Kann an Spannung mit dem fiktiven "Original", „Robinson Crusoe", mithalten. Pesskow schreibt aus erster Hand, nahe bei den langjährigen Einsiedlern, ohne sich aufzudrängen, und er lässt es auch nicht bei einer einmaligen Sensationsschilderung, sondern er folgt den Menschen geduldig über fast 15 Jahre nach ihrer Entdeckung. Das Buch ist dramaturgisch gut aufgebaut, es strahlt journalistische Professionalität aus (in erster Linie hat Pesskow den Bericht wohl als Zeitungsreportage verfasst), wenn auch manchmal die angeborene Neugier des Journalisten dem langsamen, eingefahrenen Lebensrhythmus von Menschen, die über 40 Jahre ohne soziale Kontakte in der Taiga verbracht haben, entgegenläuft. Aber so bleibt auch für mich kaum eine Frage offen. Ein lebendiges Buch, das einem viel über das Wesen der Gesellschaft und der Rolle des Einzelnen darin sagen kann. Sehr empfehlenswert.