Das Drama "Die Unterrichtsstunde" erfüllt alle Erwartungen, die man an ein Werk Ionescos richtet, bis aufs Äußerste. In einer Sprache, die zuweilen lapidar erscheint, schildert der Autor in höchst amüsanter Weise den sich auf drastische Art verändernden Umgang eines Lehrers mit seiner Privatschülerin, welche er auf eine wichtige Prüfung vorbereiten soll. Die Situation gelangt immer mehr in den Rahmen der Absurdität, welche den Leser unwillkürlich an den Verlauf des Dramas fesselt. Zuerst noch leicht über die Fehler der Schülerin lächelnd, dann verwundert bis hin zum völligen Unverständnis der Situation, leidet der Leser förmlich mit den beiden Protagonisten mit. Das dramatische Ende der Unterrichtsstunde, stellt zugleich wieder den Beginn des Dramas dar, so dass der Leser, im ersten Moment schockiert, letzt endlich das Buch mit einem Lächeln aus der Hand legt. Ein Lächeln, welches zwar die Absurdität dieses Buches nicht verleumden mag, jedoch vom höchsten Lob für Eugene Ionesco gezeichnet ist.