"Der Peterson" gilt nach fünf Jahrzehnten immer noch als Standardwerk der Vogelbestimmung; die Neuauflage zeigt aber, daß die Zeit über ihn hinweggangen ist. Das scheint der deutsche Herausgeber zu ahnen, wenn er ihn im Vorwort vor allem Anfängern und eingefleischten Anhängern empfiehlt.
Das Hauptmanko des Buches ist, daß Text, Bilder und Karten jeweils in einem eigenen Teil zu finden sind, wobei der Bildteil auch noch mitten in den Textteil versetzt wurde: Blättern ohne Ende! Die Bilder sind gut, aber so eng beieinander, daß man genau hinschauen muß, welcher Name zu welchem Vogel gehört. Flugbilder findet man meist auf Extratafeln, man muß also wieder blättern. Im Text wird das Erscheinungsbild der Vögel recht gut beschrieben, weitere Angaben (z.B. Lebensraum)sind aber dürftig. Dazu kommt, daß die Schrift klein ist, die Gestaltung "billig" wirkt und es von Druckfehlern nur so wimmelt. Was in einer "neubearbeiteten Auflage" nicht sein dürfte: Bild- und Kartenteil sind deutlich veraltet. Z.B. rechnen sie die Weißkopfmöwe noch zur Silbermöwe - anders als der Text. Das verwirrt, und so kann man das Buch nicht einmal Anfängern empfehlen. Und was die Nostalgiker angeht: ein Nachdruck der Erstauflage wäre besser gewesen. Schade, daß der "Naturschutzbund Deutschland" auf dem Umschlag seinen Namen für diese mißglückte Neuausgabe hergibt.