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Die Unsterblichkeit. Roman
 
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Die Unsterblichkeit. Roman [Taschenbuch]

Milan Kundera
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 12 (6. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596106729
  • ISBN-13: 978-3596106721
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 13 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 33.394 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Milan Kundera
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In einem Pariser Fitness-Club beobachtet der Autor, wie eine etwa sechzigjährige Dame Schwimmunterricht nimmt. Am Ende der Lektion winkt sie dem Schwimmlehrer zum Abschied noch einmal zu und macht dabei eine so graziöse Handbewegung, daß der Betrachter beschließt, diese Geste, die die ganze Leichtigkeit des Seins zu enthalten scheint, der Heldin seines Romans zum Geschenk zu machen. Paul liebt zwei Frauen, die beiden Schwestern Agnes und Laura, und die geraten nicht nur seinetwegen ständig aneinander. Agnes führt ihrerseits ein erotisches Doppelleben. Laura darf mit dem Journalisten Bernard nicht glücklich werden, weil dessen allmorgendliches Geschwätz im Radio den Autor zum Wahnsinn treibt.

»Ein Buch wie Schampus.«
Die Zeit

Der Verlag über das Buch

Die Konstellation erinnert an Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins: zwei Paare, die vieles miteinander verbindet und noch mehr trennt. Liebe, Eifersucht, Neid, Illusionen, Sentimentalität. Da sind Agnes, die die Liebe zu ihrem Mann Paul mit dem Willen zur Liebe verwechselt, und Paul, der Anwalt, der es allen recht machen will, aber über sein Leben nie nachdenkt; und da sind Laura, die sich vom Leben betrogen fühlt, ihre Schwester Agnes beneidet und nur deren Mann lieben zu können glaubt, und Bernhard, ein junger fixer Moderator, dem ein Unbekannter die Karriere neidet. Und die Unsterblichkeit? Davon, eine Spur zu hinterlassen, träumen (auf wahrscheinlich sehr unterschiedliche Weise) alle vier – doch Gott sei Dank gibt es da noch den Autor, der seinen Figuren und also dieser Geschichte manchmal so hilfreich in den Arm fällt, daß uns der lebenskluge und wunderbar leicht erzählte Roman vorkommt, als wär's ein Stück von uns. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Besser geht's nicht, 29. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Unsterblichkeit. Roman (Taschenbuch)
Von allen Büchern, die ich von Kundera kenne, ist mir dieses eins der liebsten, wenn nicht sogar das Liebste. Kundera bringt darin dem Leser auf unterschiedlichste Weise miteinander in Beziehung stehende Protagonisten der verschiedensten Charaktere näher. Das erinnert ein wenig an einen Episodenfilm, die Erzählebenen sind jedoch - von Kundera gewolltermaßen ;o) - zu komplex, als dass ein Verfilmen des Buches je möglich sein sollte. Das behindert den Lesegenuss jedoch überhaupt nicht, im Gegenteil. Man kann der "freilaufenden" Fantasie Kunderas wunderbar folgen.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die wirkliche Unerträglichkeit des Seins, 6. Dezember 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Unsterblichkeit. Roman (Taschenbuch)
Die wirkliche unerträglichkeit des Seins, so schreibt Kundera selbst, sollte das letzte Kapitel seines Buches heißen. Nun, dies sei dahin gestellt. Es ist müßig sehr gute Bücher miteiander zu vergleichen.... . Mit diesem Werk schafft es Kundere in seiner unvergleichlichen Art, das Verhalten der Menschen darzustellen. Es ist keine Geschichte die für die Geschichte selbst erzählt wird. Es besteht viel mehr aus einer Episoden Sammlung, die sich am Ende alle zusammenfügen - selbst die des "Ich Erzählers"( Kundera als Autor), die dazu dienen Modelle über das Leben / Zusammenleben, von Menschen darzustellen. Kunderas Modelle sind derart durchdacht, daß es eine wirkliche Freude ist daran teilzuhaben.
Im Gegensatz zu der Unerträglichkeit des Seins, tritt hier allerdings die Handlung derart in den Hintergrund, auch gefördert duch starke Brüche der einzelnen Episoden zueinander, daß man derartige Lektüre mögen muß, um dieses Buch gern zu lesen. Das "Lesen" der Unerträglichkeit besteht mehr aus Nachdenken über das Leben, die Menschen, als das Lesen an sich.
Und gerade deswegen : 100 % Lesenswert
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Kunst der Vieldeutigkeit, 15. Dezember 2008
Von 
Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Unsterblichkeit. Roman (Taschenbuch)
"Wer heute noch so verrückt ist, Romane zu schreiben, sollte wenigstens darauf achten, dass der Inhalt nicht nacherzählbar ist. Ein Roman ist schließlich kein Fahrradrennen mit Start und Ziel, er gleicht vielmehr einem Menü aus mehreren Gängen.", erklärt Milan Kundera seinem Freund Prof. Avenarius, um ihm die ungewöhnliche Struktur seines entstehenden Romans zu verdeutlichen.

Damit hat er gleichfalls den Duktus des Buches umrissen. Dessen Inhalt ist wahrhaftig schwer nacherzählbar und zum Verständnis der wunderbaren Zeilen aus der Feder des tschechischen Schriftstellers, der seit 1975 in Frankreich lebt, auch gar nicht wichtig. Kundera selbst legt die Begründung in seinen zweiten Satz. Denn wer muss und will schon die exakte Zubereitung, die detaillierten Zutaten einer genussvollen Speisenfolge kennen. Als solche zumindest kann man Milan Kunderas Werk ohne Zweifel bezeichnen. "Die Unsterblichkeit" ist ein vorzüglich "konfektioniertes", mit feinsten Ingredienzien veredeltes und perfekt angerichtetes Menü in sieben Gängen (Kapiteln).

Schon die "Vorspeise" (1. Kapitel) zeichnet sich als kleine Delikatesse aus. Kundera platziert sich selbst in einen mondänen Pariser Fitness-Club, wo er eine etwa sechzigjährige Dame beim Schwimmunterricht beobachtet. Beim Abschied von ihrem jungen Lehrer fasziniert ihn eine graziöse Handbewegung der reifen Frau, die beinahe losgelöst von ihrem nicht mehr jugendlichen Körper im Raum stehen bleibt ("Mit einem bestimmten Teil unseres Wesens leben wir außerhalb der Zeit. Vielleicht wird uns unser Alter überhaupt nur in außergewöhnlichen Momenten bewusst, und wir leben die meiste Zeit alterslos."). Diese mit einer bezaubernden Leichtigkeit ausgeführte Geste - ein Winken - offenbart solch eine Anmut, dass der Autor das Bedürfnis verspürt, einen Roman daraus zu machen ("eine von der Zeit unabhängige Essenz ihrer Anmut hatte sich für einen Augenblick in einer Geste offenbart und mich geblendet").

Seine Protagonistin nennt er Agnes - eine Mittvierzigerin. In den folgenden zwei Jahren kreiert er häppchenweise seine "delikate Speisenfolge" - ihr familiäres Umfeld - um sie herum. Das sind zum einen ihr Mann Paul, ihre Tochter Brigitte, die so ungleiche Schwester Laura und deren Lebensgefährte sowie ihren bereits verstorbenen Vater.

Dabei scheinen einige Zwischengänge "geschmacklich" aus der Menüfolge auszubrechen. Neue Episoden werden scheinbar losgelöst eingeflochten So begegnet der Leser in einem Kapitel Goethe und Hemingway im Jenseits, die sich u. a. über Bettina von Arnim unterhalten oder er wird mit den scheinbar völlig losgelösten erotischen Abenteuern eines Mannes mit Namen Rubens konfrontiert.

Doch der Schein trügt. Alles ist wohlüberlegt, die Grundkomposition bleibt stets bewahrt. Der sogenannte rote Faden - Gibt es eine Unsterblichkeit der Seele? Falls nicht, wenigstens die Erinnerung an eine Seele in der Nachwelt? - durchzieht latent metaphorisch die gesamte Romanstruktur.

Kundera verwebt die Rahmenhandlung (der Ich-Erzähler Milan Kundera erfindet, konzipiert und vollendet seinen Roman "Die Unsterblichkeit") virtuos mit einer Binnenhandlung (Agnes und ihr direktes Umfeld). Von Zeit zu Zeit interagieren beide und beeinflussen sich gegenseitig. Fiktion und Realität interferieren kontrapunktisch, "wie wenn zwei Melodien in einer Komposition verbunden werden". Diese raffiniert verknüpften Handlungsstränge variiert er zusätzlich mit kunstvoll eingestreuten Rückblenden, Vergleichen und "poetische Zufällen" und setzt damit eine delikate, in sich absolut stimmige "Speisenfolge" zusammen, der ein lang anhaltender "Abgang" - um einen Begriff aus der Degustation zu verwenden - beschienen ist.

Mit dem "Dessert" erhalten letztendlich alle Personen ihre wohldosierte Bestimmung oder besser: tragen zur vollendeten Würze bei. Kunderas wunderbares Kaleidoskop findet seine genussvolle Gesamtvollendung.

Aber auch nach dem Zusammenschluss der einzelnen Episoden war es nie so unwichtig, über die Handlung eines Romans zu diskutieren. Jedes Kapitel ist ein Amüsement seiner selbst. Der Autor philosophiert auf genussvolle Art und Weise über die Grundstruktur des Menschseins: mal melancholisch, dann wieder durchzogen von einer schwebenden Leichtigkeit, mal ironisch oder von Zeit zu Zeit mit einer Spur Bitterkeit. Kundera spricht Themen wie Liebe, Ehe, die Bedeutung von Gesten, Körper, Geist, das Sein und die Originalität des Ichs eines Menschen, Schicksal, Tod, Trauer und Glück, Hässlichkeit und Schönheit, gemeinsames Erleben und Alleinsein, ja, die Grenzen der Welt an sich an.

Fazit:

Milan Kunderas Roman offenbart sich als "eine wahre Brandung von Musik": ein Buch, das philosophisch über die Grundessenzen des menschlichen Lebens nachdenkt, in die Ferne jenseits von Raum und Zeit lockt und eine unbestimmte, grenzenlose Sehnsucht verspüren lässt und alle Sinne des Lesers gefangen nimmt.

Ganz große Literatur!
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