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Die Versuchungen der Fremde: Unterwegs in Arabien, Indien und Afrika [Gebundene Ausgabe]

Ilija Trojanow
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

10. November 2011
Ilija Trojanow spannt den Bogen von seiner Kindheit in Ostafrika bis zu seinen Pilgerfahrten durch Arabien und Indien. Die drei großen Reisen, die seinem Erfolgsroman »Der Weltensammler« (500 000 Mal verkauft) vorausgingen, erstmals in einem Band. Auf dem heiligen Strom Ganges, mit Millionen muslimischen Pilgern auf der Hadsch, als Rückkehrer in das Land seiner Kindheit, Ostafrika: Leben und Reisen sind für den Schriftsteller Ilija Trojanow untrennbar verbunden. Seine besondere Leidenschaft gilt seit jeher dem indischen Subkontinent, Arabien und Afrika. Stets ist er allein und ohne Gepäck unterwegs, als Nomade abseits der Touristenströme, als Pilger zwischen den Weltreligionen oder als literarischer Spurenleser. Ob er in Tansania eine Suahelihochzeit mitfeiert, mit den Bootsleuten am Ganges das Mittagessen teilt oder sich von den Ornamenten in der großen Moschee von Mekka berauschen lässt: Mit Trojanow als Begleiter wird die Fremde zu einem intensiven, ureigenen Erlebnis.

Wird oft zusammen gekauft

Die Versuchungen der Fremde: Unterwegs in Arabien, Indien und Afrika + Der Weltensammler: Roman + Der entfesselte Globus: Reportagen
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Spannend.«, Food & Travel, 01.02.2012

Über den Autor

Ilija Trojanow, 1965 in Bulgarien geboren, floh 1971 mit seiner Familie über Jugoslawien und Italien nach Deutschland und erhielt dort politisches Asyl. Er lebte zehn Jahre in Kenia, fünf Jahre in Bombay, zog 2003 nach Kapstadt und lebt heute in Wien. Von 1985 bis 1989 studierte Ilija Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie an der Universität München. 1989 gründete er den Kyrill & Method Verlag und 1992 den Marino Verlag in München. Seine Romane, Reisereportagen und Streitschriften sind von der Kritik gefeierte Bestseller. Trojanow erhielt verschiedene Auszeichnungen wie den Preis der Leipziger Buchmesse 2006, den Berliner Literaturpreis 2007, den Preis der Literatur-häuser 2009, den Würth-Preis für Europäische Literatur 2010 und den Carl-Amery-Preis 2011. Im Herbst erscheint sein neuer Roman »EisTau« (Hanser Verlag).www.ilija-trojanow.de

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5.0 von 5 Sternen Mit allen Sinnen 11. November 2011
Von Volker M. TOP 50 REZENSENT
Der Kontrast kann kaum größer sein. Das Vorwort zu Ilja Trojanows neuem Buch hat Roger Willemsen geschrieben. Hier eine Sprache, deren Klarheit und Präzision die Schönheit und Hässlichkeit unserer Welt schonungslos offenlegt, die Wirklichkeit hinter der Fassade hervorzerrt, sezierend ohne jemals auch nur ansatzweise ins Schwafeln zu geraten. Und dann Willemsens blumiger, nein blasiger Stil, der vor lauter Gelehrsamkeit kaum einen klaren Gedanken mehr zulässt, von Metaphern zersiebte Sätze, die sich im Ungefähren auflösen. Gottlob, nach zehn Seiten ist es vorbei und es beginnt das wahre Leben.

Als ich vor einigen Jahren Trojanows "Weltensammler" las, war ich sofort fasziniert von diesem unglaublichen Talent, das Lebensgefühl einer fremden Kultur in die richtigen Worte zu fassen. Poetisch ohne jemals rührselig zu werden. Mit journalistischer Genauigkeit ohne jemals trocken zu sein. Kein Wort zu viel, keins zu wenig. Nie langweilig, nie abgehoben. Es ist eine einzige Freunde einem so wachen und klaren Verstand zu begegnen, wenn auch nur auf dem Papier. Einem Menschen, der nicht nur klug, sondern auch in der Lage ist, seine Gedanken ohne Hybris mit seinem Leser zu teilen.

"Die Versuchungen der Fremde" ist kein Roman, sondern eine Sammlung von einfühlsamen Reisereportagen, persönlichen Erlebnissen, die Trojanow gewohnt stilsicher beschreibt. Man ist unmittelbar dabei, wenn er die Quellen des Ganges sucht oder die Menschen sich "wie auf der Töpferscheibe Gottes" langsam um die Kaaba in Mekka bewegen. Geschichten aus Afrika, Arabien und Indien, die mehr über Afrika, Arabien und Indien erklären, als so manch gelehrter Aufsatz. Trojanow ist immer wach, mit allen Sinnen dabei, er saugt förmlich die Atmosphäre ein und gießt sie in Worte. Ein wunderbares Buch ist daraus geworden. Nur selber Reisen ist noch wunderbarer.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Das vorliegende Buch macht zum ersten Mal jene drei berühmten Reiseerzählungen von Ilija Trojanow in einem Band zugänglich, die seinem großen Erfolgsroman "Der Weltensammler" voraus gingen:

* In Afrika (1993)
* An den inneren Ufern Indiens (2003
* Zu den heiligen Quellen des Islam (2004)

In seinem im April 2011 zu dieser Ausgabe verfassten Nachwort schreibt Trojanow Gedanken zum Reisen, Unterwegssein und Erfahren auf, die den meisten Menschen heute verloren gegangen sind. Die Lektüre dieser Reiseerzählungen kann ihnen vielleicht helfen, eine Ahnung davon zu bekommen, wie das Fremde nichts mehr etwas Bedrohliches darstellt, sondern eine Versuchung, die das eigene Leben bereichert:
"Unsere Vorstellungen von Rast und Unrast werden bestimmt vom metaphysischen Konzept des Homo viator, des reisenden Menschen, der vom Hier zum Dort, vom Eigenen zur Fremde unterwegs ist. Der Homo viator kommt eigentlich nie wirklich an, er kehrt zurück und plant schon die nächste Reise, während er noch den Koffer der letzten Reise entleert. Für ihn ist jeder Aufbruch ein Ausbruch aus dem Gefängnis des Alltags, ein Verlassen des eingeschlagenen Lebenswegs. Die Geschichten, die er aus der Fremde mitbringt, sind seiner Wahrnehmung geschuldet. Auch wenn er anderen zugehört hat, er hat die fremden Erzählungen ungenau in seine individuelle Sprache übersetzt. Wenn er abseits der abgetretenen Pfade unterwegs war, hat er eine Ahnung von den alternativen Versionen der Geschichte gewonnen. Der Reisende ist ein gesegneter Narr und daher zu Recht unsterblich versinnbildlicht von Don Quixote - selbst wenn seine Lanze das Ziel verfehlt, trifft ihr Schatten mitten ins Herz."

Erzählungen sind das, die den Leser gefangen nehmen und ihn entführen in eine Welt, in die er sonst nie kommen würde. Sie lassen das Fremde erscheinen als einen bisher unentdeckten Teil des Selbst. Sie sind nicht nur unterhaltsame und lehrreiche Lektüre, sie verändern die Wahrnehmung auch des Eigenen, Nahen und Bekannten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heimatwerdung in der Fremde 10. Juli 2012
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
"Du bist die Schöpferin von allem, sagte Shiva, die Mutter aller Mütter. Nichts kann ohne dich existieren.
Das stimmte Parvati traurig. Was bleibt mir dann noch zu tun?
Du bist die einzige, die die Welt erzählen kann.
Worauf er sie von hinten umarmte, damit er an ihrem Kopf vorbei ins Tal und über alle
Gipfel blicken konnte.
Das ist die Welt. Sie lebt, und doch lebt sie nicht, denn keiner hat je von ihr erzählt.
Würdest du das für mich tun?
Was soll ich für dich tun?
Die Welt erzählen."

Der Hinduismus kennt eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen und genauso viele Legenden gibt es über das Liebespaar Shiva und Parvati. Einige hat Ilia Trojanow in seinen Text eingeflochten. Zudem übernimmt er die Rolle Parvatis und erzählt die Welt - zumindest einen Teil davon. Nach Afrika, Indien und Mekka begleiten ihn seine Leser, um den "Versuchungen der Fremde" zu erliegen. Dabei sollte man weniger Reisereportagen im engeren Sinne erwarten, sondern viel eher "Zustandsbeschreibungen, Schilderungen, Reisebilder, Augenzeugenberichte, Suchmeldungen.", wie Roger Willemsen treffend in seinem Vorwort vermerkt. "Trojanow reist, indem er die weiche Stelle in der Fremde sucht, den Ort, die Situation, die ihn einlassen werden."

Durchlässige Membranen findet er auf seinen Reisen scheinbar mühelos. Vielleicht, weil er sich auf die innigste Art der Entdeckung einlässt: "Nur wer zu Fuß geht, sieht mit dem ganzen Körper.", so Trojanow. Und auch dann niemals als Flaneur, "sondern als Augenzeuge mit der seltenen Bereitschaft, sich aus sich selbst zu lösen in einem großherzigen Akt des Selbstverzichts.", erkennt Roger Willemsen völlig zu Recht. Seine Gefühle und Empfindungen nimmt Trojanow in seinen Texten weitestgehend zurück. Nicht als Tourist erlebt man ihn, sondern "als Prisma, in dem sich die Welt zeigt", als "Medium der Fremde".

So betritt der Leser gemeinsam mit dem "Weltensammler" zum Beispiel an der ostafrikanischen Küste ein Haus der Suaheli, in dem es einen 'Raum des Lebens und des Sterbens', gefangengenommen von einer besonders beruhigenden Schönheit. "Nur eine Tür führt in ihn hinein. Durch sie wird der Mensch als Baby in die Welt hinaus- und durch sie wird er nach seinem Tod wieder hereingetragen. Von dieser Ecke des Hauses aus findet der Suaheli zu seinem Leben, und hier wird er in den ersten Tagen nach seinem Tod aufbewahrt. Der natürliche Kreislauf schließt sich in diesem Raum."
Ungesehen glaubt man ihm auch, dass die Große Moschee in Mekka zu den schönsten Bauwerken der Menschheit gehört, da in ihr Architektur mit Leben gefüllte Substanz wird. Seine Beschreibungen suggerieren geradezu vor dem eigenen geistigen Auge das "Perpetuum mobile der Hingabe" der rotierenden Menschheit auf der "Töpferscheibe Gottes", als die er die die Kaaba umrundenden Pilger wahrnimmt.

Doch Trojanow legt nicht nur das Schöne zuoberst. So zählt vor allem seine Reise entlang des Ganges zu den intensivsten Berichten. Ein Fluss, dessen Heiligkeit durch die im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinkende immense Verschmutzung allerorts mit Füßen getreten wird. Als geradezu schockierend empfindet man seine Schilderungen von einer garagengroßen Werkstatt, in der achtjährige unterernährte Kinder jeden Morgen von vier Uhr in der Früh bis Mitternacht schuften, manchmal nur mit einer Mahlzeit am Tag. Kinder, die geschlagen werden, wann immer sie einen Fehler machen, einen Hungerlohn erhalten und selten oder nie ihre Eltern sehen, nur um einen Teppich mit abstrakten Mustern zu knüpfen. "Abstraktionen von Schönheit und Leid. Geometrische Provokationen.", so der Autor. Trojanow zeigt ein Indien wie es garantiert in keinem Hochglanz-Reiseprospekt zu finden ist. Ein Land fernab jeder Beschönigung und Verklärung, das sich zunehmend von den eigenen philosophischen Traditionen abkoppelt und täglichen Terror widerspruchslos hinnimmt. "Ungerechtigkeit und Gewalt sind Lebenskonstanten geworden.", stellt er fest.

Fazit: An allen Plätzen, die er bereist, sei es nun Afrika, Indien oder Mekka, erweist sich Trojanow als Fragender und Aufklärer, als Unschuldiger und Kenntnisreicher zugleich. Mal protokollarisch oder dokumentarisch, dann wieder literarisch oder lyrisch changieren seine Texte zwischen Reflexion, Kritik, Darstellung und Poesie. Seine auf jeder Seite spürbare Neugier überträgt sich eins zu eins auf den Leser, der sich wünscht, selbst auf diese Weise "Aufbrechender, Unterwegs-Seiender, suchender und schließlich Erfahrener" zu werden.
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