ich finde das buch wirklich nicht schlecht. dem autor ist es gelungen, ein seriöses buch über einen der volkshelden des deutschen ostseeraumes zu schreiben. natürlich kommt da keine mantel- und degen geschichte raus, die störtebeker- festspiele in ralswiek bedienen dieses klischee zur genüge- und sollen sie auch. bredel versucht, die figur des angeblichen robin-hood von der waterkant in seiner zeit darzustellen, wie es gewesen sein könnte, dass aus einem armen burschen solch ein volksheld werden konnte (wahrscheinlich könnte es so gewesen sein, denn es gibt kaum historische belege). man kann hier auch gleich noch lernen über das leben im späten mittelalter, über die hanse, über recht und ungerechtigkeit auf see, willkür und redlichkeit, über ränkespiele und tüchtige seemänner. wenn dem autor auch ein oder zweimal der begriff kommunismus reinrutscht, ist das weniger tragisch. schließlich war er ein kommunistischer schriftsteller. das buch ist aber eindeutig kein propaganda- material, sondern auch heute noch zu lesen als das, was es ist- ein gutes jugendbuch über einen sagenhaften deutschen helden.