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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolles Debüt über die Tragik einer merkwürdigen Familienzusammenführung, 9. November 2009
Getrennt und doch gemeinsam gehen Mutter und Sohn auf Reise. Ohne es zu wissen, haben sie auf demselben Kreuzfahrtschiff angeheuert: sie als Bordpsychologin, er als Barpianist. Vor Monaten sind sie im Streit auseinander gegangen, nun schippern Almut und Sebastian 157 Tage lang von Europa nach Südamerika. Werden sich die beiden in die Arme fallen oder bricht der alte Streit wieder auf? In dem Roman wechselt der Autor die Erzählperspektive kapitelweise zwischen dem einundzwanzigjährigen Sebastian und seiner Mutter Almut. Ihre Geschichte handelt von Vertrauen und Verrat, vor allem aber vom Loslassen. Dabei knüpft die Liebe zur Musik ein starkes Band zwischen den Figuren. Was aber lange nur dem Leser offenkundig wird.Das Debüt von Stefan Moster überzeugt durch seine stilsichere und wunderbare Erzählweise. Mosters Figuren sind authentisch und lebhaft charakterisiert. So ist man beim lesen immer im Fluß und vertieft sich immer mehr in das Schicksal von Mutter und Sohn, dass sie auf so merkwürdige Weise zusammengeführt hat. Dazu versammelt der Autor in präziser Sprache und klugen Sätzen eine beträchtliche Anzahl wichtiger Themen. Moster spannt einen großen Bogen: Er beginnt bei der Mutter-Sohn-Beziehung, lässt immer wieder die Frage nach Schuld und Vergebung auftauchen. Er entwirft über die Biographien seiner Charaktere einen Abriss der deutschen Zeitgeschichte und prangert überdies die ungleichmäßige Struktur eines globalen Gesellschaftsgefüges an. Gefallen hat mir aber auch ganz einfach, dass der Autor über eine gute Prise Humor zu verfügen scheint. Das lockert den Roman dann ungemein auf. Lesenswert!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
S.320, 27. Dezember 2009
Wunderbar konstruiert. Wie ein Netz, sich zu begegnen, sich langsam so verknüpft, dass es zu dieser Begegnung kommt.
Dabei gar nicht unrealistisch, bei fast viertausend Personen, sich nicht zu begegnen.Immer wieder, immer mehr, fast, aber dann eben doch nicht.
Ähnlich geht es der Fantasie von Schubert, D. 940. So oft beschworen in diesem Roman, aber kein Mal, kein einziges Mal wirklich gespielt, als vierhändiges Stück, wie geschrieben.
Eine Überfülle von Geschichten und Einsichten wird auf mehr als vierhundert Seiten ausgebreitet und man hat den Eindruck, der Autor hätte noch viele hundert Seiten hinzufügen können, nicht einmal alle Geschichten sind zu Ende erzählt, eigentlich sogar keine. Wahrscheinlich hat ein Lektor oder ein Verleger gesagt,Schluss jetzt; Schade!
Was, wenn die Personen wieder an Land gehen ? Die Neugier ist gewecktm, aber nicht gestillt.
Aber auf diesen 444 Seiten verlässlich hervorragende Literatur, Man fühlt sich auf einem Kreuzfahrtschiff, die Personen werden lebendig, sie bekommen Gestalt, man liest sich ein und fragt sich, was steht denn auf der neuen Seite, wie geht die Geschichte weiter?
Eine sehr inspirierende Lektüre!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Klangvolles" Debüt von Stefan Moster, 15. Januar 2010
Ein elegantes, geistreiches Buch (Erstlingswerk!), das sich frisch und inspirierend liest. Unterhaltung auf höchstem Niveau.
Mit den Hauptfiguren - "Mutter" Almut und "Sohn" Sebastian, die abwechselnd erzählen, identifiziert man sich gerne. Sie nehmen einen mit und lassen dennoch Luft und Freiraum für Assoziationen. Ausserdem bekommt man exklusiv schmunzelnd-ironisch, mit viel Insiderwissen, individuelle Alltagseindrücke und -erlebnisse der früheren DDR vermittelt. Sind Menschen die man gerne persönlich kennenlernen würde. Zudem darf man als lesender Zaungast auf einem Luxusliner eine Weltreise auf hoher See erleben! Enorm wie gut beobachtet der Autor seine Agierenden zeichnet, meist gutbetuchte Mitreisende, in der Regel Paare mittleren Alters die es "zu was gebracht haben", aber auch die bunte internationale Mischung der Bordcrew. Dies immer aus zwei Perspektiven: die des Sohnes der als Barpianist an Bord arbeitet von "weiter unten", und wesentlich höher: die der Mutter, die als Bord-Psychologin eine andere Seite ihres Klientels kennenlernt. Auch die geographischen Örtlichkeiten der Kreuzfahrtstationen mit Landausflügen, sind dreidimensional und spannend geschildert. Einen grossen Raum nimmt die Liebe zur klassischen Musik in vielen Facetten ein. Almut spielt Klavier seit frühester Kindheit und verbindet damit tiefe emotionale Erlebnisse. Desgleichen ihr Sohn, auch wenn er schon ganz jung zum Jazz "konvertiert". Verbindend und trennend.
Das Buch ist von Anfang bis Ende stimmig und behält sein Niveau. Es ist humorvoll und mit Empathie für seine Figuren geschrieben. Das Werk macht gute Laune, man amüsiert sich, ist intelligente Lektüre und auch als "Geschenkbuch" ideal. Wäre auch ein wunderbarer Filmstoff. Sehr empfehlenswert.
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