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Vor der Entbindungsklinik in Managua erhebt sich ein imposantes Reiterstandbild von Anastasio Somoza García, dem Diktator, der 1937 in Nicaragua die Dynastie der Somozas begründete. Für Gioconda Belli, die hier geboren wurde, ein eindeutiges Symbol. Schließlich sollte sie Jahre später zur erbitterten Widerstandskämpferin gegen die Nachfolger dieses Herrn werden, die aus Nicaragua eine der dauerhaftesten Diktaturen Mittelamerikas gemacht hatten.
Gioconda Belli, neben Frida Kahlo und Evita Perón eine der wenigen Frauen die in Lateinamerika Kultstatus erlangt haben, legt eine Liebeserklärung vor -- an ihr Land und an die Männer. Allein, die Premiere floppte. Ihr erster Ehemann, mehr Langweiler denn Latin Lover, fiel direkt nach dem Liebeswerben in ein anhaltendes Formkoma. Während er auf dem Sofa Comics verschlang, probte seine energiegeladene, hinreißende Frau den Aufstand. Die krassen sozialen Gegensätze in ihrem Land ließen Gioconda die Aussicht auf ein Leben im Country Club immer widerlicher erscheinen.
Ein Doppelleben beginnt: Für die Öffentlichkeit liebende Ehefrau und Mutter, schloss sich Gioconda der sandinistischen Widerstandsbewegung an, nahm an Geheimtreffen teil und gewährte Guerilleros Unterschlupf. Es folgen Jahre revolutionären und amourösen Abenteurertums, in denen sie sich auch als Lyrikerin einen Namen machte, schließlich aber unter dem Druck ständiger Verfolgung den Weg ins Exil wählte. Ein grandioses Revolutionsgemälde, hinreißend witzig erzählt von einer Powerfrau, die direkt nach dem Sturz Somozas im Juni 1979 zurückkehrte, um im kulturellen Aufbau ihres Landes den nächsten Schritt zu tun. --Ravi Unger
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Sie beschreibt Ihr Leben mit allen Hochs und Tiefs - ungeschönt und offen - wobei ihr Hauptaugenmerk auf den Jahren zwischen 1970 - 1983 liegt, also der Zeit Ihres Eintritts in die Widerstandsbewegung bis hin zu den ersten Schwierigkeiten der Umsetzung des "Glückes eines Landes". Die Jahre davor zeigen die Herkunft und die Jahre danach die endgültige Findung dieser aussergewöhnlichen Frau.
Wer genauere Details hinsichtlich des Widerstandes und der Diktatur sowie der Umsetzungsschwierigkeiten nach dem geglückten Putsch sucht, ist hier falsch. Gioconda Belli hält sich - und das finde ich sehr gut - an die von ihr direkt erlebten und mitempfundenen Geschehnisse. Dadurch ist diese Biographie beides - eine Darstellung der persönliche Selbstfindung einer tollen Frau und auch eine - natürlich sehr persönliche - Biographie Nicaraguas der letzten 35 Jahre (bis 1999).
Die persönlichen Schlussfolgerungen sind immer klar subjektiv geprägt. Sie einzuschätzen fällt jedoch leicht, hat sich Gioconda Belli doch recht ungeschönt gezeigt.
Ihr Vergleich zwischen den vor allem von den Amerikanern vorgelebten Werteverständnis, mit dem von ihr und auch von der Widerstandsbewegung verfolgten, ist sehr eindrucksvoll. Dieses Buch hallt noch lange nach.
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