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Die Varusschlacht: Wendepunkt der Geschichte?
 
 
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Die Varusschlacht: Wendepunkt der Geschichte? [Gebundene Ausgabe]

Rainer Wiegels
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 132 Seiten
  • Verlag: Theiss (28. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3806217602
  • ISBN-13: 978-3806217605
  • Größe und/oder Gewicht: 28,4 x 21,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 423.693 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mit den Entdeckungen in Kalkriese hat die Jahrhunderte lange Suche nach dem Ort der Schlacht, in welcher der römische Statthalter Varus mit drei Legionen von germanischen Cheruskern unter Arminius vernichtend geschlagen wurde, ein (vorläufiges) Ende gefunden. Die Kleinarbeit der Archäologen lässt nicht nur die Schlacht vor den Augen der Leser entstehen, sondern vermittelt gleichzeitig eine Vorstellung vom Alltag eines römischen Heeresverbands. Die Autoren, namhafte Archäologen und Historiker, ordnen die Varusschlacht in den historischen Kontext der römisch-germanischen Beziehungen ein. Neueste Forschungen zeichnen ein faszinierendes Bild von Zusammenleben und Krieg zwischen Römern und Germanen in den Grenzregionen rechts des Rheins.

Über den Autor

Rainer Wiegels ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Osnabrück. Die Autoren forschen unmittelbar vor Ort - in Kalkriese, Haltern und Waldgirmes.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Wendepunkt 12. November 2007
Um gleich auf den Punkt zu kommen: der Rezension von Ralph Berger kann ich nur in einem Punkt zustimmen: beim Titel des Buches hätte man besser rausstellen können, dass es nicht allein nur um die Schlacht geht, sondern auch viele andere Aspekte mit ins Buch aufgenommen wurden.

Ansonsten möchte ich gerne allen anderen Punkten des Rezensenten widersprechen. Natürlich habe alle Kapitel des Buches mit der Varusschlacht zu tun. Niemals kann man so ein Ereignis nur für sich betrachten, da müssen zuerst die Zeitumstände erklärt werden, die Jahre davor und danach, die Zielsetzungen der Römer in Bezug auf Germanien und die unterschiedlichen Feldzüge, die vor und nach der Varusschlacht stattfanden. Für mich entstand durch dieses Buch ein umfassendes Bild der Zeit zwischen ca. 10 v. Chr. und 17 n. Chr. Gerade weil der Autor die Varusschlacht nicht als Wendepunkt in der Geschichte sieht (wo ich ihm uneingeschränkt zustimmen möchte) muss er die Schlacht in den Kontext stellen. Dabei zieht auch der Vorwurf nicht, dass er sich nicht festlegen will: wissenschaftliches Arbeiten, im besonderen in der Archäologie, kommt nur selten zu 100%igen Wahrheiten, da kann der Wissenschaftler eben nur Hinweise und Indizien für eine bestimmte Auffassung sammeln und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Ereignis zur Tatsache erklären, weil eben alles auch völlig anders hätte sein können. Wenn man bedenkt, dass bereits Ereignisse vor 20 Jahren völlig unterschiedlich interpretiert werden, wie schwierig wird das erst, wenn der Wissenschaftler auf schriftliche Quellen und das angewiesen ist, was er im Boden findet. Und sogar die Feststellung des Rezensenten, dass der Autor sich nur bei einem ganz sicher ist, dass die Schlacht nämlich in Kalkriese stattfand, kann ich nicht nachvollziehen: der Autor spricht mehr als einmal davon, dass Kalkriese die meisten Indizien für sich hat, dass damit aber immer noch nicht sicher ist, dass die Schlacht wirklich dort stattfand. Es spricht aber eben fast alles dafür.
So ist das Buch für mich eine überaus gelungene Einführung in das Thema Varusschlacht, in dem sehr schön bebildert eben nicht nur die Schlacht selbst behandelt wird, sondern es dem Leser auch ermöglicht wird, diese Schlacht in den Kontext einzubinden, und dadurch erst richtig zu verstehen.
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13 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Titel "Die Varusschlacht - Wendepunkt der Geschichte" lässt auf einen interessanten und kurzweiligen Exkurs zum Thema Arminius und die Schlacht im Teutoburger Wald bzw. bei Kalkriese hoffen. Doch die Schlacht selbst nimmt nur einen Raum von etwa ein Fünftel ein (wenn überhaupt) - der Rest beschäftigt sich mit römischen Siedlungen, römischer Geschichte und römischen Artefakten wie Münzen oder Waffen sowie einen Exkurz über die ideologische Vereinnahmung des "Hermann-Kultes".

Letzter Punkt ist wirklich sehr plastisch gelungen - wobei die Grenzen zwischen echter Würdigung im "nationalen Sinne" auf der einen und politisch-ideologisiertem Pathos auf der anderen Seite - fließend sind. Der Autor schafft es hier - und zumindest das muss man ihm zu Gute halten - die Bilder des jeweiligen Zeitgeistes bzw. wissenschaftliche Abbildungen zum Forschungsgegenstand sehr anschaulich zu illustrieren / einzufangen. Rein aus der optisch aufbereiteten Sichtweise betrachtet verdient das Werk somit die Höchstzahl aller möglichen Punkte und rechtfertigt diesbezüglich auch den Preis von 24,90 EUR vollends.

Doch kommen wir nun zu den Kritikpunkten im Einzelnen:

1. Wissenschaftlicher sollten sich um eine gewisse Unvoreingenommenheit bzw. kritische Distanz bemühen. Bei konträren Sichtweisen sollten die jeweiligen Ansichten auch so zu Wort kommen. Wiegels weicht von diesem Schema ab: Zum einen merkt man aus seinem Schreibstil deutlichst heraus, dass er einer Favorisierer der Kalkriese-These ist (ohne jedoch auf Sachargumente im Sinne eines Pro/Contra-Exkurses im Bezug auf die Herkunftsthese zum Teutoburger Wald einzugehen) zum anderen merkt man - und das finde ich auch heute noch für einen deutschen Autor recht befremdlich - er in seinen Argumenten das römische erhöht bzw. den germanischen Mythos negiert. Dies kommt besonders im nächsten Kritikpunkt zum Tragen. Eher hat man an so mancher Stelle den Eindruck, Wiegels hätte sich für die Schlacht einen anderen Ausgang gewünscht...

2. Der Schreibstil ist typisch wissenschaftlich verschachtelt, und dass der Autor die römische Kultur einfach wunderbar finden musste merkt man daran, dass er sich um so viele wir nur mögliche römische Fachtermini und lateinische Ausdrücke bemüht. Wem möchte der Autor hier etwas beweisen? Jedenfalls kommt dies einer besseren Verständlichkeit überhaupt nicht zu Gute. Des Weiteren ist das Werk einfach zu langatmig aufgebaut. Ich musste mich regelrecht durchquälen durch so viele Unerheblichkeiten und Nebenschauplätze - die mit dem Kernthema eigentlich überhaupt nichts zu tun hatten.

3. Ich habe es ja bereits angesprochen: Auf den Schlachtverlauf an sich wird kaum eingegangen (dafür umso mehr auf die Feldzüge eines Germanicus)! Mehr muss ich dazu nicht sagen - bei einem Buch, dass sich mit dem Titel "Die Varusschlacht" schmückt...

4. Die Relativierung. Der Autor ist sich in nichts sicher. Gut, vermutlich gehört es in Wissenschaftskreisen zum guten Ton, sich nicht definitiv festzulegen. Wiegels jedoch übertreibt es für mein Verständnis: Er sichert sich ab, relativiert so lange bis außer einem "vielleicht und den jeweiligen Umständen wäre es möglich..." herauskommt. Er hat Angst, klar Stellung zu beziehen (mit Ausnahme des Schlachtortes Kalkriese).

5. Was bleibt von der postulierten Ausgangsthese: Wendepunkte übrig? Nun, um es kurz zu machen, er negiert "einen historischen Wendepunkt" durch des Ausgang der Varusschlacht. Stattdessen "gesteht" er dem Mythos jedoch zu, dass dieser Wendepunkt postum durch Agitation und Ideologie erreicht worden sei - und diese Blüte vor allem im 18. und 19. Jahrhundert aufgegangen sei. Ich meine der Autor begeht einen Denkfehler: Der Zweite Weltkrieg war auch nicht gleich vorbei nach dem Verlust der 6. Deutschen Armee in Stalingrad bzw. nach dem Ausgang der größten Panzerschlacht aller Zeiten im Kursker Bogen (Stichwort "Unternehmen Zitadelle"). Dennoch - der Wendepunkt war da. Die Feldzüge der Germanicus waren ja nichts anderes als der verzweifelte Versuch - die Schmach zu tilgen. Vergebens. Er bleibt dabei: Ohne Arminius den Cherusker und seine tapferen Mannen aus vielen germanischen Stämmen, wäre das damalige Germanien größtenteils romanisiert worden. Alle späteren Kämpfe zwischen Germanen und Römer bis hin zum Goten-Sturm auf Rom - zeugen hiervon eindrucksvoll...
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3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nur eine Fußnote? 3. Oktober 2007
Differenzierter Versuch zur geschichtlichen Einordnung und Bewertung der Schlacht im Teutoburger Wald 9 n. Ztr.. Die Expansisonspolitik Roms sei auch nach dieser Schlacht noch eine Weile weitergegangen und die Schlacht hätte auch im römischen Bewußtsein nicht exakt jene Bedeutung gehabt wie sie sich im historischen Bewußtsein des europäischen Bürgertums im 19. Jahrhundert festgesetzt hat.

Durch ein solches Argumentieren wird die Fragestellung eher in der Schwebe gehalten als entschieden. Aber geklärt werden muß sie natürlich.

Sollte in der Wissenschaft nicht doch manchmal die Gefahr bestehen, daß man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht? Vielleicht war ja auch die militärische Niederwerfung Karthagos durch Rom kein Wendepunkt der Geschichte. Und Marathon nur eine Fußnote. Und Caesar's Krieg in Gallien war weltgeschichtlich gesehen auch keine Wende. Er hat nur alles "gewendet" (... für die Gallier ...).
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