Ein Buch für Frauen, von einem Mann besprochen. Und nach der Lektüre machte sich der Rezensent auf den Weg, um ein ähnlich tolles Buch für seine Geschlechtgenossen zu finden. Vorderhand erfolglos. Das mag daran an liegen, dass die Autorin den Tatbeweis für eine ihrer Thesen in ihrem Raggeber erbrachte. Denn im Zentrum ihrer Ausführungen steht der Mensch mit all seinen Unzulänglichkeiten und nicht der perfekte, machtbesessene Jäger und Sammler. Die studierte Psychologin und Soziologin geht davon aus, dass Frauen und Männer verschieden sind. Sie belegt diesen Ansatz aber so einleuchtend, dass auch überzeugte GleichheitsanhängerInnen das Buch nicht gleich aus der Hand legen werden. Einleuchtend auch deshalb, weil Claudia E. Enkelmann die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre berücksichtigt. Auch wenn dadurch liebgewonnene Denkgebäude einstürzen. Wer sich auf die Suche nach dem Glück macht, wird in der Regel nicht gleich hinter der nächsten Ecke fündig. In Enkelmanns Buch finden sich Hunderte von Tipps, Anregungen und scharfsinnigen Beobachtungen. Frau wird sich das herausnehmen, was sie betrifft. Persönliche Betroffenheit wird den Leserinnnen auch leicht fallen, weil hier keine griesgrämige Oberstudienrätin spricht, sondern eine wohlwollende Vertraute. Die Sprache ist daher wohltuend locker und dennoch präzis. Als Mann hätte ich die fiktive Sprecherin „Venus" allerdings noch etwas sinnlicher ausgestaltet. Aber in diesem Punkt zahlte die Autorin wohl unbewusst ihren Tribut an eine Konkurrentin. Frauen werden ihren Spass an dieser Selbstbespieglung haben. Und ein männlicher Leser wird nach der aufmerksamen Lektüre besser verstehen, weshalb er dem Schimpansenmännchen genetisch näher steht als seiner Frau.