Kündigung der unheilbar Kranken entscheiden. Im Juli 2011 weist das Arbeitsgericht Hamburg den Antrag auf fristlose Kündigung zurück - zwei Monate später stirbt die Frau an ihrer Gehirnblutung.
Im Buch wird auch der Frage nachgegangen, was das für Menschen sind, die für Firmenmanager den Kopf hinhalten und unangenehme Arbeiten übernehmen. Sind es Schurken, Retter in der Not, oder einfach nur Menschen, die für Geld alles machen? Hierbei ergibt sich ein durchaus differenziertes Bild. Denn natürlich wissen die meisten von Ihnen auch, wie sich ein Mensch fühlt, der seine Arbeit verliert, wissen, dass es um das Scheitern von Lebensentwürfen geht, um die bittere Erkenntnis, nicht mehr gebraucht zu werden.
Fazit: Das Buch ist nicht einseitig ausgerichtet. Es kommen Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Gewerkschaftler und eben auch Vertreter der "Vollstrecker-Branche" zu Wort. Dadurch ergibt sich ein recht objektives Bild und so ist das Buch eine interessante Lektüre.