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Die Villa am Rande der Zeit: Roman
 
 
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Die Villa am Rande der Zeit: Roman [Taschenbuch]

Goran Petrovic , Susanne Böhm-Milosavljevic
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423248246
  • ISBN-13: 978-3423248242
  • Originaltitel: Sitnicarnica 'kod srecne ruke' (Narodna knjiga, Belgrad)
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 26.814 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Der serbische Autor Goran Petrovic präsentiert uns mit ›Die Villa am Rande der Zeit‹ einen wunderschönen Roman voller Poesie, Zauber und großer Gefühle. Ohne jede Anstrengung nimmt er seine Leser mit auf eine turbulente und zugleich melancholische Reise zur Villa am Rande der Zeit, die Raum für viele Phantasien und Träumereien lässt.«
Stefanie Rufle, booksection.de 06.12.2010

»(...) ein im Wortsinn bezauberndes Buch. (...) Petrovic führt den Leser in ein abenteuerliches Labyrinth verschiedener miteinander in Verbindung stehender Schicksale, in das man sich von Zeit zu Zeit selber verliert. Petrovic schafft es, dass sich die Leidenschaft, die seine im Roman des Romans lesenden Figuren entwickeln, auch auf seine echten Leser überträgt.«
Doris Akrap, die tageszeitung 27.11.2010

»Ein Spiel mit Traum und Realität von Serbiens Bestsellerautor Goran Petrovic.«
Cosmopolitan Januar 2011

»Fesselnd, brillant geschrieben und ebenso stilvoll übersetzt.«
Wolfgang Moser, SandamMeer 12/2010

»Ein wunderschöner Buch-im-Buch-Roman.«
NEON 01/2011

»[...] für Liebhaber eines lebhaft-romantischen Erzählstils und eines zarten Umgangs mit der Sprache.«
Oldenburgische Volkszeitung 27.12.2010

»Lesestoff für alle, die am liebsten in Büchern verschwinden würden und Tränen vergiessen, wenn ein Roman zu Ende geht.«
annabelle, Zürich 12.01.2011

»[...] ein mitreissendes Porträt des Balkans und seiner turbulenten Geschichte.«
SonntagsZeitung, Zürich 09.01.2011

»In ›Die Villa am Rande der Zeit‹ geht es also um Bibliomanie, um die Macht der Phantasie, um Literatur als Mimesis, um den Leser als Mitschöpfer des Buches.«
Sigrid Löffler, RBB Kultur 17.01.2011

»›Die Villa am Rande der Zeit‹ zeugt von der Liebe zum geschriebenen Wort, aus der Goran Petrovic etwas Besonderes macht - nämlich zu einem schillernden Geflecht der Sprache, in der Vergangenheit und Gegenwart, Fiktion und Realität sich vereinigen. Poetisch, gefühlvoll und trotzdem mit der Erbarmungslosigkeit historischer Wahrheit durchwandert der serbische Autor die Zeiten - vom Putsch 1903 bis zum Zerfall Jugoslawiens ab 1990 - und nimmt dabei den Leser mit auf seine melancholische (literarische) Reise. Damit gehört ›Die Villa am Rande der Zeit‹ definitiv zu den Top Ten der letztjährig erschienenen Romane, die einen ebenso verzaubern wie rühren.«
Susann Fleischer, literaturmarkt.info 10.01.2011

»Was wäre, wenn die Leser eines Buches sich bei der Lektüre desselben in den Gefilden und Landschaften seiner Geschichte begegnen würden? Aus dieser Frage zaubert der serbische Autor Goran Petrović eine verschmitzte, vielschichtige (Liebes-)Geschichte [...]. [...] ›Die Villa am Rande der Zeit‹ ist ein gelungener, satter Unterhaltungsstoff.«
Ulrich Noller, WDR, Funkhaus Europa - Buchtipps 19.01.2011

»Dieser Roman ist eine Liebeserklärung. Eine Liebeserklärung an die Worte.«
Kathrin Fischer, Büchercheck, HR2 20.01.2011

»Magisch schön!«
Rupert Sommer, in münchen 02/2011

»Goran Petrović hat einen Roman über die imaginäre Kraft des Lesens geschrieben. Sein Roman ist so verschlungen und dicht komponiert wie ein Garten, dessen labyrinthischer Zauber den Leser stellenweise taumeln lässt.«
Olga Hochweis, Deutschlandradio Kultur, Radiofeuilleton 26.01.2011

»Eine fantastische Geschichte aus Serbien.«
Mathias Schnitzler, Rheinische Post 26.01.2011

»Unbedingt lesen!«
Mein schönes Zuhause Februar - März 2011

»Ganz groß!«
kulturnews mit citymag Stuttgart 02/2011

»Surrealistisch und subtil!«
Joy 03/2011

»Der in seiner Heimat hochgeschätzte und ausgezeichnete serbische Autor eröffnet mit diesem Roman eine anregende Variation über den in mehrerer Hinsicht einfühlsamen Umgang mit Büchern, in die naturgemäß vor allem Bibliophile begeistert einstimmen werden, aber ebenso Menschen, die vielleicht das wunderbare Gefühl kennen, zwischen den Zeilen den anderen Leser oder sich selbst zu entdecken.«
Roy Liebscher, Ostthüringer Zeitung 12.02.2011

»Schöner und virtuoser kann man Möglichkeiten der Literatur nicht ausloten.«
Harald Loch, Mannheimer Morgen 16.02.2011

»Aus jeder Zeile springt die Liebe des Autors zum Buch, die er in einfacher, aber detailreicher Sprache in einer faszinierenden Lektüre umsetzt. Dem Erlebnis Lesen setzt er so ein feines Denkmal.«
Tobias Prüwer, : logbuch, Kreuzer, Beilage zur Leipziger Buchemesse März 2011

»Wunderbar spannende, leichtfüssige Literatur mit einer Prise balkanesker Verrücktheit.«
Berner Zeitung, Schweiz 24.02.2011

»In postmoderner Manier spielt er mit den unterschiedlichen Ebenen des Faktischen, Fiktionalen bzw. Imaginierten und thematisiert die Macht der Phantasie, die den Leser zum Mitschöpfer, zum Co-Autor des Buches macht.«
Buchmarkt 03/2011

»Aus jeder Zeile springt die Liebe des Autors zum Buch, die er in einfacher, aber detailreicher Sprache in einer faszinierenden Lektüre umsetzt.«
Tobias Prüwer, Kreuzer - Das Leipziger Stadtmagazin 03/2011

»Schöner und vituoser kann man die Möglichkeiten von Literatur nicht loben.«
Harald Loch, Nürnberger Nachrichten 04.03.2011

»Der serbische Autor Goran Petrovič hat mit ›Die Villa am Rande der Zeit‹ einen spannenden, sehr phantasievollen und unterhaltsamen Roman vorgelegt [...].«
Lena Panzer-Selz, Lesart März 2011




»[...] ein Märchen vor Belgrader Kulisse und ein Plädoyer für eine bedrohte Kulturleistung - die Fähigkeit zu kontemplativer Lektüre.«
Uwe Stolzmann, Neue Zürcher Zeitung Online, nzz.ch 12.03.2011

»[...] eine literarische Meisterleistung. Der Roman ist einfach und kompliziert zugleich, Trivialliteratur fast, literarisch distinguierte ironische und selbstironische Hochromantik.«
Erich Klein, ORF1 Ex libris 13.03.2011

»In postmoderner Manier spielt er mit den unterschiedlichen Ebenen des Faktischen, Fiktionalen, bzw. Imaginierten und thematisiert die Macht der Phantasie, die den Leser zum Mitschöpfer, zum Co-Autor des Buches macht.«
Buchmarkt 03/2011

»Diesen Roman kann man auf ganz unterschiedliche Weise lesen: als Bildungsroman, als Liebesroman, als Verschwörungsroman oder als Kriminalroman.«
Ursula Escherig, rbb, Kulturtermin - Literatur 12.03.2011

»Goran Petrovic erfindet in seinem Roman ›Die Villa am Rande der Zeit‹ Leser, die fühlen, schmecken und riechen, was in Texten steht.«
tagespiegel.de 15.03.2011




»Und wenn Hollywood sich klug anstellt, gibt es vielleicht auch bald eine Filmversion dieser wunderbaren Hommage an das ewig junge Medium Buch.«
Nadine Lange, Der Tagesspiegel 16.03.2011

»Und Goran Petrovic schickt in seinem preisgekrönten Buch ›Die Villa am Rande der Zeit‹ den Studenten Adam auf eine fantastische Bücherreise.«
zeit.de 21.03.2011

»Über die besondere Kraft, die von Literatur ausgeht, schreibt beispielsweise Goran Petrovic in seinem phantastischen Liebesroman ›Die Villa am Rande der Zeit‹.«
Thomas Völckner, Badische Zeitung 15.03.2011

»Goran Petrovic entwirft in seiner phantastischen Erzählung eine imaginierte Parallelwelt, die realer erscheint als die empirische ›Wirklichkeit‹.«
Matthias Jacob, Tagespost 15.03.2011

»Goran Petrovic beschwört das untergegangene Belgrad.«
Uwe Stolzmann, Neues Deutschland 16.03.2011

»Goran Petrovics Roman ›Die Villa am Rande der Zeit‹ ist ein Roman über die Liebe, die Magie des Lesens, die Macht der Bücher und ein Einblick in die serbische Kultur.«
Jelena Vasiljevic, mokant.at 24.03.2011

»Goran Petrovic verknüpft Schicksale, Vergangenheit, Gegenwart, Traum und Wirklichkeit - eine poetische, kunstvolle Verzauberung.«
Zuhause wohnen 04/2011

»Goran Petrovic gelingt es, magischen Realismus à la Borges in die große Romanform zu transformieren und zu suggerieren, man komme dem Sinn aller Geschichte literarisch auf die Schliche.«
Erich Klein, Falter, Wien 23.03.2011

» «
Frauke Kaberka, Lausitzer Rundschau, lr-online.de 05.04.2011

Liebeserklärung an das Lesen.


»Der 1961 in Kraljevo geborene Goran Petrovic hat einen Roman geschrieben, der gekonnt (und in hervorragender, von Susanne Böhm-Milosavljevic realisierter Übersetzung) auf dem schmalen Grat zwischen Wirklichkeit und Fiktion entlangspaziert. Es ist eine magisch-realistische Liebeserklärung ans Lesen, an die Kraft der fiktionalen Energie geworden.«
Tomasz Kurianowicz, Frankfurter Allgemeine Zeitung 20.04.2011

»Inmitten des ständigen Wechsels von traumhaften Sentenzen und traumatisierenden Szenen, des fließenden Übergangs von Traum und Wirklichkeit hat Petrovic die Liebe zum Thema gemacht: die Liebe zwischen Menschen und die Liebe zum Lesen.«
Leipziger Volkszeitung 15.04.2011

»Der serbische Erfolgsautor Goran Petrovic hat einen bemerkenswerten Roman geschrieben.«
Frauke Kaberka, Eßlinger Zeitung 23.04.2011

»Inmitten des ständigen Wechsels von traumhaften Sentenzen und traumatisierenden Szenen, inmitten des fließenden Übergangs von Traum und Wirklichkeit hat Petrovic die Liebe zum Thema gemacht: die Liebe zwischen Menschen und die Liebe zum Lesen.«
Frauke Kaberka, Eßlinger Zeitung 23.04.2011

»Ideal für Stadtreisen - alte Villen und prachtvolle Gärten werden Sie nach dieser Liebesgeschichte noch mehr verzaubern.«
Brigitte EXTRA - Die besten Taschenbücher für den Urlaub 31.05.2011

»Diesen Roman kann man auf ganz unterschiedliche Weise lesen: als Bildungsroman, als Liebesroman oder als Kriminalroman. Man kann ihn auch als eine Art vernebelten, nicht ganz durchsichtigen Spiegel der Geschichte lesen.«
Ursula Escherig, SWR2, Forum Buch 03.07.2011

»Ein Hohelied auf die Literatur - vor allem in ihrer phantastischen Ausprägung!«
phantastisch! August 2011

»Der Roman ist eine einzige, überwältigende Liebeserklärung an die Macht der sich ständig verändernden Sprache.«
Franz Rottensteiner, Quarber Merkur 112 08.2011

Kurzbeschreibung

Der Belgrader Student Adam erhält ein ungewöhnliches Angebot: Er soll ein Jahrzehnte zuvor erschienenes Buch umarbeiten. Ein scheinbar harmloser Auftrag. Doch bei der Lektüre macht Adam eine sonderbare Erfahrung: Unversehens findet er sich mitten in dem Roman wieder und begegnet anderen Lesern, die über dieselbe Gabe verfügen. Nicht alle haben ein unschuldiges Interesse an dem Buch. Als ein Mord geschieht, muss Adam sich entscheiden: Will er seinen Auftrag erfüllen oder verhindern, dass dieser imaginäre Zufluchtsort unwiederbringlich verloren geht?

»Eine wundervolle Variation über die Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart, von Traum und Wirklichkeit.« Lire

»Ein im Wortsinn bezauberndes Buch« Doris Akrap, ›taz‹

Ausgezeichnet mit dem NIN-Preis, dem bedeutendsten serbischen Literaturpreis.


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der junge Student Adam Lozanic aus Belgrad finanziert sein Slawistikstudium mit Lektorats- und Korrekturarbeiten für eine serbische Zeitschrift für Tourismus und Natur. Da erhält er eines Tages von einem Unbekannten den geheimnisvollen Auftrag, ein bereits vor über einem halben Jahrhundert erschienenes Buch umzuarbeiten.

Adam ist zunächst unschlüssig, schließlich ist das kein Manuskript sondern ein Prachtexemplar mit einem Einband aus rotem Saffianleder. Das ist für ihn jedoch etwas Endgültiges, was soll man da korrigieren oder lektorieren. Obwohl Adam zum Schweigen über die ganze Angelegenheit verpflichtet wird, nimmt er den Auftrag an, denn mit dem Honorar könnte er sich eine ganze Weile über Wasser halten.

Adam Lozanic vertieft sich in seinem Studentenzimmer in die Lektüre des rätselhaften Buches "Mein Vermächtnis" von Anastas Branica. Zunächst versucht Adam etwas über den Autor in Erfahrung zu bringen. Bei seinen Recherchen stößt er jedoch nur auf dessen mysteriösen Selbstmord in der Donau.

Während der Lektüre widerfährt Adam etwas Sonderbares: unversehens findet er sich mitten in dem Roman und begegnet dort anderen Lesern, die ebenfalls in einem der wenigen erhaltenen Exemplare des Buches lesen. Darunter auch die ehemalige Buchhändlerin Natalja, die sogar dem Romanautor begegnet ist - und zwar in einer Villa am Rande Zeit.

Gekonnt lässt der serbische Autor Goran Petrovic in seinem Roman Vergangenheit und Gegenwart ineinander zusammenfließen. Dazu hat er umfangreiche Recherchen zur Geschichte seines Landes durchgeführt und verbindet diese mit der Realität des Zerfalls des jugoslawischen Zentralstaates in 90er Jahren. Für "Die Villa am Rande der Zeit" erhielt Petrovic den renommierten NIN-Literaturpreis. Der Roman ist in Serbien längst ein Bestseller und wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt.

Manfred Orlick
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von T. Jannusch VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Als Michael Ende verstarb, war ich am Boden zerstört und traurig. Denn niemals mehr, so dachte ich damals, würde es einen Autor geben, der auf dieselbe gekonnte und poetische Art und Weise eine "fantastische" Handlung in und um Bücher erfindet, der mit Wahrheit und Fiktion spielt, der doppelte Böden einzieht, der Menschen in komplette Welten entführt und sie sich dort auch gerne mal verlieren lässt. Die "Unendliche Geschichte" war für mich über viele Jahre das Buch der Bücher schlechthin. Doch mit Goran Petrovic scheint Michael Ende nun einen würdigen Nachfolger gefunden zu haben.

Doch, je mehr ich darüber nachdenke, fallen mir mehr und mehr Parallelen auf. Und an einer Stelle im Buch von Goran Petrovic kommt sogar genau dieser Ausdruck vor: es handele sich um eine "Unendliche Geschichte"... Zufall?

Etliche Elemente aus der "Unendlichen Geschichte" finden sich hier wieder. Auch hier haben wir eine Rahmen- und eine Binnenhandlung (die allerdings einen kleinen Seitenarm hat). Auch hier handelt es sich um einen eher einsamen jungen Mann, der per Zufall in ein Buch stolpert, und sich darin zu verlieren beginnt. Auch hier beginnen die verschiedenen Realitätsebenen, sich gegenseitig zu beeinflussen. Und auch hier gibt es etliche tragische Elemente - nämlich gleich drei mehr oder weniger unglückliche Liebesgeschichten, die auch noch gekonnt in die Geschichte Serbiens eingebettet werden.

Ich möchte mich aber auch nicht zu sehr auf diesen Vergleich versteifen. Dieses Buch hat eine ganz eigene Atmosphäre - es ist sozusagen Balkan-Romantik pur! Sicherlich wird es in der Mitte ein wenig melancholisch, was dem auf Handlung bedachten Leser zäh vorkommen mag. Doch ich fand die mittleren Abschnitte, sobald ich mich darauf eingelassen hatte, einfach nur schön, tragisch, und romantisch. Das las sich fast wie ein "Buch im Buch" - der Leser erlebte hautnah mit, wie die Entstehungsgeschichte des geheimnisvollen Buches verlief, welches der Student Adam in der Rahmenhandlung lektorieren muss. Und wie könnte es anders sein - da wir uns auf dem Balkan befinden. ist die Ursache eine letztlich unerfüllte Liebe. Der Autor Anastas Branica kann sich nur auf Buchseiten mit seiner Geliebten treffen - im wahren Leben ist ihnen ein Zusammensein verwehrt. Und um seine Angebetete möglichst oft und lange für sich zu haben, beginnt er, ein Buch ohne Handlung zu schreiben, ein Buch, das nur aus Landschaft, Park und Villa besteht. Und genau dies ist die titelgebende "Villa am Rande der Zeit".

Das Motiv der unerfüllten Liebe spiegelt sich noch zweimal im Buch, und diese Elemente sind ausgesprochen kunstvoll mit den verschiedenen Zeitebenen verschränkt. So wird dem Leser sehr subtil eine Botschaft überbracht, es wird ihm verdeutlicht, dass Literatur eben auch mit Leidenschaft zu tun hat, dass sich in Büchern Welten und Sehnsüchte ausdrücken können. Wundervoll, grandios und einmalig erdacht, geplottet und beschrieben!

Doch das ultimative Kunststück des Autors Goran Petrovic besteht für mich darin, das Ganze auch noch vor der Kulisse der Geschichte Serbiens im 20. Jahrhundert ablaufen zu lassen. Und zwar so, dass es nicht überladen, und auch nicht trocken wirkt. Mir wurde eine Region mit ihrer Mentalität und bewegten Vergangenheit nahegebracht, von der ich auch nach dem Zuklappen des Buches gerne mehr wissen würde.

Als "Sahnehäubchen" oder "Salz in der Suppe" fungieren dann noch die zahlreich über das Buch verstreuten Elemente des "magischen Realismus". Ein wenig "Blechtrommel-Feeling" kommt auf: da gibt es einen Mann, der sich eines Tages einfach nicht mehr bewegt, und somit auch schon mal nassgeregnet wird. Oder ein Haus, das mitten entzwei gebombt wird - und in dem die Menschen wohnen bleiben! Oder eine Familie, die unter ihrem traurigen Schatten leidet, und vor ihm auf einen Baum flüchtet. Und und und. Unglaublich originell.

Ich kann wirklich keinen einzigen negativen Punkt an diesem Buch finden! Sicherlich muss man erst einmal in diesen Schreibstil einsteigen, und sicherlich werden dem Leser nicht alle Fragen auf dem Silbertablett serviert und beantwortet. Doch bei diesem Buch muss das eindeutig so sein! Das ist hier so gewollt, und unterstreicht die leicht fantastische Stimmung. Das Buch beschreibt sich selbst am besten - Goran Petrovic verdanken wir eines der wundervollsten Zitate über das Lesen überhaupt:
"Lesemomente sind die längsten Augenblicke der Welt. Jeder einzelne ist eine kleine Ewigkeit wert."
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gospelsinger TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Der Traum jedes Bücherwurms ist es, wirklich in ein Buch eintauchen zu können. Nicht nur so, dass man beim Lesen seine Umgebung vergisst, sondern indem man tatsächlich Teil der Umgebung und Handlung des Buches wird.
Dieser Traum erfüllt sich für den serbischen Studenten Adam Lozanic, der einen seltsamen Auftrag erhält. Er soll Lektor eines Buches werden, das schon längst erschienen ist. Statt wie gewohnt ein Manuskript zu bekommen, erhält Adam eine in Safranleder eingebundene Ausgabe. Was soll er daran noch verändern? Was ist das überhaupt für ein seltsamer Roman, der nur aus Beschreibungen einer Villa und eines Gartens besteht, in dem weder Personen, noch eine Handlung vorkommen?
Schnell merkt Adam, dass es sich um ein besonderes Buch handelt. Man kann wirklich in das Buch eintreten und auf die anderen Leser treffen.
Die im Buch beschriebene Umgebung lässt sich durch Worte verändern. Genau dafür wurde Adam eingestellt. Aber sind seine Auftraggeber überhaupt berechtigt, Veränderungen am Buch vorzunehmen? Adam forscht heimlich über den Autor Anastas Branica nach, der ein sehr abgeschiedenes Leben führte und Selbstmord begangen hat. Von seinem Buch existieren nur wenige Exemplare.
Anastas Branica hat das Buch für die Frau geschrieben, die er liebt, und mit der er sich in der Villa am Rande der Zeit getroffen hat. Aber die Liebe hat keine Chance; die virtuelle Liebe im Buch verhindert die Liebe im realen Leben. Aber auch im realen Leben der ihm nahestehenden Personen hat die Liebe keinen Platz.
Goran Petrovic verknüpft die verschiedenen Handlungsstränge in der Gegenwart, Vergangenheit und in der Villa am Rande der Zeit sehr geschickt.
Trotzdem bin ich nicht so richtig warm geworden mit diesem Buch. Zu viele Fragen blieben offen. Woher kam diese Fähigkeit des 'vollständigen Lesens'? War das jedem möglich? Warum hat Anastas keinen Versuch unternommen, seine Geliebte im realen Leben zu treffen, obwohl sie in derselben Stadt wohnten?
Die Charaktere blieben mir irgendwie fern, mir fehlte die Herzenswärme. Das Buch ist nicht schlecht, aber es hat mich einfach nicht wirklich berührt.
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