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Die Unruhezone: Eine Geschichte von mir
 
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Die Unruhezone: Eine Geschichte von mir (Broschiert)

von Jonathan Franzen (Autor), Eike Schönfeld (Übersetzer)
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (1. Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349924439X
  • ISBN-13: 978-3499244391
  • Originaltitel: The Discomfort Zone. A Personal History
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 137.686 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In München, so kann man in seinem biografischen Skizzenbuch Die Unruhezone lesen, wurde Jonathan Franzen erst richtig zum Menschen: durch die Lektüre Goethes, Kafkas und Rilkes. Mit der nämlich verbrachte er (nicht nur aus Neigung, sondern, wegen seines Pechs im Umgang mit Frauen, ein bisschen auch aus Not) in regelmäßiger Begleitung einiger Biere, wie er am Rande von Lesungen in Deutschland gerne berichtet, einen Großteil seiner Schwabinger Studentenabende.

Studium in Deutschland, von wo aus man so schöne Ausflüge nach Italien, Frankreich oder Spanien unternehmen kann, Goethe, Kafka, Rilke, als Kind Tolkien und Charles M. Schulz‘ „Peanuts“ -- dass alles klingt vermutlich einigermaßen standesgemäß für die Biografie eines der erfolgreichsten Romanautoren Amerikas: nach „Enthüllungen“, wie man sie von einem Literaten in einem solchen Buch erwarten darf. Und dass selbst ein Erfolgsschriftsteller wie Franzen die Pubertät als von Ängsten und Selbstzweifeln geprägte Endlosschleife peinlichen Scheiterns erleben musste, ist, für sich genommen, auch noch keine Überraschung. Aber wie der 47-jährige Autor davon erzählt, das ist, zumindest streckenweise, entwaffnend und nimmt einen doch irgendwie für diesen komischen Kauz ein. Obwohl der sich selbst in mancher Hinsicht als ziemlichen Kotzbrocken darstellende Von-Sich-Erzähler auf den ersten Blick gewiss nicht sonderlich zur Identifikationsfigur taugt: Kaum ein Leser wird sich in ihm nicht doch insgeheim situationsweise wiedererkennen, auch wenn er mit ihm in Wirklichkeit nur wenig gemein haben mag: Denn er wird in seiner Jugend vermutlich alles andere als ein hornbebrillter Chemielabortüftler mit Fistelstimme gewesen, noch in der wortwörtlichen Mitte Amerikas in einer dieser für diese Gegend typischen, langweiligen Mittelklassefamilien aufgewachsen sein und erst recht nicht sein bizarres Hobby des obsessiven Vögelbeobachtens teilen.

In den übrigen Charakteren, denen wir in Die Unruhezone aus Franzens Perspektive begegnen -- seinen Eltern, Geschwistern, Professoren und mancher Frauengestalt -- erkennt man schnell Facetten mancher der Figuren wieder, die man aus Die Korrekturen noch bestens in Erinnerung hat. An der Übersetzung von Eike Schönfeld gibt es wenig auszusetzen. Den Titel selbst hätte man allerdings vielleicht besser im Original belassen -- „Unruhezone“ ist nicht unbedingt eine besonders glückliche Übersetzung der „Discomfort Zone“, die bei Franzen für das Gegenteil der auf dem Heizungsthermostat in seinem Elternhaus als „Comfort Zone“ bezeichneten Wohlfühltemperatur steht… -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Kurzbeschreibung

Jonathan Franzen war ein Junge, der vor vielem Angst hatte: Tanzunterricht, Pissoiren, seinen Eltern. Er liebte Charlie Brown und wollte auf keinen Fall im Abseits stehen. Im Sommer fuhr er in christliche Feriencamps, und von einer Österreicherin in irritierend kurzen Röcken lernte er erste Brocken Deutsch. Bei seinem Bemühen, endlich seine Jungfräulichkeit zu verlieren, spielte Kafka eine Rolle, wie auch auf seinem Weg zum Schreiben."Die Unruhezone" ist beides: Geschichte einer Jugend im amerikanischen Mittelwesten und eines Erwachsenenlebens in New York - mit berührenden Schilderungen etwa von Franzens Nöten beim Verkauf des Elternhauses nach dem Tod der Mutter und großartigen Verknüpfungen zwischen seiner gescheiterten Ehe, dem Problem der Erderwärmung und den Lebenslektionen, die man beim Beobachten von Vögeln lernt. Ein vielfarbiges, zwischen komisch-trotziger Selbstbefragung und Empathie oszillierendes Porträt einer amerikanischen Mittelschichtfamilie und eines Menschen in seiner Zeit. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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72 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die exemplarische Biographie eines Mittelschichtkindes - mit viel Augenzwinkern erzählt, 22. März 2007
Von ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Mit der Weisheit der reifen Jahre auf die liebenswerten Dummheiten der eigenen Kindheit und Jugend zurückzublicken, mit der Souveränität des Erwachsenen die kleinen Katastrophen der frühen Jahre zugleich bejahen und relativieren zu können, hat etwas ungemein Liebeswertes. "Die frühen Jahre" von Coetze oder "Afrikanische Spiele" von Ernst Jünger, sind gelungene Beispiele für dieses Genre, nun hat sich auch Jonathan Franzen mit seinem Buch "Die Unuhezone" in diesem Metier versucht.
Der für Franzens Verhältnisse schmale Band von ca. 250 Seiten beschreibt die Geschichte eines amerikanischen Mittelschichtskindes deswegen ganz ohne das epische Ambiente der "Korrekturen", aber durchaus mit beachtlicher sprachlicher Raffinesse Er beginnt interessanterweise mit dem Verkauf des elterlichen Hauses ( übrigens genauso wie der erste Band der Marquez-Autobiographie "Leben um davon zu erzählen"), um alsdann die verschiedenen Etappen des eigenen Lebenslaufes in lockerer Folge abzuhandeln. Von den Klippen der Adoleszenz ("Die Adoleszenz genießt man am besten unbefangen, doch leider ist Befangenheit ihr bestimmendes Symptom"), über die unterschiedlichen Möglichkeiten, die in jedem Menschen angelegt sind (dargestellt in einer zauberhaften Szene, in der der kleine Jonathan seinen Piephahn zeigt um sich anschließend zum Gotterbarmen zu schämen), geht die Lebensreise zu den Jugendcamps der Siebziger Jahren und der ihnen eigenen liberalen Ausdünnung der Gegenwartereligion, über die Eltern und ihre "Komfortzonen", über die Brüder und die Liebe bis hin zur Ehe, die trotz aller Mühen scheitert - alles unterhaltsam erzählt, so dass es kaum einen Generationengenossen geben wird, der sich nicht hier und da wieder erkennen und anerkennend sagen wird: ja, ja, so oder ähnlich ist es gewesen. .
Aber am Ende bleibt doch ein leises Unbehagen. Denn was Franzen erzählt ist nicht sonderlich originell, und das, was originell ist, bliebt in einer eigenttümlichen Schwebe, in einem Nebel, in dem sich der Autor hinter seiner Sprachmacht eher verhüllt als entbirgt. Dass Franzens Ehe scheitert, dass sein "kleiner Eheplanet kaputt" geht, ist traurig, wird, wird aber nicht sonderlich einprägsam erzählt. Sein schulischer Schabernack, der im Buch reichlich breiten Raum einnimmt, erinnert in seiner Betulichkeit ein wenig an die Feuerzangenbowle, und was Franzen über seine orntitologischen Passionen schreibt, könnte auch von Woody Allen stammen. Am überzeugendsten gelungen sind die Passagen über die gegenwärtigen Klima- und Ökohysterie, aber auch die werden so doppeldeutig vorgetragen, dass man am Ende nicht recht, weiß, ob sich der Autor über dieses Phänomen lustig macht oder wirklich betroffen ist. Vielleicht aber ist diese Unentschiedenheit zwischen Ernsthaftigkeit und Distanz und das Ozillieren zwischen Enthüllung und Verbergen gerade exemplarische an der Generation, die im vorliegenden Buch beschrieben wird. Vielleicht aber auch nicht.
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen persönliche Reflexionen, 15. März 2007
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Mit Spannung habe ich es erwartet, das neue Buch von Jonathan Franzen. Schon sein autobiographischer Welterfolg "Die Korrekturen" hat mich in den Bann gezogen, nun auch "Die Unruhezone".

Es ist sicher nicht so ein "großer Wurf", so ein "Literaturknaller" wie der 2001 mit dem "National Book Award" ausgezeichnete Roman. Man kann es auf keinen Fall als Nachfolger bezeichnen. Dazu ist dieses Buch - gespickt mit vielen Fremdwörtern - zu sehr intellektuell. Es beansprucht "keine einzige quantitativ, inhaltlich oder erzählerisch spektakuläre Kategorie der Literatur", wie "DIE ZEIT" schreibt, aber...

Jonathan Franzen hat ein schönes Buch geschrieben.

Er erzählt uns wieder einmal aus seinem Leben: seiner Kindheut und Jugend im amerikanischen Mittelwesten und seinem Erwachsenenleben in New York.
In sechs wahrhaft kunstvollen Essays berichtet Franzen "von bizarren Familienverhältnissen, diversen Demütigungen und vom Wunsch, den Schein zu wahren", sei es die Erstbegegnung mit deutscher Wesensart in Gestalt einer irritierend reizvollen Österreicherin oder die Bedeutung Kafkas für den Verlust der Jungfräulichkeit.
Wie immer sind seine Geschichten bescheiden, urkomisch, selbstironisch und traurig ergreifend zugleich. Wir begleiten Franzen auf seinem Weg vom phobiengeplagten ängstlichen Kind (er hat Angst vor Spinnen, Schlaflosigkeit, Angelhaken, Schultanzveranstaltungen, Baseball, Höhen, Bienen, Urinalen, der Pubertät, Musiklehrern, Hunden, der Schulcafeteria, Tadeln, älteren Teenagern, Quallen, Umkleideräumen, Bumerangs, beliebten Mädchen, Turmspringen) zum gefeierten Star der US-Literatur.

Es ist ein Buch der Freiheit zur Unvollkommenheit. Ich kann mich nur anschließen wenn "DIE WELT" schreibt: "Wer mit Franzen über Franzen lacht, kann gar nicht anders: Immer lacht er auch über sich selbst."

Nur wenigen gelingt, was ihm nahezu perfekt gelingt:
Er braucht nur seinen "Bleistift" und zwei, drei Striche, und die Figur oder Szene ist da.

Ihm sei verziehen, dass er dieses mal an manchen Stellen gar vier bis fünf Striche benötigte ;-). Trotzdem hebt sich dieses Buch für den gewillten Leser wohltuend vom Literatur-Mainstream ab.

Die Rezensentin der Wochenzeitschrift "DIE ZEIT" meinte: "Franzen macht aus einer Mücke nicht gleich einen Elefanten. Aber er lässt die Mücke zu ausführlich kreisen."
Meine Meinung: "Herr Franzen, lassen Sie die Mücke ruhig kreisen, ich mag - auch wenn ich Mücken nicht so gern habe - ihr Buch und Ihren Erzählstil. Und diese Art von Literatur darf ruhig etwas ausufernder sein."

Danke, für diesen schönen Essay-Band!
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen ich will mehr von Franzen, 17. April 2007
Von Nino di Bari "Nino di Bari" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Die Übersetzung des Titels ist schon missglückt. Aus "The Discomfort Zone" wurde "Die Unruhezone". Es wundert mich, dass Franzen, der ja der deutschen Sprache mächtig ist, diese eigenwillige Veränderung, die tatsächlich sinnentstellend ist, zugelassen hat. Discomfort Zone bezieht sich auf ein Streitthema zwischen Franzens Eltern hinsichtlich der Raumtemperatur im Wohnzimmer. Die Mutter, die die Temperatur auf 20°C einstellt und der Vater, der darauf verweist, dass der Comfort-Bereich auf dem Thermostat zwischen 22 und 26°C blau markiert sei. Insofern wird der Raum zur "Discomfort Zone" und nicht zur "Unruhezone".

Die Kritiken sind eher schlecht, zeitweilig gar vernichtend. Lediglich die Kritik von Sigrid Löffler ist ernsthaft und wird dem Autor und dem Buch gerecht.

Wieso muss Franzen nun permanent an den Korrekturen gemessen werden. Wieso muss alles, was er nun noch veröffentlichen wird, noch besser sein? Ein absurder Anspruch! Selbst ein nur halb so gutes Buch wie die Korrekturen ist immer noch ein sehr gutes Buch. Es handelt sich bei diesem neuen Werk nicht ein mal um einen Roman. Essays sind es eigentlich auch nicht. Eine Autobiographie ebenfalls nicht, obwohl sehr autobiographisch. Als Untertitel heisst es "eine Geschichte von mir"; nicht mehr und nicht weniger. Ich ziehe dieses 250 Seiten Büchlein jedem deutschsprachigen Roman vor.

Franzen geht schonungslos mit sich um, beschreibt sich als wenig liebenswertes und linkisches Kind und Jugendlichen und deshalb scheinen die Kritiker zu meinen, sie könnten ebenso mit ihm ins Gericht gehen. Aber diese Deppen begreifen nicht, wie wunderbar er es macht. Er hält kurz den Finger in diverse Wunden, verweilt nie zu lange, wird nie pathetisch, betreibt keine billige Nabelschau. Er schafft es immer wieder, mich zu überraschen, er bringt mich zum Lachen und er rührt mich an. Nichts von dem, was er schreibt, ist mir wirklich fremd. Allerdings beschreibt er Dinge so, wie ich sie noch nie zuvor gelesen habe.

Besonders gut wird seine verstorbene Mutter gezeichnet. Meist kühl und distanziert! Und dann gibt es einen Satz wie diesen und es haut mich um: "Am letzten Tag, den ich mit meiner Mutter verbrachte, ..., stellte sie mir immer wieder die selben Fragen: ... Meine Mutter hoffte auf einen kleinen Ausblick darauf, wie mein Leben nach ihrem Tod weitergehen könnte."

Später schreibt er:"Meine Mutter mochte es, wenn sie in etwas einbezogen war, und dezidierte Meinungen zu haben war ein Mittel, sich nicht ausgeschlossen zu fühlen." War man vorher von ihr entnervt, weil sie alles kommentierte, schafft er es mit einem Satz, wieder eine Ballance herzustellen und Sympathie zu wecken.

Ok, hier und dort könnte er auf ein Fremdwort verzichten. Wir wissen doch, dass er sie alle kennt. Das Kapitel über Vögelbeobachtung ... hier und dort war es mir zu viel mit der Ornithologie ... aber ich würde auch nicht darauf verzichten wollen.

Im Stern wurde hämisch bemerkt, dass nach den Korrekturen kein Roman mehr von Franzen kommt. Ich bin allerdings zuversichtlich. Er wird kommen ... irgendwann ... und er wird mich bestimmt begeistern.
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