Diese CD bietet zweifellos ein breites Spektrum, doch ist dieses Spektrum ein wenig zu breit für den Umfang dieser CD. Es fällt schwer, auch nur diese knappe Stunde am Stück zuzuhören und ebenso schwer fällt es, sich auf die so unterschiedlichen Themen in so kurzer Zeit einzustellen.
Der Beitrag für Vergewaltigungsopfer des Krieges hallt besonders nach, da er der poetischste und zugleich ernsthafteste Beitrag der CD ist. Durchaus mit einem Vorwurf versehen, nicht nur an die Täter, sondern auch an die Zuschauer aus aller Welt, ist es gerade die Poesie dieser Geschichte, die einem zu Herzen geht und mehr anrührt und bewegt, als ein rein faktischer Bericht dies je könnte.
Doch leider machen Beiträge wie der über sprechende Vaginas und bevorzugte Begrifflichkeiten solch einen Hall schnell zunichte, und auch die Glaubwürdigkeit einiger Beiträge halte ich für nicht gesichert.
Bei zweihundert Frauen aller Altersklassen, von jungen Mädchen bis hin zur Greisin, von Hausfrauen bis hin zu Akademikerinnen, Obdachlosen, Kriegsopfern aus aller Welt, Frauen aller Religionen ... welche Aussagekraft haben da noch so einige Behauptungen, die, dividiert man sie durch zweihundert, eigentlich gar nicht so viele Frauen aufgestellt haben können?
Diese CD, mit der Männer vermutlich gar nichts anfangen können, bietet neben der Unterhaltung und einem zehnseitigen Booklet, das weitere Stellen des Buches zitiert und die eine oder andere überraschende Information bereit hält, durchaus auch Chancen und die Aufforderung, sich als Frau auch als solche zu erkennen und zu achten, ein Tabu zu brechen und nach vorn zu schauen. Doch es ist auch anstrengend, sie zu hören und auch, wenn manche Tabus gebrochen werden sollten, gibt es auch einige, die es wert sind, darüber zu schweigen.