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Die Vermessung der Welt Taschenbuch – 29. Februar 2008


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 35 (29. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499241005
  • ISBN-13: 978-3499241000
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 2,4 x 19,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (566 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 613 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Daniel Kehlmann ist einer der Shootingstars der deutschen Literatur. 1997 veröffentlichte der 1975 geborene Sohn eines Regisseurs und einer Schauspielerin seinen ersten Roman. Auf "Beerholms Vorstellung" folgten in knappen Abständen weitere Romane, Erzählungen und eine Novelle. 2005 erschien "Die Vermessung der Welt", ein Welterfolg, der in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde. Darüber hinaus erhielt Daniel Kehlmann schon in den ersten Jahren seiner Schriftstellerkarriere etliche der renommiertesten deutschen Literaturpreise, häufig gar mehrere in einem Jahr. Darunter befanden sich der "Kleist-Preis" (2006) und der "Thomas-Mann-Preis" (2008). Kehlmann besuchte als Kind eine Jesuitenschule und studierte in Wien Philosophie und Germanistik. Heute ist er freier Autor und Essayist.

Produktbeschreibungen

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In seinem fünften und bisher besten Roman widmet sich der junge Daniel Kehlmann gleich zwei großen Geistern der an deutschen Genies reichen Epoche des 19. Jahrhunderts. Abwechselnd lässt er Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt die Welt erforschen und vermessen, am Ende begegnen sich die beiden, inzwischen alt und berühmt geworden, in Berlin. So leicht, geistreich und zugleich witzig ist schon lange nicht mehr über deutsche Dichter und Denker erzählt worden, über die allzumenschliche Lächerlichkeit auch im Genial-Erhabenen. Ob das alles wirklich so war, fragt der glückliche Leser nicht, auch wenn die leicht karikaturhaften Züge nicht zu leugnen sind. Etwa wenn Humboldt mit seinem Begleiter Bonpland von Paris nach Madrid reitet, um dort am Hof um die Erlaubnis für seine erste Südamerikaexpedition anzusuchen, sie aber einfach nicht vorankommen, weil Humboldt nicht aufhören kann, nebenbei zu messen und zu forschen: “Ein Hügel, von dem man nicht wisse, wie hoch er sei, beleidige die Vernunft, mache ihn unruhig. Ohne stetig die eigene Position zu bestimmen, könne ein Mensch sich nicht fortbewegen. Ein Rätsel, wie klein auch immer, lasse man nicht am Wegesrand.“

Gäbe es einen Preis der prägnantesten Hörbuchstimmen, hätte Ulrich Matthes sicher gute Chancen. Es genügen wenige Worte, um ihn zweifelsfrei zu erkennen. Unverkennbarkeit einerseits, grandioser Schauspieler andererseits, wie Matthes in zahlreichen Stücken, Filmen und Hörbüchern bewiesen hat. Auch aus dem Kehlmann-Roman macht er ein akustisches Ereignis und vermag die Wirkung dieses glänzenden Stücks Literatur noch strahlender zu machen. Dringend zu empfehlen!

Spieldauer: ca. 345 Minuten, 5 CDs, Hörbuchfassung des Autors

--Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Pressestimmen

Eine literarische Sensation. (Guardian)

Ein großes Buch, ein genialer Streich. (Frankfurter Rundschau)

Urkomisch und herzzerreißend. (Time Magazine)

Ein wahrhaft reicher und bahnbrechender Roman. (Nouvel Observateur)

Daniel Kehlmanns Roman über Gauß und den Naturforscher Alexander von Humboldt ist die leichthändig ineinander verwobene Doppelbiographie zweier großer Gelehrter, so unterhaltsam und humorvoll und auf schwerelose Weise tiefgründig und intelligent, wie man es hierzulande kaum für möglich hält. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

58 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von film-o-meter am 27. März 2009
Format: Taschenbuch
"Man heiratet, wenn man nichts Wesentliches im Leben vorhat." Wer einen solchen Satz von sich gibt, der muss in der Tat noch einiges vorhaben. Und wer als junger Mann furchtlos bei einer der ersten Ballonfahrten Pilâtre de Roziers dabei ist und gar nicht genug davon haben kann, weil man von oben die Krümmung des Raumes erahnt, dürfte buchstäblich zu Höherem berufen sein. Der Frauenverächter ist Alexander von Humboldt, der Ballonfahrer Carl Friedrich Gauß. Mit seinen Reisen quer über den amerikanischen Kontinent hat Humboldt, der kleine Bruder des Hochschulreformers und Politikers, diese Ankündigung dann auch eindrucksvoll wahr gemacht: vom Orinoko hinauf zu den Anden-Höhen von Pichincha und Chimborazo und schließlich zu den Pyramiden von Teotihuacan bei Mexiko-Stadt. In der Schilderung von Humboldts Südamerika-Expedition hat auch Kehlmanns Roman seine Höhepunkte, etwa wenn der Baron und sein Alter Ego Bonpland auf dem Weg zum Gipfel des Chimborazo (galt damals als der höchste Berg der Welt) oder schon vorher im Dschungel nach der Einnahme von Curare halluzinieren.
Parallel zu Humboldts Biografie schildert der Autor das Leben des genialen Mathematikers, Kartografen und Sternenkundlers Gauß. Der Reiz besteht in der antagonistischen Anlage dieser beiden genial begabten Männer: Enthusiastisch, rastlos, von einer unersättlichen Neugier auf unentdeckte Wissensgebiete getrieben und beseelt von einem geradezu naiven Optimismus und Glauben an die Vernunft des Menschen der eine; häuslich, hypochondrisch, notorisch schlecht gelaunt und tyrannisch der andere. Mit einer Begegnung der ungleichen Helden in Berlin, die im letzten Drittel wieder aufgenommen wird, setzt der Roman ein.
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336 von 381 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Alexander Schmitt am 5. März 2009
Format: Taschenbuch
Nachdem ich viele der über 300 Rezensionen zu diesem Buch gelesen habe, muss ich feststellen, dass das Buch von vielen Lesern offensichtlich falsch verstanden wurde. Natürlich ist es kein spannendes Buch mit einem klar definierten Plot, der in einem Höhepunkt kumuliert, denn das ist meines Erachtens nach auch nicht der Anspruch dieses Werkes. Vielmehr ist Kehlmanns Roman in erster Linie eine satirische, bisweilen karikierende Darstellung des "Deutschseins", und zwar in zeitlich ungebundenen Kategorien eingebettet. Auch wenn die Handlung bereits vor 200 Jahren stattfand, so sind die meisten Stereotypen doch bis heute erhalten. In zweiter Linie ist es wohl eine philosophische Abhandlung über das Altern, das Kehlmann wie kein Zweiter auf sehr subtile, würdevolle, aber auch lustige Art und Weise betrachtet.

Hervorzuheben ist meiner Meinung nach besonders sein Schreibstil. Als Vielleser von Gegenwartslitaratur (nicht nur deutschsprachiger zwar) war Kehlmanns Roman stilistisch gesehen für mich ein besonderer Genuss. Die oftmals kritisierte, immer anwesende indirekte Rede schafft eine ganz besondere und auch nötige Distanz zu der lange zurückliegenden Handlung, was ich (als Geschichtsstudent) ausschließlich positiv bewerten kann. Historische Romane, in denen die direkte Rede überwiegt, können per se nicht authentisch sein, denn wer will genau wissen können, was wirklich gesagt wurde?!

Über kleinere Ungenauigkeiten bei der biographischen Recherche zu Gauß und Humboldt kann man durchaus hinwegsehen, sie tun der Handlung bzw. vielmehr der Aussage des Buches keinen Abbruch.
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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gabriele B. am 13. Februar 2009
Format: Taschenbuch
Maßlos, überbewertet, Abklatsch - das sind die Kritiken mit einem Stern. Ehrlich gesagt, hatte ich so was Ähnliches auch erwartet bei diesem Buch, das lange auf der Bestsellerliste ganz oben stand. Deswegen hatte ich es nicht gekauft. Und habe es dann geschenkt bekommen und gelesen. Und war angenehm überrascht. Damit habe ich nicht gerechnet. An die 1-2 Sterne-Kritiker: ich kann diese Meinungen verstehen.

Doch mir gefallen dieser Stil und diese Erzählweise, sie setzen sich angenehm ab von vielen anderen.Indirekte Rede statt direkter, Phantasie ersetzt Wirklichkeit bzw. ergänzt sie, so dass man nicht weiß, was momentan zutrifft. Dieses Nichtwissen, war's jetzt so oder doch nicht, macht die Erzählung interessant. Ein sehr gutes Stilmittel.

Kurze Sätze, manchmal ironisch gefärbt, manchmal witzig, für Humboldt schien es für Kehlmann einfacher gewesen zu sein, diesen Ton zu treffen, der den Leser schmunzeln lässt. Hier haben wir zwei Genies, die unterschiedlicher kaum sein können, die beide jedoch in ihrem eigenbrötlerischen Gehabe sehr schwierige Typen sind; denen es zu einem großen Maß an Sozialkompetenz fehlt, die jedoch absolut zielgerichtet ihrer Bestimmung folgen und der Welt brillante Erkenntnisse vermitteln.

Ich denke, man sollte das Buch mit dem gebotenen Respekt, aber nicht mit zu viel Ernst lesen. Wer mehr über Gauß und Humboldt wissen und lernen möchte - und diese Erzählung stiftet geradezu an - der kann sich entsprechend informieren und trockene Biografien lesen.
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