Philosophen, Vampire, Werwölfe und Zombies? Wie paßt das zusammen?
Die Herausgeber Richard Greene und K. Silem Mohammad geben uns hier die Möglichkeit dies zu erforschen. Der eine ist "Außerordentlicher Professor der Philosopie", der andere, K. Silem Mohammad, stand selbst schon als Dracula auf der Bühne, arbeitet aber im wirklichen Leben als "Assistant Professor für Anglistik und Kreatives Schreiben". Gemeinsam mit anderen Koryphäen, haben sie sich dieses Themas mit diversen Aufsätzen angenommen. Aber keine Sorge, das Buch wirft nicht permanent mit unverständlichen Fachlatein um sich. Und keine Angst: Blutrünstige Schlachterfeste der Untoten bleiben aus - auch wenn das Cover etwas makaber anmutet. Wirf darum lieber keinen Blick auf das Titelbild der Originalausgabe, das ist harter Tobak.
Ich persönlich lese gerne Vampir- und Werwolfromances. Bücher dieses Genre faszinieren mich, denn insgesamt sind Untote und die "Schattenseite" ein interessantes Thema. Zombis, nehmen sich zum Beispiel das Recht heraus Menschen zu essen. Sind sie für ihr Handeln moralisch verantwortlich? Welche Bedeutung haben die Untoten für uns Menschen? Warum erfinden wir Zombis, Vampire oder Werwölfe? Ist eine Mutter, die zum Zombi mutiert ist, immer noch eine Mutter? Und Vampire: Sind sie wirklich bösartig, weil sie Blut saugen - tragen auch sie eine moralische Verantwortung für ihr Handeln?
Die Autoren schaffen es, die philosophische Diskussion über die Untoten zu einem überhaupt nicht trockenem Buch zu verbinden. Betrachtet man den heutigen Mainstream, was Vampire, Engel, Werwölfe u.s.w. betrifft - nicht nur auf dem Buch- und Filmmarkt - ist dieses Buch ein Muss für Genre-Fans. Diverse Verweise wie z.B. auf: Bram Stokers "Dracula", Buffy, Anne Rices "Interview mit einem Vampir", Nightmare, Stephenie Meyers "Biss ..." u.s.w. zeigen, daß es etwas gibt, daß uns alle - lt. Richard Greene - beim Begriff Horror verbindet: Unsere Angst! Der eine konsumiert Horror, weil er sich fürchten will. Der andere konsumiert Horror nicht, weil er Angst hat. Der Umfang, in dem sich Literatur und Filme dieses Genres bemühen, ist schier unfaßbar.
Von mir bekommt dieses intelligent geschriebenen, zum Schmunzeln und philosophisch Denken anregende Buch 5 Punkte. Auch wenn ich vorher weder etwas über: Fundamentalontologie, Existenzphilosophie, Phänomenologie oder Erkenntnistheorie gelesen habe.