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Produktinformation
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Hinterlegt wird das erzählerische Gesellschafts- und Beziehungspanorama in der für Kundera typischen Art mit allerlei essayistischen Einschüben, die -- nicht ohne autobiografischen Hintergrund -- von der Schwierigkeit des Lebens in der (Pariser) Fremde und einer -- vielleicht doch noch möglichen -- "großen Rückkehr" in die (Prager) Heimat handeln. Ein bezaubernder Roman über Heimweh und Sehnsucht, Emigration und Neuanfang, Sprachverlust und -neufindung, Vergessenwerden und Wiedererinnern, aber auch über die Unwägbarkeiten der Liebe und die (immer auch erotisch-flüchtige) Leichtigkeit des Seins. Die Unwissenheit ist ein kleines Meisterwerk, das derjenige nicht ohne Gewinn aus den Händen legen wird, der philosophisch angehauchte und gut geschriebene Romane zu schätzen weiß. Und etwas über das Leben und die Liebe in der Fremde lernen kann man auch. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Es geht in diesem Hörbuch um die "Große Rückkehr", dargestellt an den beiden Emigrantenschicksalen von Irena und Josef. Sonderbarerweise wollen alle ihre französischen Freunde, dass Irena nach 1989 in ihre Heimatstadt Prag zurückkehrt. Sie selbst jedoch sieht sich nicht als Emigrantin. Genauso geht es Josef, der wie sie vor 20 Jahren nach Dänemark ausgewandert ist. Zurück in Prag fühlt sie sich um ihre Vergangenheit "amputiert", denn niemand, keine ihrer alten Freundinnen möchte wirklich wissen, wie es ihr all die Jahre ergangen ist. Am Flughafen von Paris treffen die Lebenswege von Irena und Josef wieder aufeinander. Sie erinnert sich an ihn, er erinnert sich nicht! Dieses Zusammenkommen in "völliger Übereinstimmung" führt zu einem Nachmittag der Liebe in Josefs Hotelzimmer und endet dort in vollkommener Einsamkeit.
Ohne jegliche musikalische Unterstützung liest Rufus Beck, selbst ein großer Kundera-Fan, diesen Roman. Er interpretiert den Wechsel zwischen den Rollen der Protagonisten und den philosophischen Passagen perfekt. Becks frische und klare Stimme lässt einem selbst bei den in der Buchvorlage manchmal etwas lange anmutenden Überlegungen über die Macht der Nostalgie - leitmotivisch dargestellt durch Odysseus oder Arnold Schönberg - , über das Desinteresse der anderen oder über die Un-Freiheit, sein Leben selbst zu bestimmen, keine Minute los. Vollständige Lesung, Spieldauer: ca. 248 Minuten, 3 MC.
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Verpackt in die Lebensgeschichte der ehemaligen Emigranten Irena und Josef erzählt uns Kundera von Flucht, Suche, Verlust und von Heimatlosigkeit.
Irena besucht zwanzig Jahre , nachdem sie die Tchechei 1969 verlassen hat, ihre ehemalige Heimat. Es ist die Zeit um 1989, in der die östlichen Regime nach und nach zusammenbrechen. Sie fühlt sich als Fremde hier wie in Frankreich, wo ihr nach der Befreiung der östlichen Regime aus der kommunistischen Gewaltherrschaft keine Sonderrolle mehr als Emigrantin eingeräumt wird. Im Gegenteil: ihre beste Freundin wünscht ihr die Heimkehr, nicht ahnend, daß es diese Heimkehr nach so vielen Jahren nicht geben kann. Nicht wie Odysseus nach seinen Irrfahrten eine glücklich Heimkehr erfährt , sondern entfremdet der Freunde , angewidert von einer ungeliebten Mutter, in einer unglücklichen, nicht erfüllenden Beziehung lebend,-- so erfährt Irena ihre Rückkehr. Allerlei philosophische Betrachtungen über Glück und Leid , Mißverstehen und Entsagungen prägen die Erzählung. Josef, zeitgleich mit Irena auf der Suche nach seinem verlorenen Herkunftsort, hat es besser gehabt.Er war glücklich verheiratet. Seine Frau ist tot, aber in dem gemeinsamen Haus in Dänemark fühlt er sich zu Hause. Eine kurze Affäre zwischen ihm und Irena bleibt von seiner Seite flüchtig, während sie allzu große Hoffnungen auf ihn gesetzt hat.
In einem skizzenhaften und leichten Stil erfahren wir viel über Lebensschicksale, Bewältigunsversuche und mißlungene Lebensentwürfe. Es wird nicht im psychologischen Sinne analysiert, sondern erzählt. Der Leser darf seine eigenen Schlüsse ziehen. Ich finde, das Buch vermittelt eine tiefe Weltsicht über Schicksale und Lebenswege , wie wir sie überall auf der Welt finden können.Einsichten in die Vergeblichkeit bei der Verwirklichung von Hoffnungen wechseln mit Betrachtungen über das Mißverstehen zwischen Menschen, die aus veschiedener Warte die Welt betrachten und ihre jeweiligen Leben zu gestalten versuchen, die Daheimgebliebenen ohne Interesse für die Geflüchteten und umgekehrt. Beide ohne Verständnis füreinander. Ohne Resignation zu vermitteln , wird eine Art Bilanz des Zwischenmenschlichen gezogen, in der mit Weisheit und Weitsicht die Möglichkeiten des Machbaren oder nicht Machbaren aufgezeigt werden. Ich finde das Buch sehr empfehlenswert.
Claudine Borries
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