Eine Gruppe Schmetterlinger fliegt zur Stadt Mangarath, um Sternenstaub zu besorgen, mit dem ihre Schmetterlinge bemalt werden. Unter ihnen ist Nadil, dessen Großvater Sari ganz Phantásien bereiste, und der zuletzt in Mangarath gesehen wurde. Tatsächlich ist in dieser Stadt mit ihren Klängen und Tönen nicht alles so, wie es scheint.
Ein Fantasy-Märchenroman, der, wie alle Bücher des Autors, dessen Ideenreichtum und Erzähltalent beweist. Die Originalität der Figuren, der abenteuerliche Weg des Protagonisten zur Rettung Phantásiens und die in sich selbst logischen, aber unbegreiflichen Eigenarten dieser Welt entsprechen der Vorlage von Michael Endes "Die Unendliche Geschichte". Auch das, was der Autor über die Attraktivitäten der Stadt Mangarath erzählt, über die ständige Beschallung und Berieselung mit Klängen und Tönen und die Vertreibung der Stille enthält viel Wahres.
Aber: Von anderen Fantasy-Welten unterscheidet sich Endes Phantásien dadurch, dass es keinen fiktiv-festgelegten Schöpfungsmythos hat, sondern dass es immer wieder neu und immer anders und fortdauernd erschaffen wird, dass es nur existieren kann, weil es erschaffen wird. Leider hat sich Fleischhauer genau dieses Thema zu eigen gemacht und einen Schöpfungsmythos erfunden, der stark an den biblischen Engelkampf erinnert. Dies widerspricht Endes Idee von Phantásien.
Wäre das Buch ein "ganz normaler" Fantasyroman, könnte man ihm ohne Weiteres 5 Sterne geben; sieht man es jedoch auf dem Hintergrund seiner großen Vorlage, so hat es deren Anspruch nicht erreicht.