Das Papier des Buches ist in Ordnung, die Verwendung von Textmarkern macht der Rückseite kaum etwas aus.
Der Text "Über den Autor" klingt für mich eher wie Selbstbeweihräucherung, aber das ist sowie bei den ganzen Marketing-Spezialisten im Bereich Pickup heutzutage leider keine Seltenheit mehr. Ich bezweifle zum Beispiel, dass sein Buch "Der Spickzettel für den Veführer" 120.000 Mal abgesetzt wurde und das sich der Autor bereits 20 Jahre mit Psychologie und Co befasst (Seite 16). Aber ist ja auch egal, auf den Inhalt des Buches kommt es ja an. Nebenbei möchte ich anmerken, dass der Autor den Begriff Alpha offenbar nicht ganz richtig verstanden hat. Überhaupt finde ich es fragwürdig, dass der Autor eine Hypnose mit Sätzen wie "Du bist der Terminator" und "Ich weiche niemandem aus" verfasst und veröffentlicht hat.
Nach dem Vorwort folgt das Kapitel "Ansprechen". Habe Augenkontakt mit der Frau, beachte die 3-Sekunden-Regel, zeige nicht zuviel Interesse....Bla Bla Bla, das Übliche. Anzumerken ist, dass das Thema "Korb" (mach dir nichts draus, bla natürlich) zu knapp behandelt wird. Das Thema Berührungen wird ebenfalls viel zu knapp behandelt. Generell kann man hier sagen, dass sich das ganze Kapitel "Das Verführungsspiel" wie dieser klassische Bestseller "Wie Sie jede Frau rumkriegen: egal wie Sie aussehen" vom weltbekannten Flirt-Guru Mystery alias Erik von Markovic liest, nur halt eben etwas umgeschrieben vielleicht. Die allermeisten Verführer werden hier also leider nichts Neues finden.
Es folgen Opener und Routinen, die sich wirklich FAST ALLE genauso in der sogenannten Schatztruhe "Finden und Heranziehen" des größten deutschsprachigen Pickupforums nachlesen lassen. Danach folgende kindische Spiele wie Twirly-Twirly oder zum Teil unkalibrierte Negs, welche offenbar aus amerikanischen Konzepten übernommen worden sind. Es folgt der Kapitel "Flirt Talk". Den kann man sich eigentlich ebenfalls sparen, sobald man in den Foren gezielt nach "Gespächsthemen" oder "Gesprächsführung" sucht. Den Rest des Buches (es bleibt leider nicht mehr viel übrig, das Buch ist ja eher dünn) spare ich mir mal für diese Rezension.
Fragwürdig finde ich es außerdem auch, den Text von Zan Perrions "Enlightened Seduction" in übersetzter Form im Kapitel "Text von Lucius Love" unterzubringen, ohne überhaupt die amerikanische Größe Zan Perrion namentlich als Quelle oder Urheber zu nennen. Wer es nicht glaubt, sollte einfach mal nach "The Essence of Enlightened Seduction" googeln.
Fazit: Wer die Mystery-Methode kennt und sich bereits etwas mit dem Thema Verführung auseinandergesetzt hat, kann sich die rund 20 Euro sparen. Erst Recht, wenn man bereits ganz legal an die kostenlosen Vorab-Versionen des Buches herangekommen ist, die wohl der Autor selber verbreitet hat. Für mich persönlich war dieses Buch auf jeden Fall herausgeworfenes Geld. Den zweiten Stern gibt es von mir nur für die Papier-Qualität.