Mit Höllenknecht" legt Ines Thorn einen soliden historischen Krimi vor, der vor allem mit seinen sympathischen Protagonistinnen überzeugen kann. Wenn Hella und Gustelies zusammen auf Verbrecherjagd gehen, wird es spannend, und wenn nicht spannend, so zumindest unterhaltsam. Die beiden so unterschiedlichen Frauen haben ihre eigene Herangehensweise, und dennoch raufen sie sich immer irgendwie zusammen, um den Fall zu lösen. Es empfiehlt sich, die Romane um Mutter und Tochter in der Reihenfolge ihrer Erscheinung zu lesen, da sich beide entwickeln und neue auf alten Erfahrungen aufbauen. Den Vorgänger Galgentochter" muss man jedoch nicht zwingend kennen, um die Ereignisse in Höllenknecht" zu verstehen, bietet die Autorin doch genügend kurze Rückblicke und Andeutungen.
Was das Lesevergnügen etwas schmälert, sind die allzu offensichtlichen Ausrufezeichen, die auf das Genre des historischen Romans hinweisen. Ob ein mittelalterliches Kochrezept oder das Vorgehen eines Beutelschneiders, also eines Diebes: Diese Passagen werden sehr plakativ dargestellt, statt etwas dezenter in die ordentliche Gesamthandlung eingebunden zu werden. Leser, die bereits den einen oder anderen historischen Roman oder ein gewisses Maß an Vorwissen zum Thema haben, werden sich zwischendurch langweilen. Der Kriminalfall selbst ist kurzweilig, lebt aber auch von ein paar Zufällen zu viel, mittels derer Hella und Gustelies auf die richtige Spur kommen.
Wer Romane der Autorin Ines Thorn mag, wird um Höllenknecht" nicht herumkommen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ihr bestes Werk. Zu plakativ sind die Hinweise auf das damalige Leben, zu zufällig mitunter die Ereignisse, die zum Aufspüren des Täters beitragen. Alles in allem ein schöner historischer Schmöker für die herbstliche Zeit.