Plot:
Bei einer Firmenweihnachtsfeier treffen die Herren Frust, Angst, Stress und Zorn (allesamt gespielt von Roland Düringer) aufeinander.
Sie alle stammen aus verschiedenen sozialen Schichten, haben aber ein gemeinsames Problem: Alkohol! Dummerweise begeben sich an besagtem Abend alle auf die Jagd nach derselben Frau: Sybille, die Chefsekretärin Stress'. Vom Alkohol gezeichnet, verliert jeder der 4 Herren den letzten Rest an Würde und so kommt es (scheinbar) zu einer unvermeidlichen Katastrophe...
"Die Viertelliterklasse" ist ein humorsprühender und gleichermaßen ernstzunehmender Problemfilm, der zwischen mehreren Handlungssträngen hin- und herspringt, ohne, dass der Gesamtzusammenhang des Streifens jedoch darunter leidet.
Nach 88 Minuten weiß man, worum es geht, wie es gemeint war, was uns Düringer und Kehrer mit diesem Film sagen wollten. Trotz mehrmaliger Perspektivenwechsel ist es am Ende eine "logische" Handlung, die man als Zuseher mitverfolgen durfte.
Die Schnitte sind teilweise grandios, Düringers schauspielerische Leistung ist es ebenfalls. Die Story bietet phasenweise skurill-humorvolle Momente, in denen dem Zuseher das Lachen eigentlich im Halse stecken bleiben sollte, er aber trotzdem guten Gewissens lachen darf - kurz: eine gelungene Gratwanderung also.
"Die Viertelliterklasse" ist meines Erachtens nach eine der größten neueren österreichischen Filmproduktionen, auf einer Ebene mit Dorfers "Freispiel" oder "Indien" etwa, die es ja zumindest im großdeutschsprachigen Raum zu Ansehen gebracht haben.
Österreichweit war auch Düringers "Die Viertelliterklasse" ein Erfolg. Wieso es ihm, im Gegensatz zu den vorhin genannten Produktionen, an internationaler Durchschlagskraft fehlt, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Vielleicht fühlen sich ja so manche gar peinlich berührt vom Thema des Films...
Fazit: Ein in Österreich produziertes Highlight - unterhaltend, aufrührend, nachdenklich stimmend und klasse dargeboten!
Eine hervorragende Leistung!