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Immer wieder haben Autoren wie Magdalen Nabb, Michael Dibdin oder Veit Heinichen die Schauplätze ihrer erfolgreichen Kriminalromane in italienischen Landschaften gefunden. Der deutsche Krimiautor Bernhard Jaumann, der einen Teil des Jahres in Italien lebt und für seinen Roman Saltimbocca mit dem Glauser ausgezeichnet wurde, tut es ihnen mit Erfolg nach.
Der Olivenbauer Giorgio Lucarelli wird außerhalb des Dorfes Montesecco tot aufgefunden. Todesursache: der Biss einer Viper. Doch warum hat sich Lucarelli nicht im Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt mit Serum impfen lassen? Zeit genug musste er gehabt haben. Der Vater des Toten glaubt an Mord. Warum sollte nicht der Heimkehrer Matteo Vannoni Rache geübt haben an dem Mann, mit dem ihn einst seine Frau betrogen hatte? Aber auch andere hatten Grund, Lucarelli den Tod zu wünschen. Die Dorfgemeinschaft fasst den unausgesprochenen Entschluss, den Täter zur Strecke zu bringen. Als die Spannung und das gegenseitige Misstrauen unerträglich werden, entschließt man sich zu einem gefährlichen Tribunal, bei dem die Vipern eine entscheidende Rolle spielen sollen.
Jaumanns Roman beschreibt eine dörfliche Gemeinschaft im Konflikt mit staatlichen Institutionen, ihr Misstrauen gegenüber dem Fremden, die hierarchische Struktur und ihre festen Rituale. Montesecco wehrt sich allerdings nicht nur gegen äußere Feinde, sondern gegen einen Einheimischen, der gegen die Regeln verstoßen hat. Beunruhigend und bedrohlich, aber auch mit viel Sinn für Komik beschreibt Jaumann eine dörfliche Tragödie als tödliche Farce, die schließlich alle Beteiligten zu Schuldigen macht. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die Story ist stimmig, denn wenn man sich hineinversetzt in die verwinkelten Gassen eines typischen italienischen Bergdorfes, das wie an einen Hang geklebt scheint, aus dem die jungen Leute in die Städte flüchten und nur noch die Alten zurückbleiben, die hier nicht weg wollen und fast genauso betagt wie ihre Häuser zu sein scheinen sagt man sich unwillkürlich: genau so hätte es sich hier abspielen können!
Der Autor versteht es (wohl weil er selbst teilweise in Italien lebt) die Charaktäre der Personen detailreich und teilweise miteinem Augenzwinkern nachzuzeichnen. Man fühlt sich hineinversetzt in die Mitte der Bewohner, die sich in der drückenden Hitze auf der Piazza versammeln um einen Mörder in ihren Reihen zu suchen - während der Tod andererseits auch von außen ins Dorf einzudringen scheint, in Form der giftigen Vipern, die sich in diesem ungewöhnlich heißen Sommer bis in den Ort vorwagen...
Klasse Literatur, ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. So sollten Krimis sein!
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