Walter Pohl hat ein, auch für Laien gut verständliches, Buch über die Völkerwanderung geschrieben, dass die Inhalte des aktuellen Vorschungsstandes wiedergibt.
Es werden die Faktoren die zur Ethnogenese einzelner "Völker" geführt haben beleuchtet und auch die sozialen Hintergründe die die Kriegerverbände zur sogenannten Völkerwanderung bewegten.
Aufgeräumt wird mit Uraltvorstellungen, dass ethnisch Homogene Germanenvölker mit Ochse und Wagen auf der Suche nach einer zu beackernden Scholle den antirömischen Freiheitskampf auf den Boden des Imperiums getragen haben.
Beschrieben wird wie hochspezialisierte Kriegergruppen die seit Generationen im römischen Imperium oder an seiner Peripherie militärische Dienste für Rom leisteten sich gegen ihre "Herren" wendeten, aber nicht um das römische Imperium zu zerstören, sondern um Teil des Imperiums zu werden.
In einzelnen Kapiteln werden Ost- und Westgoten, Vandalen und Alanen, Sachsen und Angeln, Hunnen, Franken, Burgunder, Alemannen und Langobarden und ihre Bemühungen um bessere Lebensverhältnisse beschrieben. Zum Ende hin wendet sich der Autor einem anderen Steppenvolk zu, dass die Hunnen im Karpatenbogen beerben sollte den Awaren und ihrer slawischen Gefolgschaft.
Das Buch ist definitiv sehr empfehlenswert und bietet dem geschichtsinteressierten Leser mehr als nur einen Überblick über das Ende der Antike und die sich auf einst römischem Boden gebildenden Reiche.