Die so genannte Weltliteratur sollte sich ja im Grunde dadurch auszeichnen, dass Sie im Laufe der Jahrhunderte nichts oder wenig an Originalität oder Bedeutung verliert. Und in der Tat ist es auch bei diesem Stück verwunderlich, dass es nach zweieinhalb Jahrtausenden noch recht frisch wirkt.
Verblüffend auch, wie viele der in der heutigen Umgangssprache verwendenten Sprichwörtern zum ersten Mal in den "Vögeln" auftauchen (wie "weiß der Geier", "mir schwant", "Wolkenkuckucksburg").
Zwei Auswanderer, die ihre Heimat verlassen mussten, landen in den Bergen in einer Art "Vogelkolonie" und gründen dort mit den Vögeln einen eigenen Staat, eine "Wolkenkuckucksburg".
Prompt treffen Wahrsager, Landvermesser, Poeten und Bürokraten ein und wollen an dem neuen Staat verdienen, indem sie ihre Dienste anpreisen.
In der Art, wie diese Berufsstände hier verspottet werden wie auch in der Poesie der Aristophanes'schen Sprache liegt schon große Kunst.
Am Ende macht sich der Autor sogar noch über die griechischen Götter in einer Weise lustig, die ihn im christlichen Mittelalter zum Eintritt in die Folterkammer und im heutigen Islam zu einer Fatwa verhelfen würden.
Also ingesamt ein fast modernes Stück, wenn auch über Strecken etwas "tempoarm".