Die Frauen in Deutschland kriegen zu wenig Kinder – und das liegt vielleicht auch daran, dass die Menschen (Männer und Frauen gleichermaßen) heutzutage viel zu viel darüber nachdenken, wie sie den Nachwuchs mit ihren Karriereplänen vereinbaren können. Solche Schlüsse legt dieses Buch nahe, in dem elf erfolgreiche Mütter Auskunft geben über ihr Leben, darunter bekannte Frauen wie die Schauspielerin Maria Furtwängler oder die Fernsehsender-Chefin Christiane zu Salm, aber auch unbekannte wie die Unilever-Managerin Sybille Hartmann. Fast alle der Mütter sagen, dass sie nicht lange nachgedacht haben übers Kinderkriegen, sondern einfach losgelegt haben. Aufschlussreich an den Frauenporträts dieses Buchs ist, dass bestimmte Themen in allen Geschichten auftauchen; zum Beispiel der Stress beim Organisieren der Kinderbetreuung, zum Beispiel das Kopfschütteln einer Umwelt, die im beruflichen Ehrgeiz einer Mutter immer noch die Vernachlässigung der lieben Kleinen wittert. Die Porträts sind fast alle sehr gut geschrieben und immer voller Sympathie für die Karrieremütter, aber sie deuten schon auch an, dass manche der Mütter ein bisschen durchgeknallt sind. Muss man vielleicht auch sein, um als Karrierefrau in Deutschland Kinder zu kriegen. Das Buch macht nicht bloß Mut, sondern bietet auch wirklich unterhaltsamen Lesestoff.