Könnte man die Spielfreude von "Il Giardino Armonico" in Elektrizität umwandeln, wäre jeder Konzertsaal, in dem das italienische Originalklang-Ensemble auftritt, ziemlich ausgeleuchtet. Tatsächlich treibt aber der Energiefluss streckenweise selbst Starkstrom-Hörer an die Grenzen.
Die Musiker gehen - etwa beim Sommersturm - so weit, dass die Töne nicht bloß mutieren, sie beginnen, die Saiten- zu Schlaginstrumente umzuwidmen. Die unbedingte Präzision und die glänzende Virtuosität aber entschädigen für diesen Hang zum Übertriebenen, zum Ruppigen.
Wer es ein wenig sparsamer im Ausdruck aber dennoch effektvoll liebt, wählt Trevor Pinnocks Einspielung mit Simon Standage und dem English Concert.