Genausowenig ich es mag, das zur Zeit jeder neue Fantasy-Roman mit Tolkiens "Der Her der Ringe" verglichen werden muß (vor allem von den Marketingabteilungen der Verlage), mag ich es nicht, das sich jeder Roman, der sich mit der dunklen Seite der katholischen Amtskirche beschäftigt gleich mit den Meisterwerken von Dan Brown messen muß. "Die Vatikan-Verschwörung" hat einen solchen Vergleich auch nicht nötig. Bereits im Jahr 1999/2000 vom deutschen Autor Kai Meyer geschrieben, gehört dieser spannende Roman nicht zu der Schwemme von teilweise grausam schlechten Mystery-Romanen, die zur Zeit den Buchmarkt heimsuchen. OK, auch diese Geschichte enthält die genretypischen Zutaten: Ein ausländischer Mann, der irgendetwas beruflich mit Geschichte/Kunstgeschichte zu tun hat. Eine hübsche, junge Einheimische, ein längst verblichener Künstler und seine Kunstwerke und natürlich: Der Vatikan mit all seinen hellen und dunklen Facetten. Spannend und temporeich erzählt der Autor mehrere Handlungsstränge, die er natürlich am Ende zusammenführt, aber in der Zwischenzeit dem Leser genügend Spielraum lässt, um sich selber im Rätsellösen zu üben. Dieses Buch ist spannend und kurzweilig geschrieben. Genau richtig für lange Winterabende.