taz Nord, 8. April 2006
"Ich gebe zu: Hat ein Buch einen schönen Titel, wandert es auf den Lesestapel. Der wunderbar versponnene Glückssucher-Roman "Die Verlängerung des Markts in den Abend hinein" von Hans-Peter Kunisch aus dem Verlag mit dem schönsten Namen: Blumenbar! "
Carsten Werner
Carsten Werner
Tagesspiegel, 8. Mai 2006
"Diese Prosa ist lebendig, vor allem wenn Hans-Peter Kunisch, 1962 in der Schweiz geboren und heute in Berlin zu Hause, Porträts entwirft. Atemberaubend schön sind sie manchmal im Aufblitzen der Bilder, des Versuchs, das Leben einzuatmen und es auszuatmen in seiner ganzen Selbstverständlichkeit und Fremdheit. Einzelne Figuren bleiben lange haften. Denn Kunischs Sätze verwandeln auch Trivialitäten in Poesie." Carmen-Francesca Banciu
NDRkultur, Neue Bücher, 4.5.2006
"Die Verlängerung des Markts in den Abend hinein" ist ein atmosphärischer und philosophischer Roman. Er ist auf die gleiche Weise schön wie der Ort, um den er kreist: Er ist "ein Hinweis darauf, dass die Welt nicht entdeckt ist." Anne Rullmann
DIE ZEIT, 28.12.2006
"Der Markt als Welt en miniature, als Modellschauplatz für Begegnungen, Schicksalsfügungen, tragikkomische Storys. Hans-Peter Kunisch hat ihn zum Akteur und poetologischen Prinzip gemacht. Das heißt: Linear, in der Geraden, spielt sich hier nichts ab, vielmehr in konzentrischen Kreisen, in "Wellen" und "Strudeln" ... Kunisch beherrscht die Entlarvung, vor allem aber die Übergänge: Darin liegt seine Poesie, sein skurriler Witz. Roberst Walser hätte an Kunisch seine Freude gehanbt ... Gut so. Und gut, dass Kunischs kleines Welttheater ein Ort der Poesie ist." Ilma Rakusa
Süddeutsche Zeitung, 9.1.2007
"Aber Kunischs Roman hat es auch gar nicht darauf abgesehen, unser Verständnis von Mordfällen auf dem Viktualienmarkt zu befördern. Viel eher zieht er uns in das Milieu einer literarischen Phantastik hinein, die einen vom Ferne an den magischen Realismus Ernst Jüngers oder an manche Imagination im Prosawerk von Botho Strauß erinnert. Abgedreht wirkt das alles, trotz der taghellen Marktbeleuchtung, abgetönt und wie geträumt ... Wer lernt, in der Mitte allen Geschehens die Ruhe zu bewahren ... wird für die Verlängerung des Markts in den Abend hinein dankbar sein." Christoph Bartmann
Kurzbeschreibung
Von unabhängigen Glückssuchern Die Sprache hat Kraft, scheint von Sonne, Licht, Wetter, Fernweh getränkt zu sein - wie die Menschen, von denen hier erzählt wird. Denn die Figuren in Hans-Peter Kunischs Debüt Die Verlängerung des Markts in den Abend hinein halten sich vor allem im Freien auf, um einen Marktplatz herum. Der Platz liegt genau im Zentrum der Stadt. Doch die Hauptwege führen an ihm vorbei. Er wirkt, mitten auf dem Markt, wie ein unbesetztes Gebiet. Ein Roman entwickelt sich. Ein Roman in Buden. Da ist Pjotr, ein Fotograf, der am liebsten Richtung Nordosten reist. Maria, die keine Aufenthaltsgenehmigung hat und an die Stadt gefesselt ist. Oder Waldau, der sich oft ins hügelige Umland zum Wandern zurückzieht. Joe, einer der Händler, muß vor seinen Gläubigern fliehen. Aline schickt Briefe von der Küste. Allesamt sind sie so etwas wie unabhängige Glückssucher. Und wohin es sie auch verschlägt, sie kehren immer wieder an den Platz zurück. Was anfangs beinahe paradiesisch wirkt, erfährt bald deutliche Wendungen ins Dunkle. Irgendwann ereignet sich ein Mord. Beobachtet wird das Geschehen von zwei Denkern, dem Traurigen und dem Lustigen, die in luftigen Höhen über dem Platz ihre Runden drehen. Aber sie sehen nicht alles, und philosophisch gesehen haben sie erstaunlich wenig zu bieten. Die heimliche Intellektuelle des Romans ist Rosa - eine Kuh, die gleich zu Beginn dieser ebenso unkonventionell wie glanzvoll geschriebenen Geschichte über Kunst sinniert. "Der Markt als Welt en miniature, als Modellschauplatz für Begegnungen, Schicksalsfügungen, tragikkomische Storys. Hans-Peter Kunisch hat ihn zum Akteur und poetologischen Prinzip gemacht. Das heißt: Linear, in der Geraden, spielt sich hier nichts ab, vielmehr in konzentrischen Kreisen, in "Wellen" und "Strudeln" ... Kunisch beherrscht die Entlarvung, vor allem aber die Übergänge: Darin liegt seine Poesie, sein skurriler Witz. Roberst Walser hätte an Kunisch seine Freude gehanbt ... Gut so. Und gut, dass Kunischs kleines Welttheater ein Ort der Poesie ist." DIE ZEIT
Über den Autor
Hans-Peter Kunisch, 1962 in der Schweiz geboren, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in Fribourg und München. Derzeit lebt er als freier Journalist in Berlin und Irland. Stipendium der Literaturwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin, Arbeitsstipendium des Berliner Senats. Die Verlängerung des Markts in den Abend hinein ist sein erster Roman.