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Die Verteidigung des Glücks: Erinnerungen an Liebe und Krieg
 
 
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Die Verteidigung des Glücks: Erinnerungen an Liebe und Krieg [Taschenbuch]

Gioconda Belli , Lutz Kliche
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein einziger Tisch in einem dieser Edelläden kostet mehr als ein Nicaraguaner in seinem ganzen Leben verdient. Wenn Gioconda Belli heute ihr Haus in Santa Monica verlässt, überfällt sie angesichts solch designter Lebensträume die Sehnsucht nach ihrer Heimat. Ihr früheres Leben zieht dann wieder an ihr vorbei -- die schweren Zeiten, die klaren politischen Ziele, für die sie kämpfte und von denen sie erfüllt war.

Vor der Entbindungsklinik in Managua erhebt sich ein imposantes Reiterstandbild von Anastasio Somoza García, dem Diktator, der 1937 in Nicaragua die Dynastie der Somozas begründete. Für Gioconda Belli, die hier geboren wurde, ein eindeutiges Symbol. Schließlich sollte sie Jahre später zur erbitterten Widerstandskämpferin gegen die Nachfolger dieses Herrn werden, die aus Nicaragua eine der dauerhaftesten Diktaturen Mittelamerikas gemacht hatten.

Gioconda Belli, neben Frida Kahlo und Evita Perón eine der wenigen Frauen die in Lateinamerika Kultstatus erlangt haben, legt eine Liebeserklärung vor -- an ihr Land und an die Männer. Allein, die Premiere floppte. Ihr erster Ehemann, mehr Langweiler denn Latin Lover, fiel direkt nach dem Liebeswerben in ein anhaltendes Formkoma. Während er auf dem Sofa Comics verschlang, probte seine energiegeladene, hinreißende Frau den Aufstand. Die krassen sozialen Gegensätze in ihrem Land ließen Gioconda die Aussicht auf ein Leben im Country Club immer widerlicher erscheinen.

Ein Doppelleben beginnt: Für die Öffentlichkeit liebende Ehefrau und Mutter, schloss sich Gioconda der sandinistischen Widerstandsbewegung an, nahm an Geheimtreffen teil und gewährte Guerilleros Unterschlupf. Es folgen Jahre revolutionären und amourösen Abenteurertums, in denen sie sich auch als Lyrikerin einen Namen machte, schließlich aber unter dem Druck ständiger Verfolgung den Weg ins Exil wählte. Ein grandioses Revolutionsgemälde, hinreißend witzig erzählt von einer Powerfrau, die direkt nach dem Sturz Somozas im Juni 1979 zurückkehrte, um im kulturellen Aufbau ihres Landes den nächsten Schritt zu tun. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Gerade weil Gioconda Belli seit ihrer Jugendzeit sich so selbstlos, oft genug unter dem Einsatz ihres Lebens, für den Kampf gegen ein unmenschliches Regime eingesetzt hatte, kann man ihre ungeheuere Enttäuschung über das nachfühlen, was nach dem Sieg der Revolution aus dem Sandinismus geworden ist. Nicht nur die Tatsache, dass sie am Schluss ihr persönliches Glück in den USA findet, erinnert stark an die Prallelen bei Isabel Allende. Freilich meint der Rezensent, dass das vorliegende Buch viel mehr Aufmerksamkeit verdient als die auf Bestseller getrimmten Werke der Autorin von „Paula“.«
Hispanorama

»Belli ist ein spannender Roman gelungen, der Roman ihres eigenen Lebens – ihre Geschichte als flammendes Pamphlet für die Solidarität der Menschen, die Freiheit und die Kraft der Träume.«
Barbara Pikullik, Kölner Stadt-Anzeiger

»Eine weibliche Erfolgsstory, in der die Liebe, die Kinder, die Poesie und die Weltgeschichte eine spannende Verbindung eingehen.«
Sybil Wagener, Süddeutsche Zeitung

»Über Revolutionen in Lateinamerika und anderswo ist viel geschrieben worden, meist von Männern. Über die Konflikte des einzelnen und den Preis, den konkrete Menschen für ihren Einsatz zu bezahlen hatten, war dabei in der Regel wenig zu erfahren. Dafür bedarf es wohl des weiblichen Blicks. Nach der Lektüre von Gioconda Bellis Memoiren versteht man besser, warum auch diese Revolution scheitern mußte.«
Klara Obermüller, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein spannendes Leben, aber glücklicherweise ist Gioconda Belli in ihrer Autobiografie nicht der Versuchung erlegen, den Aufstand zu glorifizieren. [...] Dieses Buch handelt vom Heldentum und vom Scheitern, es erzählt von Träumen und vom Lebenssinn. Und es hinterlässt das unbefriedigende Gefühl, dass man etwas tun müsste.«
Max Eipp, stern

Kurzbeschreibung

»Eine weibliche Erfolgsstory, in der die Liebe, die Kinder, die Poesie und die Weltgeschichte eine spannende Verbindung eingehen.« Sybil Wagener in der ›Süddeutschen Zeitung‹

»Ich bin zwei Frauen gewesen und habe zwei Leben gelebt.« Sie will heiraten und Kinder kriegen, gleichzeitig beansprucht sie aber männliche Privilegien: unabhängig zu sein, kämpferisch und selbstbestimmt. Aus Empörung über die sozialen Gegensätze in ihrem Land schließt Gioconda Belli sich deshalb dem sandinistischen Widerstand gegen die Somoza-Diktatur an.

Ein Doppelleben beginnt: Für die Öffentlichkeit liebende Ehefrau und Mutter, nimmt sie an konspirativen Treffen teil und gewährt Guerilleros Unterschlupf. Es folgen Jahre revolutionären und amourösen Abenteurertums. Sie beginnt Gedichte zu schreiben, lernt Julio Cortázar, Gabriel García Márquez und Fidel Castro kennen. Beschattet und verfolgt, flieht Gioconda ins Exil. Als 1979 die Sandinisten den Sieg erringen, scheint für die schöne Revolutionärin, die nun zu einer der einflußreichsten Frauen Nicaraguas wird, die Utopie einer besseren, gerechteren Welt greifbar. Doch ihre Hoffnungen werden enttäuscht.

Gioconda Belli, neben Frida Kahlo und Evita Perón eine der exemplarischen Frauen des lateinamerikanischen Kontinents, hat mit ihrer Autobiographie eine hinreißende Liebeserklärung an ihr Land und an die Männer vorgelegt.

Zum Hardcover beim Carl Hanser Verlag ...

Der Verlag über das Buch

»Gerade weil Gioconda Belli seit ihrer Jugendzeit sich so selbstlos, oft genug unter dem Einsatz ihres Lebens, für den Kampf gegen ein unmenschliches Regime eingesetzt hatte, kann man ihre ungeheuere Enttäuschung über das nachfühlen, was nach dem Sieg der Revolution aus dem Sandinismus geworden ist. Nicht nur die Tatsache, dass sie am Schluss ihr persönliches Glück in den USA findet, erinnert stark an die Prallelen bei Isabel Allende. Freilich meint der Rezensent, dass das vorliegende Buch viel mehr Aufmerksamkeit verdient als die auf Bestseller getrimmten Werke der Autorin von „Paula“.« Hispanorama

»Belli ist ein spannender Roman gelungen, der Roman ihres eigenen Lebens – ihre Geschichte als flammendes Pamphlet für die Solidarität der Menschen, die Freiheit und die Kraft der Träume.«Barbara Pikullik im ›Kölner Stadt-Anzeiger‹

»Eine weibliche Erfolgsstory, in der die Liebe, die Kinder, die Poesie und die Weltgeschichte eine spannende Verbindung eingehen.« Sybil Wagener in der ›Süddeutschen Zeitung‹

»Über Revolutionen in Lateinamerika und anderswo ist viel geschrieben worden, meist von Männern. Über die Konflikte des einzelnen und den Preis, den konkrete Menschen für ihren Einsatz zu bezahlen hatten, war dabei in der Regel wenig zu erfahren. Dafür bedarf es wohl des weiblichen Blicks. Nach der Lektüre von Gioconda Bellis Memoiren versteht man besser, warum auch diese Revolution scheitern mußte.« Klara Obermüller in der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹

»Ein spannendes Leben, aber glücklicherweise ist Gioconda Belli in ihrer Autobiografie nicht der Versuchung erlegen, den Aufstand zu glorifizieren. [...] Dieses Buch handelt vom Heldentum und vom Scheitern, es erzählt von Träumen und vom Lebenssinn. Und es hinterlässt das unbefriedigende Gefühl, dass man etwas tun müsste.« Max Eipp im ›Stern‹

Über den Autor

Gioconda Belli wurde in Managua geboren. Sie studierte in Spanien und den USA. Ab 1970 beteiligte sie sich am Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur ihres Landes. Sie lebt heute in Managua und Los Angeles/USA.

Auszug aus Die Verteidigung des Glücks. Erinnerungen an Liebe und Krieg. von Gioconda Belli. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Zwei Dinge, über die ich nicht entschied, entschieden über mein Leben: das Land, in dem ich geboren wurde, und das Geschlecht, mit dem ich zur Welt kam. Vielleicht weil meine Mutter meine Ungeduld, geboren zu werden, bei einem Baseballspiel im Somozastadion von Managua spürte, wurde die Hitze der Menge mein Schicksal. Vielleicht kam auch meine Furcht vor der Einsamkeit daher; meine Liebe zu den Männern, mein Drang, die biologischen Grenzen und die Grenzen meiner Umwelt zu überschreiten und soviel Raum auf der Welt einzunehmen wie sie. Vor dem Stadion, aus dem meine Mutter direkt ins Hospital gebracht wurde, erhob sich damals ein Reiterstandbild von Anastasio Somoza García, dem Diktator, der 1937 in Nicaragua die Dynastie der Familie Somoza begründet hatte. Wer weiß, welche Schwingungen im Fruchtwasser weitergegeben wurden, jedenfalls schwang ich später, anstatt als Sportlerin einen Schläger in der Hand zu halten, alle mir zur Verfügung stehenden Waffen, um die Erben des Herrn zu Pferde zu stürzen und am Kampf meines Landes gegen eine der dauerhaftesten Diktaturen des amerikanischen Kontinents teilzunehmen. Ich war nicht schon als Kind so rebellisch. Ganz im Gegenteil. Nichts ließ meine Eltern vermuten, daß dieses artige, süße kleine Mädchen, das auf den Kinderfotos immer so wohlerzogen dreinschaute, sich eines Tages in die aufrührerische Frau verwandeln würde, die sie um den Schlaf brachte. Ich war eine späte Rebellin. Während meiner Jugend las ich viel. Ich las unersättlich und mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Jules Verne und mein Großvater Pancho - der mich mit Büchern versorgte - waren dafür verantwortlich, daß ich eine zügellose Phantasie entwickelte und zu glauben begann, daß die eingebildeten Wirklichkeiten tatsächlich Wirklichkeit werden konnten. Die revolutionären Träumereien fanden in mir einen fruchtbaren Nährboden. Und das gleiche geschah mit anderen Träumen, die meinem Geschlecht eigen sind. Nur daß meine Märchenprinzen Guerilleros waren und daß ich meine Heldentaten beging, während ich Windeln wechselte und Nuckelflaschen auskochte. Ich bin zwei Frauen gewesen und habe zwei Leben gelebt. Eine von den beiden wollte alles so machen, wie es dem klassischen Frauenbild entspricht: heiraten, Kinder kriegen, immer freundlich, nachgiebig und fürsorglich sein. Die andere wollte die männlichen Privilegien: Unabhängigkeit, Selbstgenügsamkeit, eine Rolle im öffentlichen Leben spielen, Beweglichkeit, Geliebte haben. Beide Personen auszutarieren und ihre Kräfte zusammenzuführen, damit sie mich bei ihren Zweikämpfen nicht mit Bissen und Haarreißen traktierten, hat mich einen großen Teil meines Lebens gekostet. Ich meine, ich habe es schließlich erreicht, daß beide unter derselben Haut nebeneinander existieren können. Ohne aufzuhören, eine Frau zu sein, habe ich es, glaube ich, geschafft, auch genügend Mann zu werden. Meine beiden Leben miteinander zu versöhnen ist schwieriger gewesen. Es hat die räumliche Trennung bedeutet. Mir meine Vergangenheit in meinem Land auf den Rücken zu laden und sie mitzunehmen, nicht einfach irgendwohin, sondern nach Nor-den, in das Land, wo das Netz erdacht wurde, in dem sich der Fisch meiner Phantasie verfing und verschied. Ein Jahr nachdem ich und viele andere mit mir ungläubig und jubilierend unsere glühendsten Träume erreicht hatten, kehrte mein Land zum Krieg zurück, blutete aus. Anstatt Manna vom Himmel regnete es Kugeln; statt im Chor zu singen, zerstritten wir Nicaraguaner uns; statt Überfluß gab es Mangel. Während mein Volk "Yankee, go home" auf die Wände malte, verliebte ich mich in einen Yankee-Journalisten. Als von meiner Revolution nur noch das Echo und die Spuren übrigblieben, brachte mich die Liebe, der ich nie widerstehen konnte, dazu, mit dem Geliebten einen Pakt zu schließen, der mich verpflichtete, einen Teil der Zeit in seinem Land zu leben. Durch diesen magischen Zauber verbringe ich, beinahe wie die Prinzessin im Märchen, einen Teil meines Lebens damit, als Vogel verwandelt in einem goldenen Käfig zu singen und mich nach den Tropen zu sehnen, aus denen ich stamme. Aus meinem von Palmen umgebenen und von der kalifornischen Sonne beschienenen Käfig heraus versuche ich mich mit meinem Land zu versöhnen, das mir wie ein frecher Bengel den Drachen wegnahm, den ich steigen ließ; ich versuche, es mit den Augen des Mannes zu sehen, den ich liebe. Verloren in der Anonymität einer großen amerikanischen Stadt, bin ich eine von vielen. Eine Mutter, die ihre Tochter in den Kindergarten bringt und Kindergeburtstage organisiert. Niemand, der mich sieht, vermutet, daß mich einmal ein Militärgericht verurteilte, weil ich eine Revolutionärin war. Dabei habe ich doch einmal ein anderes Leben gelebt. Ich war als Organisatorin und Zeugin an großen Taten beteiligt. Ich erlebte die Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes, das ein ganzes Volk mit Schweiß und Blut zur Welt brachte. Ich sah die Massen das Ende von fünfundvierzig Jahren Diktatur feiern. Ich spürte die riesigen Energien, die freigesetzt werden, wenn man sich traut, die Angst zu durchbrechen, mit einem Ziel, das über den einzelnen hinausgeht. Ich habe viel geweint, doch habe ich auch viel gelacht. Ich lernte die Freuden kennen, die es bedeutet, das Ich hinter sich zu lassen und das Wir zu umfangen. In diesen Zeiten, in denen es so leicht ist, in Zynismus zu verfallen, an nichts mehr zu glauben, die Träume zu verwerfen, bevor ihnen Flügel wachsen können, schreibe ich diese Erinnerungen zur Verteidigung des Glücks, für das es sich zu leben und sogar zu sterben lohnt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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