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Die Venus aus dem Eis: Wie vor 40 000 Jahren unsere Kultur entstand
 
 
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Die Venus aus dem Eis: Wie vor 40 000 Jahren unsere Kultur entstand [Gebundene Ausgabe]

Nicholas J. Conard , Jürgen Wertheimer
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Archäologische Sensationsfunde auf der Schwäbischen Alb: Wie und warum der Mensch die Kultur erfand

In einer Höhle auf der Schwäbischen Alb wurden 2008 spektakuläre Funde ausgegraben: Rund um die Venus aus dem Eis und »die älteste Ansammlung figürlicher Kunst auf der Welt« (Nature) bringen uns Entdecker Nicholas J. Conard und Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer das Leben der ersten Menschen nahe. Und das Ganze in einer spannenden Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und erzählerischer Spekulation. Was Nicholas J. Conard und sein Team bei Grabungen in den Karsthöhlen zwanzig Kilometer westlich von Ulm entdeckten, lässt die Welt den Atem anhalten: Die Venus vom Hohle Fels, 40 000 Jahre alt, ist die älteste bekannte Menschendarstellung überhaupt. Und sie ist nicht die einzige Sensation: Pferde, Mammuts, ein Löwenmensch, eine Flöte aus dem Flügelknochen eines Geiers, die das älteste Musikinstrument der Welt sein könnte, lassen die Fachwelt von einem »künstlerischen Urknall« sprechen. In einer faszinierenden Doku-Fiktion spürt Conard gemeinsam mit Jürgen Wertheimer der großen Frage nach, wie die Kultur des Menschen entstand. Ihr Buch versetzt uns zurück in die Zeit der Jäger und Sammler: Wie wohnten, jagten und überlebten die Frühmenschen? Welche Sprache, Rituale, Kulte hatten sie? Sind sich Homo sapiens und Neandertaler im Donautal begegnet?

Das erste und einzige Buch über die Weltsensation: Die ältesten Funde menschlicher Kunst wurden in Deutschland ausgegraben.

Über den Autor

Nicholas John Conard:

Der Deutsch-Amerikaner Nicholas J. Conard, 1961 in Cincinnati/Ohio geboren, ist seit 1995 Professor der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und leitet dort die Abteilung Ältere Urgeschichte am Institut für Frühgeschichte.

Jürgen Wertheimer:

Jürgen Wertheimer, geboren in München, studierte Germanistik, Komparatistik, Anglistik und Kunstgeschichte in München, Siena und Rom. Seit 1991 ist er Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik in Tübingen.

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eiszeit zum anfassen 22. Oktober 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Wortschöpfung ist es, die im Sinne der Autoren Sinn und Ziel des Buches beschrieben. Es stellt einen "archäoliterarischen" Versuch dar. Das zumindest soll entstehen, wenn zwei anerkannte Wissenschaftler ihre Fachrichtungen zusammen bringen, um eine ganz andere Art der Kunstgeschichte zu schreiben.

Nicholas John Conard leitet als Professor die Abteilung Ältere Urgeschichte an der Universität Tübingen, Jürgen Wertheimer ist Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, ebenfalls in Tübingen.

Beide gemeinsam geben der Geschichte ihren Inhalt und ihren Rahmen. In der Form einer abenteuerlichen Novelle stellen beide eine junge Neandertalerin mit Namen Khar in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Diese trifft auf eine Gruppe einer sich neu entwickelten Menschenart, der Homo sapiens und soll auf diese Weise zu einem Bindeglied zwischen den Welten geworden sein. Und das in einer Welt, die sich anschickt, tiefen Wandlungen entgegen zu sehen. Die klimatischen Bedingungen ändern sich rapide, soziale Strukturen entfalten sich, ständige Aufbrüche kennzeichnen das Leben der frühen Menschen, Neandertaler wird es bald nicht mehr geben. Innerhalb der sozialen Strukturen entfaltet sich zudem erste Ansätze von Kunst und Kultur. Das zeigen die archäologischen Funde der "Venus aus dem Eis" und, fast zeitgleich, einer Flöte aus der gleichen Zeit. Aus diesen Ansatzpunkten durch die Funde her gestalten die Autoren die Grundintention ihres Buches, dass gerade die beginnende Kunst aus den verschiedenen Gruppen früher Menschen, eben aus Neandertalern und Homo sapiens gemeinsam hervorgegangen ist. Daher erklärt sich der Untertitel des Buches "Wie vor 40.000 Jahren unsere Kultur entstand".

Im gesamten also erzählen beide Autoren einerseits eine abenteuerliche Geschichte mit ausgeprägten Charakteren, die sowohl sprachlich wie inhaltlich durchaus zu fesseln weiß. Die besonderen Stärken der Erzählung liegen dabei weniger auf aktionsgeladenen Szenen (auch wenn die ein oder andere schwierige Situation zu bestehen ist), sondern vor allem darin, den Leser in die Welt der Steinzeit zu entführen und vermittels der gestalteten Charaktere die Lebensumstände und Entwicklungen der prähistorischen Zeit fassbar zu gestalten. Mit fachlichen Einschüben und Erläuterungen werden zudem Geographie, Flora und Fauna, klimatische Bedingungen, Werkzeuge und Waffen, Lebensweisen und frühe Musik u.a. jeweils erläuternd eingeschoben.

Ein intensiver und durch die abwechslungsreiche Geschichte aus vielerlei Blickrichtungen der handelnden Personen auch differenzierter plastischer Eindruck des Lebens der Steinzeit dringt so durch die Seiten des Buches in die Gegenwart, bei dem die Autoren akribisch darauf achten, dem aktuellen Stand der Forschung jener Zeit zumindest nicht zu widersprechen.

Dennoch bleibt es nicht aus, das eine Reihe von Elementen doch eher dem Bereich der Fantasy zuzuordnen sind, zu ungesichert sind viele Erkenntnisse, auch wenn Erklärungsversuche durchaus plausibel erscheinen mögen. Gerade über das Zusammentreffen von Neandertalern und Homo sapiens liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. So muten manche Passagen des Buches denn auch wie ein mythischer Bericht über Schamanen an oder wie eine Verlagerung aktueller sozialer Sinnfragen hinein in die Steinzeit.
Ebenfalls ist die sprunghafte Entwicklung der Kunst gerade im Bereich des Schnitzens sicherlich in dieser Form kaum in einem solch kurzem Zeitraum wie im Buch entstanden.
So verbleibt eine in sich schlüssige und gut zu lesende Geschichte des Lebens in der Steinzeit, getragen von überzeugend gestalteten Figuren, die allerdings gerade dem Untertitel nicht gerecht wird. Es hätte eher heißen müssen "So könnte es vor 40.000 Jahren auch gewesen sein".
Dennoch ein empfehlenswertes Buch ob der vielen feinen und prägnanten Details der Lebensumstände, die in solchem gesammelten Überblick innerhalb einer literarisch fiktional gut zu lesenden Geschichte tatsächlich einen leicht verständlichen und teils intensiven Einblick in die Entwicklung der Menschheit geben.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Generationen junger Süddeutscher wuchsen mit dem "Rulaman" auf, der die Geschichte eines Jugendlichen im Ausgang der Steinzeit erzählt. Die fortwirkende Begeisterung für Urgeschichte bildet sich auch im hervorragenden Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen ab, dem in den letzten Jahren eine Fülle beeindruckender Funde (darunter die "Venus aus dem Eis") und Ausstellungen gelungen sind. Dass sich mit dem Archäologen Prof. Nicholas Conard und dem Literaturwissenschaftler Prof. Jürgen Wertheimer zwei Wissenschaftler zu einer "Doku-Fiktion" zusammen getan haben, ist eine gute Nachricht.

Und in der Tat: Wer "Die Venus aus dem Eis" liest, entdeckt: Der Steinzeitroman ist erwachsen geworden. Endlich werden nicht mehr nur heutige Charaktere in Felle gehüllt und mit Speeren bewaffnet, sondern Versuche unternommen, das unterschiedliche Denken, Fühlen und Sprechen von früheren Homo sapiens und Homo neanderthalensis zu erschließen. Das liest sich nicht immer leicht und muss in Teilen immer Spekulation bleiben - entwickelt aber diese Romangattung zu einer eigenen Chance auf Erkenntnis und Entdeckung. "Die Venus aus dem Eis" setzt hier Maßstäbe.

Spannend ist auch, dass sich die Romanerzählung erkennbar an einem Scheideweg befindet: Einerseits beschreiben die Autoren in gelungenen Einschüben die Bedeutung von Kultur und Kunst, weiblich konnotierter Figurinen und der zentralen Bedeutung von Müttern und Kindern in der Evolution des Menschen. Dennoch fallen sie immer wieder in die klassischen Szenarien jagend-gestaltender Männer und schwach in der Höhle kauernder Frauen zurück, während die meisten Frauen namenlos bleiben, als Beute der Jäger fungieren, Großeltern (v.a. Großmütter) und Mädchen völlig unsichtbar und unbedeutend bleiben. Auch die Neandertaler-Heldin Khar wird von ihren (religiösen) Erfahrungen eher getrieben, erinnert sich ihrer Mutter kaum und erhält auch selbst keine Chance, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an kommende Generationen weiter zu geben. Die Traditionen weiblich konnotierter Symbolkunst über Jahrzehntausende hinweg wird so sicher unterschätzt.

Gerade aber dass ein Roman - ergänzt durch gelungene Fachinformationen - solche Überlegungen mit sich bringen und den Wunsch nach weiteren, noch breiteren Narrativen auslösen kann, spricht für ihn. Conard und Wertheimer haben eine Tür nicht nur in urzeitliche Szenarien, sondern auch in die Forschungen zu Gedanken- und Gemeinschaftswelten unserer steinzeitlichen Vorfahren aufgestossen. Wer sich darauf einlässt, sieht die Menschheitsgeschichte mit neuen Augen - und entdeckt neue Fragen. Indem die Autoren Wissenschaft und Erzählung mutig verbunden haben, haben sie Bleibendes geschaffen. Der "Venus aus dem Eis" ist eine große und bunte Leserschaft zu wünschen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verquaste Erzählung 26. März 2011
Format:Gebundene Ausgabe
"Die Venus aus dem Eis" macht den Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Menschen vor 40.000 Jahren in eine romanhafte Erzählung zu packen. Hört sich gut an, aber der verkopfte Stil und die verquasten Gedankengänge des Hauptautors Jürgen Wertheimer machen das Lesen extrem anstrengend. Kostprobe: "Sie war ich und etwas ganz anderes, war ich, du, er, sie, es; war wir, war ihr. War ein Sprachrohr, das sie ihnen leihen konnte oder auch nicht. War kopflos und dreiköpfig zugleich..." Wem es denn gefällt. Der wirre Stil und die manchmal seitenlange Handlungsarmut nehmen der Erzählung jedes Leben. In der zweiten Hälfte habe ich dann auch ziemlich quergelesen.
Gut sind einzig die fachlichen Einschübe von Nicholas Conard - aber die haben zu wenig Umfang, um das Ganze wirklich aufzuwerten.
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