"Die Vogelkundlerin" handelt von der Ornithologin Rheingard, die noch bei ihrer Mutter wohnt, sich mehr oder weniger damit abgefunden hat, eine ewige Jungfer zu bleiben und ohne jeglichen Ehrgeiz in beruflicher Hinsicht einfach so vor sich hin lebt, weil sie einfach zu schüchtern ist, um sich Konflikten zu stellen und stattdessen lieber alles runterschluckt. Auch gegen ihre Freundin Ursula vermag sie sich nicht durchzusetzen und so findet sie sich auf einer Reise auf die Azoren wieder, zusammen mit Ursula und deren verheiratetem Freund. Doch die Reise entpuppt sich für Rheingard als durchaus aufregend, sowohl in positiver, als auch negativer Hinsicht und sie kehrt mit einem anderen Bild von sich selbst nach Hause zurück, wo sie schön langsam beginnt, aus sich heraus kommen und sich selbst zu verwirklichen.
Die Geschichte einer einsamen, jungen Frau, die gerne möchte, aber nicht kann, ist flüssig und interessant geschrieben, mit einigen überraschenden Wendungen, mit denen der Leser vielleicht nicht rechnet und in Worten erzählt, die schöne Bilder vor dem geistigen Auge malen und die Landschaft der Azoren, sowie die eingeschüchterte Rheingard lebendig machen.
Es ist kein spannungsgeladenes, actionreiches, sondern ein interessantes und ruhiges Buch, das einen trotzdem zu fesseln versteht und den Leser am Ende der Geschichte zufrieden auf eine anregende Lektüre zurückblicken lässt.