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am 6. Juli 1999
Eine Liebesgeschichte aus der DDR von einem Realismus, der dem Leser regelrecht an die Gurgel springt, wenn man im Anhang über die Begleitumstände informiert wird. Das Drama, der Konflikt ist bekannt: Die Tochter aus staatstreuem Hause soll angesehene Journalistin werden, alles wäre geregelt, wenn da nicht dieser asoziale - vielleicht gar ausreisewillige - Frank wäre, in den sie verliebt ist. Über die Geschichte senkt sich die eiskalte Stille eines allmächtigen Staates, aber gerade das läßt die Gefühle der Figuren umso klarer erstrahlen. Karin verläßt das Elternhaus, um zur Zeitung in die große Stadt zu gehen. Sie wohnt bei ihrer Schwester, die eine alles andere als glückliche Ehe führt. Man muß sich erst wieder - oder überhaupt - daran gewöhnen, daß sich alle sehr stark mit dem Staat identifizieren, zu unverständlich wären sonst die Konflikte zwischen Engagement und Protest. Weder Karin noch Frank können ihre Verwirrung auflösen. Er begeht einen Selbstmordversuch, sie konzentriert sich auf ihre Arbeit, die Erzählung bricht ab. Dem Buch liegt eine wahre Geschichte zugrunde, die Volker Braun von einer jungen Frau - dieser jungen Frau - erzählt wurde. Nach der Wende mußte er erfahren, daß diese Frau damals Inoffizielle Mitarbeiterin der Stasi war, und alles gleich noch einmal zu Protokoll gab. Diese Anwesenheit von mehreren Wirklichkeiten, die man beim Lesen spürt, macht das Buch so brisant. In seiner Intensität ist es wohl nur Plenzdorfs "Neuen Leiden des jungen W." vergleichbar. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Es geht um die unvollendete Geschichte der 18jährigen Karin, die gleichzeitig auch die unvollständige Geschichte der DDR war, wie Volker Braun sie im Jahr 1972 sah. Der Staat dringt mit autoritärem Alleinvertretungsanspruch in das Privatleben Karins und ihres Freundes Frank ein. Sie soll ihn verraten und Briefe ausliefern, die Frank mit einem Freund in Westdeutschland gewechselt hat. Karin kann sich von dieser Bevormundung nicht befreien. Sie gehorcht und setzt ihre Beziehung damit einer Gefährdung aus, die fast in Tod und Wahnsinn endet.
Aber nur fast, denn am Ende bleibt der Status quo doch erhalten. Karin wird zwar aus der Zeitung entlassen, bei der sie gearbeitet hat, sie und ihr Freund taumeln am Ende, aber sie sind doch wieder glücklich. Und ein Genosse wird Karin irgendwo wieder unterbringen…

Mir scheint, dass Volker Braun stilistisch zu hoch greift. Er greift nämlich den bedeutungsschweren, drängenden Ton der existentiellen Erschütterung auf, den wir in Goethes "Werther" oder in Büchners "Lenz" finden. Einmal denkt Karin auch über das Buch nach, das in der DDR seinerzeit für Aufsehen sorgte: Plenzdorfs "Leiden des jungen W." – eine etwas oberflächlichere Wiederaufnahme des Goethe'schen Stoffs: "Das Ungeheure in dem 'Werther' (von Goethe) war, dass da ein Riss durch die Welt ging, und durch ihn selbst….. W. (von Plenzdorf) drang nur nicht hinein, ein tieferer Widerspruch, den man finden musste!" (45).

Ebenso kann man sagen, dass auch Karin (bzw. Volker Braun) nicht hinein dringen und den tieferen Widerspruch nicht finden. Aus der historischen Distanz und ganz von außen gesehen will es fast unbegreiflich erscheinen, dass sich die Protagonistin nicht im Kampf für die unveräußerlichen Menschenrechte des Individuums eindeutig gegen die ideologische Bevormundung der Gesellschaft stellt. Aber man hat ja gut reden.

Immerhin bleibt festzuhalten: Das hohe Stilregister erscheint im Nachhinein eher epigonal und kann mich angesichts der falschen Versöhnung der Protagonisten mit dem Staat nicht recht überzeugen.
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am 5. Januar 2004
Erstaunlich, dass diese Geschichte im Mai 1975 in "Sinn und Forum" in der DDR erscheinen konnte: Das Romeo & Julia- Motiv inmitten einer geradezu zynisch-spitzelhaften Bürokratie. Offenbar verschönern Ostalgie und kleinbürgerliche Erinnerung diesen tristen sozialistischen Realismus. Da ist sorgfältige Nachlese angesagt.
Schade, dass der Druck mit den großbuchstabigen Zwischentexten der Selbsterkenntnis des Lesenden Vorschriften macht und sie und gängelt.Doch vielleicht will diese Überfremdung nur das Einfühlungsvermögen veranschaulichen.
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