In einer fiktiven Erzählung entwirft die Autorin die Schicksale hinter den Akten über zwei Hexenprozesse gegen Kinder nach dem dreißigjährigen Krieg - dies gelingt ihr sehr spannend, unter geschickter Verwendung von Zitaten aus den Originalakten. Aber: An zwei Stellen wirken andere Zitate unsicher: Einmal zitiert sie aus Tanner (einem Theologen der Zeit), wobei ihr nicht auffällt, dass das Zitat eigentlich aus der Bibel stammt (Koh. 4); das hätte im Handlungskontext eigentlich vorkommen müssen. Ein anderes Mal zitiert sie einen Katechismus der Zeit, der Handlung nach einen katholischen; der gegebene Wortlaut stammt jedoch meines Wissens aus einem reformierten (ob der kath. gleich lautet, konnte ich nicht überprüfen, sollte mich aber wundern). Fazit: sehr spannend und einfühlsam, mein Vertrauen in die korrekte Gestaltung des historischen Umfelds ist durch diese mir aufgefallenen Mängel leider etwas erschüttert.